Der Congreso de los Pueblos ist eine nationale soziale Bewegung, die 2010 in Kolumbien gegründet wurde.
Geschichte Vom 8. bis 12. Oktober 2010 versammelten sich mehr als 17.000 Menschen aus rund 220 Organisationen an der Universidad Nacional de Colombia in Bogotá, um die politische und soziale Bewegung „Congreso de los Pueblos“ zu gründen. An der Veranstaltung nahmen Bauern, Indigene, Schwarze, Frauen, Stadtbewohner, Gewerkschafter, Studenten und Jugendliche aus dem ganzen Land teil. Sie legten ihre legislative Arbeitsagenda und einen ersten Entwurf ihres politischen Programms fest. Am 12. Oktober wurde der Kongress mit einem Massenmarsch und einem Konzert auf der Plaza de Bolívar in Bogotá eröffnet.
Vom 20. September bis 4. Oktober 2011 fand eine weitere Versammlung mit mehr als 15'000 Delegierten auf dem Campus der Universidad del Valle in Cali statt. Aus dieser Versammlung gingen sieben thematische Mandate, zehn regionale Mandate und ein Mandat zu Land, Territorien und Souveränität hervor. Die Versammlung endete mit einem Protestmarsch entlang der Strecke zur Gemeinde Cajamarca im Departement Tolima, wo zu diesem Zeitpunkt der südafrikanische Konzern Anglogold Ashanti mit dem Bau der größten offenen Goldmine Kolumbiens „La Colosa“ begann.
Im Jahr 2013 fand erneut in Bogotá das dritte große Treffen des Volkskongresses statt, das den Namen Kongress für den Frieden erhielt und sich speziell mit dem Thema Frieden in Kolumbien befasste. Dabei wurden die Fortschritte in den Verhandlungen mit der FARC-EP positiv bewertet und die Aufnahme von Verhandlungen mit anderen Rebellenorganisationen wie der ELN und der Ejército Popular de Liberación gefordert. Aus diesem Treffen ging das Mandat des Kongresses hervor, welches wirtschaftliche, politische und soziale Umgestaltungen im Land fordert. Der Friedenskongress endete mit der Verabschiedung der Abschlusserklärung am 22. April 2013. Während des nationalen Agrarstreiks 2013 spielte der Congreso de los Pueblos eine zentrale Rolle.
Im März 2014 organisierte der Congreso de los Pueblos zusammen mit anderen sozialen und ethnischen Organisationen Kolumbiens in Bogotá einen Agrargipfel, an dem 30.000 Menschen aus allen Regionen des Landes teilnahmen. Er erklärte, dass der Agrarpakt der Regierung Santos nur eine weitere Verteilung öffentlicher Mittel zu klientelistischen und wahltaktischen Zwecken sei. Er prangerte an, dass der Agrarpakt nur den Interessen der agroindustriellen und ländlichen Eliten diene und die Agrarbewegungen von den Entscheidungen und Maßnahmen im Zusammenhang mit der nationalen Agrarpolitik ausschließe.
Da die Regierung die Bedingungen des Abkommens aus dem Jahr 2013 nicht einhielt und ihre Agrarreformen zu Repressionen und Schikanen führten, rief die Cumbre Agraria, Campesina, Etnica y Popular am 27. Mai zu einer zweiwöchigen nationalen Minga auf, einer Zeit der Streiks und Mobilisierungen in ganz Kolumbien, um Druck auf die Regierung auszuüben. Nach Angaben des Congreso de los Pueblos, einer der Mitgliedsorganisationen des Gipfels, mobilisierten sich mehr als 100.000 Menschen in 100 Gebieten in 27 Departamentos, und fast 30.000 Menschen beteiligten sich an konkreten Aktionen. Die Regierung reagierte auf diese Forderungen mit Repression, verstärkter Militarisierung und Kriminalisierung von Protesten und Widerstand. In verschiedene Regionen wurden Bereitschaftspolizei-Einheiten entsandt, die die Teilnehmer der Minga angriffen. Nach 12 Tagen Mobilisierung wurden drei Menschen getötet, 152 verletzt und mehr als 145 festgenommen. Paramilitärische Gruppen bedrohten die Organisationen und ihre Führer, um sie daran zu hindern, an verschiedenen Mobilisierungsaktivitäten teilzunehmen. Während die Massenmedien und die kolumbianische Regierung die Situation ständig leugneten und das Land über die Minga falsch informierten, spielten populäre Medien wie Radio Mundo Real und das Kommunikationsteam des Congreso de los Pueblos eine Schlüsselrolle bei der Berichterstattung über die laufenden Mobilisierungen, die Situation in den Gebieten und den Verlauf der Verhandlungen zwischen dem Gipfel und der Regierung. Nach drei Tagen des Dialogs zwischen dem Gipfel und der kolumbianischen Regierung wurden mehrere Vereinbarungen erzielt.
Im Oktober 2025 führte der Congreso de los Pueblos unter dem Motto „Aquí en la lucha“ (Hier im Kampf) Demonstrationen und Blockaden in Bogotá durch. Rund 1720 Personen besetzen die Universidad Nacional de Colombia. In einem auf den sozialen Netzwerken des Kongresses veröffentlichten Video erklärte ein Vertreter der schwarzen Gemeinschaften, dass der Zweck der Mobilisierung darin bestehe, dass der Staat die humanitäre Krise anerkenne, in der sich die ethnischen Völker in Kolumbien derzeit befänden. In einem Gespräch mit den Medien erklärte Innenminister Armando Benedetti, dass kriminelle Strukturen hinter den Protesten des Volkskongresses steckten, die möglicherweise politische Absichten verfolgten. Benedettis Äußerungen wurden vom Bürgerbeauftragten kritisiert, der den Minister daran erinnerte, dass soziale Proteste ein Recht sind und dass die Regierung „die erste Instanz ist, die dafür zuständig ist, dieses Recht zu garantieren und nicht zu stigmatisieren“.
Nationale und internationale Zusammenarbeit Der Congreso de los Pueblos arbeitet mit verschiedenen Organisationen zusammen, darunter Marcha Patriótica, die als Schwesterbewegung gilt. Congreso de los Pueblos ist Mitglied der Progressive Internationale.
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