mini|Kei Ishikawa (2025) Kei Ishikawa ( Ishikawa Kei; geboren am 20. Juni 1977 in Toyohashi) ist ein japanischer Regisseur, Drehbuchautor und Filmeditor, dessen Filme mehrfach an internationalen Filmfestspielen teilnahmen.
Leben und Karriere Kei Ishikawa studierte erst Physik an der Tohoku-Universität und dann Film an der polnischen Nationalakademie für Film, Fernsehen und Theater in Łódź, an der verschiedene bekannte Filmschaffende vor ihm studiert hatten, beispielsweise Roman Polanski.
Wie Ishikawa in einem Interview angab, fühlte er sich dem europäischen Film nahe und wollte seine Ausbildung deshalb an einer entsprechenden europäischen Hochschule absolvieren. Dem jungen Regisseur wurde von der japanischen Regierung ein Kunststipendium gewährt. Sein Kurzfilm Dear World (2008) erhielt einen Sonderpreis beim Akira Kurosawa Foundation Wettbewerb.
Nach seiner Rückkehr nach Japan drehte er Traces of Sin, sein Spielfilm-Debüt. Der Film wurde als sehr japanisch wahrgenommen, in ihm brachte er eine relativ distanzierte Perspektive zur japanischen Gesellschaft zum Ausdruck, die er durch seinen Auslandsaufenthalt gewonnen hatte. Traces of Sin wurde 2016 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig in der Sektion Horizonte gezeigt. 2022 nahm sein Film A Man auch in dieser Sektion an den Filmfestspielen von Venedig teil. A Man beruht auf dem gleichnamigen Buch von Keiichirō Hirano. Auf Hollywoodreporter.com bezeichnete Patrick Brzeski diesen Film anlässlich seiner Kritik zu den Filmfestspielen als „Venice Hidden Gem“ (Venedigs verstecktes Juwel).
Seinen 2024 erschienenen Science-Fiction Film Previously Saved Version filmte Ishikawa in Thailand mit Piotr Niemyjski hinter der Kamera, der bereits mehrfach für ihn gearbeitet hatte, und einer thailändischen Filmcrew. In Previously Saved Version geht es um das Leben im Jahr 2200. Eine Frau entdeckt, dass sie eigentlich ein Android ist. Der Film wurde von James Headfield in der Japan Times als nicht besonders geglückt eingestuft. 2022 hatte Ishikawa bereits mit Arc einen Film gedreht, der sich mit der Zukunft beschäftigte. Das auf einer Kurzgeschichte des amerikanischen Autors Ken Liu basierende Geschehen dreht sich um die Idee, dass Menschen sich für ihr eigenes ewiges Leben entscheiden können, statt zu sterben. Arc wurde auf asianmoviepulse.com als „Wonderful performances and bold directorial choices aside, “Arc” is a challenging yet consistently engaging sci-fi drama.” (Neben den wunderbaren Darstellern und den mutigen Entscheidungen des Regisseurs ist „Arc“ ein anspruchsvolles, aber durchweg fesselndes Science-Fiction-Drama.) charakterisiert.
2025 verfilmte Kei Ishikawa den ersten Roman des Literaturnobelpreisträgers Kazuo Ishiguro A Pale View of Hills und rückte dabei das Romangeschehen näher an die Gegenwart. Außerdem behandelte Ishikawa nach eigenen Angaben in seinem Film zeitgemäße Themen wie die Einwanderung, den Feminismus und die Frauenrechte stärker als im Buch. Sein Film war Teil der Sektion Un Certain Regard der Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2025. Die Art, wie der Film seinen Roman umsetzte, traf auf Ishiguros Zustimmung.
Filmografie (Auswahl) 2006: How are you? (Regie, Drehbuch) 2008: Dear World 2016: (Gokuroku, Traces of Sin) (Regie, Schnitt) 2017: Ten (Regie, Drehbuch) 2018: (Inosento daizu, Innocent Days) (Regie) beruht auf Roman von Kazumasa Hayami 2018: (Ju nen, Ten Years Japan) (Regie, Drehbuch) 2019: (Mitsubachi to enrai, Listen to the Universe) (Regie, Drehbuch, Schnitt) 2021: (Arc) (Regie, Drehbuch) 2022: (Aru Otoko, A Man) (Regie, Schnitt) 2024: (Futsugô na kioku, Previously Saved Version) (Regie, Drehbuch) 2025: (Toi Yamanamino Hikari, APake View of Hills) (Regie, Schnitt, Drehbuch)
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmeditor Kategorie:Japaner Kategorie:Geboren 1977 Kategorie:Mann