Der Eisenbahnunfall von Piacenza war die Entgleisung eines Reisezuges in einem engen Gleisbogen am Bahnhof Piacenza infolge überhöhter Geschwindigkeit am 12. Januar 1997. Acht Menschen starben.

Ausgangslage mini|Baugleicher ETR 460 wie der Unfallzug Der Schnellzug P 9415 „Botticelli“ war von Milano Centrale nach Roma Termini unterwegs. Er bestand aus dem neunteiligen elektrischen Neigetechnik-Triebzug ETR 460 24 „Pendolino“. In Mailand fuhr der Zug pünktlich um 12:55 Uhr ab.

Aufgrund des Sonntags war der Zug mit 456 Sitzplätzen nur mit 167 Reisende besetzt. Unter den Reisenden befand sich Francesco Cossiga, ein ehemaliger Präsident der Italienischen Republik.Marco Marozzi: Terrore e morte sul Pendolino. In: La Repubblica. 13. Januar 1997, abgerufen am 4. März 2026.

In der Einfahrt zum Bahnhof Piacenza ist in einem Gleisbogen die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 100 km/h begrenzt.N. N.: Entgleister Pendolino fuhr zu schnell. In: Die Welt. 14. Januar 1997; abgerufen am 1. November 2025. Diese Stelle ist auf der gesamten Strecke zwischen Mailand und Bologna diejenige, die mit der geringsten Geschwindigkeit zu befahren ist. In: areainediti.it.

Unfallhergang mini|Trümmer an der Unfallstelle (12. Januar 1997) Bei der Einfahrt in den Bahnhof Piacenza hatte der Zug nach den Aufzeichnungen des Fahrtenschreibers um 13:26 Uhr eine Geschwindigkeit von 160 km/h. Damit fuhr der Zug 60 km/h schneller als zulässig.Ottavio Rossani: In: Corriere della Sera. 7. März 2001Eastlake, S. 80, behauptet eine zulässige Geschwindigkeit und einen Achsbruch als Ursache.

Der Wagen an der Zugspitze kippte um und prallte gegen einige Oberleitungsmaste. Einer von ihnen spaltete den Wagenkasten in zwei Teile. Die sechs folgenden Wagen entgleisten ebenfalls, lediglich die beiden Wagen am Zugschluss blieben im Gleis.

Folgen Die beiden Triebfahrzeugführer, zwei Bahnpolizisten, zwei Hostessen und zwei Reisende kamen ums Leben. 36 weitere Menschen wurden verletzt.Gian Luigi Paracchini, Mario Pappagallo: In: Corriere della Sera. 13. Januar 1997. Francesco Cossiga hielt sich zum Zeitpunkt des Unfalls im Speisewagen auf und nicht auf seinem Platz im zerstörten ersten Wagen des Zuges.Lucio Cillis: In: La Repubblica. 13. Januar 1997.Fabrizio Caccia, Domenico Castellaneta: Agenti Polfer e macchinisti lavorare e morire sui tren. In: La Repubblica. 13. Januar 1997, abgerufen am 4. März 2026.

25 Führungskräfte der Ferrovie dello Stato (FS) wurden wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Verursachung einer Eisenbahnkatastrophe angeklagt, aber 2001 freigesprochen, da sie die Tat nicht begangen hätten.Piacenza, nessun colpevole per la strage del Pendolino. In: La Repubblica. 6. März 2001, abgerufen am 4. März 2026.

In der Nähe des Gleises 1 West im Bahnhof von Piacenza wurde ein Denkmal zum Gedenken an die Opfer des Unfalls errichtet.Piacenza ricorda la tragedia del pendolino. Homepage der Stadt Piacenza, 12. Januar 2014.Bild des Gedenksteins auf der Homepage der Stadt Piacenza, abgerufen am 4. März 2026.

Literatur Keith Eastlake: Die größten Eisenbahnkatastrophen. Gondrom, Bindlach 1997, ISBN 3-8112-1580-9, S. 80 (extrem fehlerbehaftete Darstellung)

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Anmerkungen

Einzelnachweise

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