mini|Noam Arnon (2015) Noam Arnon (, geb. 1954 in Tel AvivJiram Netanjahu: שליפות עם נועם ארנון. In: Makor Rishon. 6. Juni 2006, abgerufen am 13. Juni 2026.) ist ein führender Aktivist der israelischen Siedlerbewegung. Er ist auch als Historiker und Archäologe hervorgetreten.
Biografie Jugend und Ausbildung Arnon wuchs im Moschav Sde Warburg (Regionalbezirk Drom HaScharon) auf. Er besuchte Jeschiwot im Moschav Nechalim und in Kirjat Arba. Dann studierte er an der nationalreligiösen Jerusalemer Jeschiwa Merkas HaRaw Kook.Jiram Netanjahu: שליפות עם נועם ארנון In: Makor Rishon, 6. Juni 2006.
Am Jom-Kippur-Krieg 1973 nahm Arnon in einer Panzereinheit teil. Nach seinem Militärdienst studierte er an der Hebräischen Universität Jerusalem. Er erwarb den Bachelor- und den Mastergrad in Geographie und Jüdischer Geschichte. Im Jahr 1978 gründete er das religiöse College Midreschet Chevron in Kirjat Arba.The Jewish Community of Hebron: The Machpela Tomb: Historical Background, Facts and Justice
Höhlenexkursion in Hebron 1981 Eine nicht autorisierte Gruppe von Siedlern unter Leitung von Noam Arnon brach im September 1981 einen versiegelten Eingang der Höhle unter dem Heiligtum der Patriarchengräber in Hebron auf, während andere Siedler mit lauten Gebeten die Aufmerksamkeit der für die Moschee zuständigen jordanischen Waqf-Angestellten ablenkten. Arnon und seine Begleiter fanden die etwa sechs Meter lange Höhle fast bis zur Decke mit Erde gefüllt; auf der Oberfläche lagen unter anderem Knochen und Keramik. Vier Keramikgefäße wurden mitgenommen und ins Museum von Kirjat Arba gebracht. Im Oktober/November 1981 wurde dieselbe Höhle mehrmals von einer „‚formelleren‘ archäologischen Gruppe“ betreten, zu der neben Personal des Archäologischen Stabsoffiziers für Judäa und Samaria, israelischen Militärangehörigen und Repräsentanten des Waqf die Archäologen Zeev Yeivin und Doron Chen gehörten.Noam Arnon, David Ben-Shlomo, Hans Mommsen: Iron Age Pottery from the Cave of the Patriarchs at Hebron, 2020, S. 51. Die bei der illegitimen Höhlenexkursion entnommene Keramik der Eisenzeit IIB wurde 2020 wissenschaftlich untersucht und veröffentlicht.
Aktivismus in der Siedlerbewegung Arnons Unternehmen Midreschet Chevron bietet geführte Touren durch Hebron und Umgebung an, die Tausende von Israelis und Touristen mit dem Weltbild der Hebroner Siedler vertraut machen. Arnon, selbst Exkursionsleiter, führt Gruppen von Soldaten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte.
Noam Arnon war langjähriger Sprecher von Gusch Emunim.
Als das Bezirksgericht Jerusalem am 11. Juli 1985 drei lebenslängliche und zwölf langjährige Freiheitsstrafen gegen Mitglieder des Jüdischen Untergrunds (HaMachteret haJehudit) verhängte, erklärte Arnon, es sei sehr bedauerlich, dass das Gericht den Angeklagten nicht ermöglicht habe, ihre Motive zu erläutern. Dies sei ein Unrecht, das der Staat Israel nur durch Begnadigungen korrigieren könne. Anlässlich der vorzeitigen Entlassung der drei Haupttäter 1990 bezeichnete Arnon diese im israelischen Rundfunk als Helden.
Nach dem Terroranschlag Baruch Goldsteins im Heiligtum der Patriarchengräber (25. Februar 1994) erläuterte Arnon, der Mediziner Goldstein habe eine „mentale Krise“ erlebt, da er viele jüdische Opfer palästinensischer Anschläge versorgt habe.
Arnon ist ein Kritiker der Oslo-Friedensprozesses. Er lehnt 2025 die Zweistaatenlösung bzw. überhaupt die Kooperation des Staates Israel mit der Palästinensischen Autonomiebehörde ab und befürwortet stattdessen eine lokale palästinensische Selbstverwaltung in Hebron unter Leitung des Jabari-Clans („Emirat“).
Wissenschaftliche Beiträge Arnon verfasste zahlreiche Bücher und Broschüren zur Geschichte Hebrons, der Höhle Machpela und der besonderen Beziehung Abraham Isaak Kooks zu Hebron.
Arnon promovierte 2021 mit einer Arbeit über die Patriarchengräber in Hebron von den Anfängen bis in die Spätantike () bei Boaz Zissu (Bar-Ilan-Universität, Martin Szusz Department für Land-Israel-Studien und Archäologie).Bar-Ilan-Universität: מערת המכפלה : תולדות האתר מראשיתו עד שלהי העת העתיקה
Ehrungen An Jerusalemtag des Jahres 2009 wurde Arnon mit dem Moskovitz-Preis für Zionismus ausgezeichnet „dafür, dass er maßgeblich die Aufmerksamkeit von Juden aus ganz Israel und weltweit auf die Stadt der Patriarchen gelenkt hat und Hebron zu einem der zentralen Orte in Israel gemacht hat, an denen jüdisches Erbe gefeiert wird; außerdem für seine Dokumentation der jüdischen Geschichte Hebrons und für seine Führungsrolle bei der Wiederbelebung der jüdischen Siedlung in der Stadt.“
Veröffentlichungen (Auswahl) Hebron: Journey to our Roots. A Visitor’s Guide. 365 Israel, 2025, ISBN 978-1-957109-58-9. (mit Alexej Nikolajew, Lomonossow-Universität Moskau, Lev V. Eppelbaum, Universität Tel Aviv et al.): Investigation of Archeological Caves in Israel Using High-Frequency Impulse Electric Prospecting. In: Doklady Earth Sciences, November 2018, S. 1320–1323. (Die im Artikel beschriebene Prospektion befasst sich ausschließlich mit der Machpela-Höhle) (mit David Ben-Shlomo, Ariel University, und Hans Mommsen, Helmholtz-Institut, Universität Bonn): Iron Age Pottery from the Cave of the Patriarchs at Hebron, in: Israel Exploration Journal, Band 70, Nr. 1 (2020), S. 49–63. Hebron: Past, present and forever. Jewish Community of Hebron, Kirjat Arba ca. 1997.
Literatur Joseph Croitoru: Graben, um zu bleiben. In: FAZ, 17. August 2015.
Anmerkungen
Kategorie:Person im Nahostkonflikt Kategorie:Person (Westjordanland) Kategorie:Israeli Kategorie:Geboren 1954 Kategorie:Mann