mini|hochkant=1.4|Villa Rosental (2009) Die Villa Rosental (früher Villa Lustig) ist ein villenähnliches Gebäude in der Leipziger Nordwestvorstadt. Das Haus mit Garten und Nebengebäude steht unter Denkmalschutz.

Lage Die Villa Rosental steht auf einem 830 m² großen Grundstück mit der Adresse Humboldtstraße 1/Ecke Rosentalgasse im südöstlichen Teil des Waldstraßenviertels. Von hier bis zum namensgebenden Park sind es weniger als 200 Meter. Bis in die 1950er Jahre verlief zwischen dem Grundstück der Villa und der Rosentalgasse der Pleißemühlgraben. Es ist vorgesehen, den Pleißmühlgraben wieder zu öffnen und ihn im Zoo in die Parthe münden zu lassen.

Beschreibung mini|Teil des Frieses am Mezzanin (2009) Das zweigeschossige Gebäude mit Souterrain und Mezzanin-Geschoss im Stil der NeorenaissanceDenkmaltext steht auf einer Grundfläche von 22 × 17 Meter und ist direkt an das Nachbarhaus angeschlossen. Die Putzfassade trägt Fugenschnitt sowie an den Ecken und der Eingangsachse eine Eckquaderung. Die Fensterrahmungen mit Bedachung sind reich dekoriert. Unter dem breiten Hauptgesims zum flach geneigten Walmdach bilden zwischen den Fenstern des Mezzanins Sandsteinreliefs mit Festons ein friesartiges Band.

Die Schmalseite des Hauses zum ehemaligen Pleißemühlgraben hat im Erdgeschoss zwei kleine Erker. An der Rückseite führt aus einem schmalen Wintergarten, über dem sich ein Balkon befindet, eine Freitreppe in den Garten. Hier steht ein Nebengebäude von 13 × 7 Meter Grundfläche, das anfangs ein Pferdestall war und 1898 mit einer klassizistisch gestalteten Giebelseite und einer Loggia versehen wurde.Siehe Abbildungen 3 und 4 in

Geschichte

In den Jahren 1872/1873 ließ sich der Leipziger Kaufmann Israel Wilhelm Lustig nach Plänen des Architekten Bruno Grimm ein Wohnhaus errichten, die Villa Lustig. Im Erdgeschoss lagen die Repräsentationsräume, im Obergeschoss die Wohnräume und im Dachgeschoss die Dienstmädchenkammern. Im Souterrain waren die Küche, die Hausmeisterwohnung und eine zentrale Heizungsanlage untergebracht.

Israel Wilhelm Lustig starb 1879, und bis 1896 wurde das Anwesen von seiner Witwe als Eigentümerin bewohnt, teilweise mit Mietern.Leipziger Adressbücher (1885 Umnummerierung des Hauses von Nr. 16 auf Nr. 1 beachten) Unter den späteren Besitzern war Adolf Schroeder, Inhaber der Firma Sieler & Vogel, an den das „S“ über der Eingangszone erinnert, wo früher die Initialen „JWL“ des Erbauers standen.

Im Zweiten Weltkrieg vor Schäden verschont,Siehe dazu Karte in wurde die Villa 1946 enteignet, von mehreren Familien bewohnt und später eine Kinder- und Jugendbibliothek eingerichtet. In den 1980er und auch den 1990er Jahren verfiel das Gebäude mehr und mehr. 2000/2001 begann die Sanierung. Nach mehreren Besitzerwechseln wird das Haus von der Firma Villa Rosental bewirtschaftet, wo diese mit einem vielfältigen Freizeitangebot für Privat- und Geschäftskunden, mit einem Veranstaltungsservice, einer Tanzschule, einem Entspannungszentrum, einer Sprachschule und Raumvermietungen aufwartet.

2008 fanden die Dreharbeiten zum Film Lila, Lila unter anderem auch in der Villa Rosental statt.

Literatur Villa Rosental. In: Wolfgang Hocquél, Richard Hüttel: Die Villen des Leipziger Bürgertums. Passage Verlag, Leipzig 2024, ISBN 978-3-95415-157-8, S. 18/19.

Weblinks

Einzelnachweise

Rosental Kategorie:Erbaut 1873 Kategorie:Neorenaissancebauwerk in Leipzig Kategorie:Kulturdenkmal in Leipzig Kategorie:Waldstraßenviertel