Anita Daniel, auch Anita Joachim-Daniel, (geboren 21. Juni 1892Laut Phoebe Kornfeld (2025) im Jahr 1892, was auch zu dem Nachruf in der NYT passt. Laut Katja Behling/Thomas B. Schumann (2002) ist das Geburtsjahr durchaus unklar, auch 18931893 bei Daniel, Anita, University of Michigan, auch 13. November 1902 in Iași, Königreich Rumänien; gestorben 17. Juni 1978Anita Daniel, Nachruf in: The New York Times, 19. Juni 1978. Laut NYT gestorben im Alter von 85 Jahren, das Geburtsjahr wäre demnach 1892/93 in New York City) war eine rumänische Schriftstellerin, die vor den Nationalsozialisten aus Deutschland über die Schweiz in die Vereinigten Staaten floh.
Leben Anita Daniel war die Tochter einer großbürgerlichen rumänischen Familie und wuchs zweisprachig Französisch und Deutsch in Paris auf. Ihr Halbbruder Leon Daniel (1901–1974) gründete nach seiner Emigration in New York mit Celia Kutschuk und Alfred Eisenstaedt die Fotoagentur PIX. Sie heiratete 1921 in Baden den Physiker Hans Joachim (1891–)Die Mitglieder der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in den ersten 100 Jahren ihres Bestehens, bei DPG, PDF, die Ehe wurde 1925 geschieden. Sie ging nach Berlin und schrieb ab 1925 für den Ullstein-Verlag, insbesondere für die Zeitschriften Die Dame und Uhu. Bereits 1925 erzielte sie in Die Dame, einem der einflussreichsten Magazine der Weimarer Republik, erste publizistische Erfolge. Ihre dort veröffentlichten Feuilletons über die „moderne Frau“ zeichnete sie nur mit ihrem Vornamen Anita. Zu ihren Themen gehörten auch scheinbar beiläufige Gegenstände und Fragen des Alltagslebens, etwa Handtaschen, tätowierte Männer oder die Frage, ob man Briefe zerreißen solle. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 floh sie in die Schweiz, wo sie Mitarbeiterin der Basler National-Zeitung wurde. 1934 begleitete sie den Fotojournalisten Willem van de Poll auf einer Reise durch Island.
Sie emigrierte 1941 in die USA. Daniel schrieb dort Beiträge für das New York Times Magazine, für This Week, Vogue, The Christian Science Monitor, The American Mercury und über dreißig Jahre lang für die deutschsprachige jüdische Zeitung Aufbau. Beim Birkhäuser Verlag in der Schweiz veröffentlichte sie unter ihrem Vornamen Anita eine Serie von unterhaltsamen Reisebüchern. Ein wiederkehrendes Motiv ihrer Prosatexte war die Suche nach Leichtigkeit und alltäglichem Glück.
Schriften (Auswahl) Anita Joachim-Daniel: Ein bißchen Glück, ein bißchen Wärme, ein bißchen Lachen. Basel: Birkhäuser, 1942 Anita: Ich reise nach New York. Illustrationen J. M. Moll. Basel: Birkhäuser, 1950 Anita: I Am Going to Switzerland. New York: Howard-McCann, 1952 Anita: I Am Going to Italy. New York: Howard-McCann, 1955 Anita Daniel: The Story of Albert Schweitzer. New York: Random House, 1957 Anita: Ich reise nach Paris. Basel: Birkhäuser, 1959 Anita: Komm mit nach Paris - Ein amüsanter Führer. München: Goldmann Anita: Ferien in USA: Kleine Hinweise für die grosse Reise. Basel: Birkhäuser, 1962 Anita: Sehnsucht nach der Ferne. Basel: Birkhäuser, 1965 Anita: Ich reise nach London. Basel: Birkhäuser, 1967 Anita: Komm mit nach London - Ein amüsanter Führer. München: Goldmann, 1971 Anita: Ich reise nach Mexico. Basel: Birkhäuser, 1968 Anita: Gedanken über dies und jenes. Basel: Birkhäuser, 1971 Anita: Bon voyage! : Gedanken über Sinn und Unsinn des Reisens. Basel: Birkhäuser, 1972 Anita: Die Kunst zu tafeln. Bern: Benteli, 1978 Anita Daniel: Mondän ist nicht mehr modern: Feuilletons über die Mode, die Kunst und das Leben: Texte aus »Die Dame«, »Uhu«, »Aufbau« und Büchern. Hrsg. Katja Behling, Thomas B. Schumann. Hürth: Edition Memoria, 2021
Literatur
Julia Vaje: Joachim-Daniel, Anita, in: Kosch Lit. 20. Jh., Band 23, Sp. 419f. Katja Behling: Nachwort, in: Anita Daniel: Mondän ist nicht mehr modern..., 2021, S. 241–260 Erna Wendriner: Frauen, die wir täglich lesen. In: Das Leben, Leipzig, 9. Jg., Nr. 5 vom November 1931, S. 20–26
Weblinks
Phoebe Kornfeld: Anita Daniel Joachim (Jassy, Iaşi, Rumänien, 21. Juni 1892 – 17. Juni 1978, New York, NY), bei axelspringer-syndication, 03/2025 Anita and Leon Daniel Family Collection, Center for Jewish History
Einzelnachweise
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