Der Beobachtungswagen 02 war ein vierspännig gefahrenes Pferdefuhrwerk für die Artillerietruppe des Deutschen Kaiserreiches und wurde ab 1903 eingesetzt.
Entwicklung Mit der allgemeinen Kabinettsorder vom 18. Juni 1903 wurde der Beobachtungswagen 02 zusammen mit der 15-cm-schweren Feldhaubitze 02 offiziell in die Truppe eingeführt.
Produktion FirmaOrt Maschinenfabrik Dingler Zweibrücken
Technische Daten mini|Beobachtungsleiter 02 Der Beobachtungswagen 02 wurde nach dem Balanciersystem und besteht aus einer Protze und einem Hinterwagen. Beide konnten getrennt voneinander gefahren und eingesetzt werden. Auf der Protze konnten drei, auf dem Hinterwagen vier Soldaten Platz nehmen.
Die Protze besteht aus dem Protzgestell mit der stählernen Achse 96, zwei Holzspeichenrädern mit stählernen Naben und einer Breite von 70 mm, aus Stahlblech gepresste Protzarme und dem Protzhaken. Weiterhin gab es eine Deichselstütze, die Deichsel, den Hinterbracken mit Ortscheiten und einem Fußblech aus gepressten Stahlblech.
Der Protzkasten liegt auf zwei Füllstücken aus Holz. Diese ruhen auf den Protzarmen und auf den Kastenträgern. Der Kasten besteht aus einem Gerippe aus Holz und einer Verkleidung aus Stahlblech und verfügt vorn über drei Türen und hinten über einen Vorhang. Um den Fahrkomfort für die drei Soldaten vorn zu erhöhen, verfügt das Sitzbrett über Armlehnen an den Seiten und eine Lehnstütze aus Stahl. An diesem Lehnstück konnten die Tornister oder anderes Zubehör befestigt werden.
Im Protzkasten konnte in speziellen Halterungen ein Richtgerät, eine Bussole, ein Doppelfernrohr, Zubehör, Vorratssachen und Futtersäcke transportiert werden. Hinten im Protzkasten befinden sich Lager für Kabeltrommeln mit Handbremse, Kabelträger, Batterien und Lautsprecher. Die schweren und empfindlichen Batterien wurden im mittleren Fach transportiert, welches auf 16 Spiralfedern gelagert war. Unter dem Protzkasten gab es zwei Halterungen für eine Hacke 93 und ein Feldbeil.
Der Hinterwagen besteht ebenfalls aus der Achse 96 und den gleichen Holzspeichenrädern wie die Protze. Zusätzlich verfügt er über zwei Tragbäume, eine Zugvorrichtung mit einem kurzen Deichselstück, einer Protzöse, zwei Trägern für die beiden Wagenkästen, einer Deichselstützte und über eine Aufnahme für die dreiteilige, 138,2 kg schwere und sechs Meter hohe Beobachtungsleiter 02. Weiterhin gibt es unter den beiden Wagenkästen Halterungen für eine Hacke 93 und ein Feldbeil. Die Wagenkästen liegen auf zwei hölzernen Füllstücken der Tragbäume und bestehen aus einem hölzernen Gerippe mit einer Verkleidung aus dünnem Stahlblech. Auch hier gibt es vorne Türen und hinten Vorhänge.
Jeder Wagenkasten verfügt oben nach innen und außen über verbreiterte Sitzlehnen mit Rückenlehnen. Die Kästen bieten Platz für vier Besatzungsmitglieder. Neben der dreiteiligen Beobachtungsleiter 02 wurde auf dem Hinterwagen ein Scherenfernrohr mit Gestell, ein Lautsprecher und ein Batteriekasten mitgeführt.
Waren die Beobachtungswagen 02 in der ersten Fertigungsserie noch ungepanzert, erhielten spätere Serien eine leichte Panzerung aus Stahlblech.
Einsatz Hauptaufgabe des Beobachtungswagen 02 war der Transport des Beobachtungs- und Fernsprechgeräts bei den schweren Feldhaubitz-Batterien und den Stäben der Fußartillerie-Bataillone. Eine Feldhaubitzbatterie verfügte über je vier Feldhaubitzen und einen Beobachtungswagen 02.
Bis 1920 wurde das Fahrzeug in der Armee eingesetzt und danach offiziell aus dem Bestand des Heeres gestrichen.
Lackierung Die Beobachtungswagen 02 erhielten mit der Auslieferung eine feldgraue Lackierung.
Siehe auch Liste von bespannten Fahrzeugen des Deutschen Heeres im Kaiserreich
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Militärlogistik (Deutschland) Kategorie:Militärfahrzeug (Deutsches Kaiserreich) Kategorie:Militärisches Pferdefuhrwerk