Die Bornaische Straße (gesprochen: Borna:ische Straße) ist eine Hauptverkehrsstraße in Leipzig und Markkleeberg, die durch drei Ortsteile des Leipziger Stadtbezirks Süd und einen Ortsteil von Markkleeberg führt. Sie ist nach der Stadt Borna benannt, da sie in diese Richtung führt. Der Leipziger Teil der Straße hieß von 1950 bis 1991 Fritz-Austel-Straße, während der Teil in Markkleeberg auch zu dieser Zeit den Namen Bornaische Straße beibehielt. Lage und Verlauf Die Bornaische Straße beginnt am Connewitzer Kreuz, einer Kreuzung mit der Karl-Liebknecht-Straße, der Arno-Nitzsche-Straße, der Wolfgang-Heinze-Straße und der Kochstraße. Sie führt circa 4,8 km nach Südengemessen mit Google Maps und endet kurz vor dem Markkleeberger See an einer Kreuzung mit der Franz-Etzold- und der Auenhainer Straße. Dabei durchquert sie die Leipziger Ortsteile Connewitz, Lößnig und Dölitz-Dösen sowie den Markkleeberger Ortsteil Markkleeberg-Ost. Zwischen Seenallee und Wachauer Straße in Markkleeberg fungiert die Bornaische Straße als Sächsische Staatsstraße 46.

Die Bornaische Straße folgt teilweise einer sehr alten Wegeführung. Schon deshalb ist sie nicht schnurgerade. Das ist insbesondere im Bereich der Ortslage Dölitz auch heute noch gut zu erkennen.

Der Abschnitt in Connewitz ist rund 1400 m lang, der in Lößnig rund 600 m, der in Dösen-Dölitz rund 1500 m und der in Markkleeberg rund 1300 m.

Geschichte Historisch war die Bornaische Straße von Leipzig nach Borna Teil der alten Handelsstraße „Via Imperii“, die bereits 1284 in einer Urkunde Rudolfs von Habsburg erwähnt wird. Der Ausbau zur Chaussee im Jahre 1770 bedeutete, dass die Bornaische Straße als Sand- und Kiesdamm ohne Unterbau angelegt wurde, der mit Handwalzen befestigt wurde. 1817 wurde sie nach dem Bau einer neuen überregionalen Straße von Probstheida über Wachau und Magdeborn nach Borna zum Vicinalweg herabgestuft. Sie wurde Eigentum der an ihr liegenden Dörfer und diente bereits vor der Eingemeindung nach Leipzig (1891) als Verbindung der vier Dörfer Dösen, Dölitz, Lößnig und Connewitz.

Ab dem 26. Oktober 1898 wurde die Bornaische Straße schrittweise auch zu einer Straßenbahntrasse. Zunächst fuhr die Straßenbahn vom Connewitzer Kreuz bis zur Meusdorfer Straße, ab dem 30. November 1899 bis Lößnig, ab 1900 bis zum Straßenbahndepot Dölitz und ab dem 1. April 1924 bis Markkleeberg-Ost. In der DDR-Zeit wurde die Straßenverbindung nach Borna kurz hinter Markkleeberg-Ost durch den Braunkohle-Tagebau Espenhain unterbrochen. Durch Flutung des Tagebaurestloches von 1999 bis 2006 entstand der Markkleeberger See.

Bebauung und Ortscharakter In Connewitz Vom Connewitzer Kreuz aus verläuft die Bornaische Straße zunächst in südöstlicher Richtung, um dann in einem langgestreckten Bogen in südliche Richtung einzuschwenken. Sie wird auf beiden Seiten von einer Blockrandbebauung begleitet, die überwiegend in den Jahren der Gründerzeit entstand. Auf Höhe der Hausnummer 3c ist eine Handschwengelpumpe aus jener Zeit erhalten und steht unter Denkmalschutz.

Lücken wurden nach 1990 mit Neubauten gefüllt. Die Häuser dienen in erster Linie dem Wohnen, wobei die Bornaische Straße auf den ersten 500 Metern vom Connewitzer Kreuz außerdem als Geschäftsstraße charakterisiert wirdSiehe Darstellung Connewitzer Kreuz / Bornaische Straße in: . 2017 wird konstatiert, dass sich in vielen Ladenlokalen inzwischen Imbisse und Restaurants angesiedelt haben, so dass sich Gastronomie und Handel nunmehr in etwa die Waage halten. Wo sich im 19. Jahrhundert noch der Pappelteich am aufgestauten Trenkengraben befand, ist jetzt ein kleiner öffentlicher Park. Auch ein Seniorenheim und die Louise-Otto-Peters-Schule (ein Gymnasium) liegen direkt an der Bornaischen Straße.

Diese führt schließlich über die Bornaische Brücke aus Connewitz hinaus und erreicht Lößnig. Die Bahnanlagen unter der Brücke bilden die Grenze zwischen den Ortsteilen. Noch auf der Connewitzer Seite befindet sich direkt neben der Straße eine Wendeschleife der Straßenbahn mit Zugang zum Bahnhof Connewitz.

In Lößnig Die Ortslage Lößnig liegt deutlich tiefer, so dass die Straße, aus Connewitz kommend, nach der Brücke auf einer langen Rampe nach unten führt. Auf der östlichen Seite liegt der grüne Rembrandt-Platz mit dem Österreicher-Denkmal, das an die Völkerschlacht erinnert, während auf der westlichen Seite ein Kraftwerkstandort der Stadtwerke zu finden ist. Wo sich früher einmal ein Kohlekraftwerk befand, wurde von den Leipziger Stadtwerken Anfang der 2020er Jahre ein neues Heizkraftwerk errichtet. Der Wärmespeicher ist mit einer Höhe von 60 Metern und einem Durchmesser von 30 Metern ein sehr dominantes Bauwerk. Um die Abwärme zu nutzen, ist der Bau eines Hallenbades geplant.

An der Kreuzung mit der Siegfriedstraße und der Raschwitzer Straße, im Volksmund auf einen ehemaligen Gasthof Zum gokdenen Stern zurückgehend „Am Stern“ genannt, liegt auf der westlichen Seite etwas versteckt die Gethsemane-Kirche und erinnert an den Standort des früheren Dorfes Lößnig. Der „Stern“ ist heute eine Geschäftslage mit einem Rewe-Markt, einigen weiteren Geschäften und Gastronomiebetrieben.Siehe Darstellung Bornaische Straße / Siegfriedstraße in: Ansonsten wird die Bornaische Straße in Lößnig durch mehrgeschossige Wohnsiedlungen aus verschiedenen Phasen des 20. Jahrhunderts geprägt. Zudem waren die Dörfer des „Leipziger Pleißelands“ (Sammelbegriff für Connewitz, Lößnig und Dölitz-Dösen) bei wohlhabenden Leipziger Bürgern beliebt, die hier seit dem 18. Jahrhundert repräsentative Landsitze errichteten. Beispielsweise führt die Bornaische Straße am ehemaligen Limburger Park vorbei, der im Nordteil bebaut und im Südteil als Privatgrundstück für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist.

In Dölitz Der Übergang nach Dölitz erfolgt unmerklich, nur an dem kurvigen Verlauf der Bornaischen Straße wird deutlich, dass sich hier eine alte Ortslage befindet. Mehrgeschossige Bebauung aus der Gründerzeit mischt sich mit Häusern im kleineren Format, an denen die dörfliche Geschichte mit Nutzungen wie Schmiede oder Gasthof ablesbar ist. Viele Häuser stehen unter Denkmalschutz, einige harren noch ihrer Sanierung. Auffällig ist die Hausnummer 172a, wo die historische Fassade des Saales des ehemaligen Gasthofs Zum Reiter in einen modernen Neubau integriert wurde.

Kurz vor dem Ende des Leipziger Stadtgebietes ist die Bebauung auf beiden Seiten sehr großformatig: auf der östlichen Seite der Komplex des 2016 modernisierten Straßenbahnhofes Dölitz, auf der westlichen Seite das frühere Agra-Ausstellungsgelände, heute genutzt für Veranstaltungen unterschiedlicher Art, zum Beispiel für das alljährliche Wave-Gotik-Treffen.

In Markkleeberg-Ost An der Grenze zwischen Leipzig und Markkleeberg, die durch Ortseingangs- und -ausgangsschilder gut zu erkennen ist, ändert sich der Straßenquerschnitt. Die vorher zweigleisige Straßenbahntrasse wird eingleisig (ebenso wechselt die Tarifzone des Nahverkehrs). In Markkleeberg-Ost steht ein denkmalgeschützter Ganzmeilenstein an der Straße, der eine Entfernung von 1,00 Meilen1 sächsische Meile entspricht 7,5 Kilometern. nach Leipzig und von 1,28 Meilen nach Rötha anzeigt.

Die Bebauung ist aufgelockert, changiert zwischen Einfamilienhäusern und freistehenden mehrstöckigen Gründerzeithäusern. Nach etwa einem Kilometer wird die Endstelle der Straßenbahn auf dem Schillerplatz (neben der Bornaischen Straße) erreicht. Westlich neben der Straße befand sich das Dorf Markkleeberg, was an der Bausubstanz durchaus noch zu erkennen ist.

Die Hauptverkehrsführung erfolgt kurz 100 Meter vor dem Ende der Bornaischen Straße nach Osten in die Wachauer Straße. Seit der Schaffung des Markkleeberger Sees endet die eigentliche Bornaische Straße an einer Terrasse mit Blick über den See und Zugang zur Seepromenade. Öffentlicher Nahverkehr Auf der Bornaischen Straße verkehren die Straßenbahnlinien 11 auf ganzer Länge und die 9 im nördlichen Teil. Die Endhaltestelle Markkleeberg-Ost befindet sich am Schillerplatz kurz vor dem südlichen Ende der Bornaischen Straße. Im ganzen Verlauf der Bornaischen Straße gibt es noch neun weitere Straßenbahnhaltestellen. Eine Verknüpfung mit der S-Bahn Mitteldeutschland und der Buslinie 79 ist an der Straßenbahnhaltestelle S-Bf. Connewitz / Klemmstraße mit dem Bahnhof Leipzig-Connewitz gegeben.

Der Markkleeberger See ist fußläufig von der Endstelle der Straßenbahn zu erreichen. Noch dichter an den See heran fährt die Buslinie 106. Hausnummern und Postleitzahlen Die Nummerierung der Hausnummern beginnt am Connewitzer Kreuz mit den ungeraden Zahlen auf der östlichen und den geraden Zahlen auf der westlichen Straßenseite. Die höchste gerade Hausnummer ist die 210 für das Agra-Gelände und die höchste ungerade die 257a für das letzte Haus vor der Stadtgrenze zwischen Leipzig und Markkleeberg. Die Straße geht an dieser Stelle einfach weiter, aber die Nummerierung beginnt auf Markkleeberger Gebiet wieder von vorn. Die höchste Hausnummer auf Markkleeberger Gebiet ist die 122.

Die Postleitzahl lautet im Connewitzer Straßenabschnitt 04277, in den Ortsteilen Lößnig und Dölitz-Dösen 04279 und im Markkleeberger Straßenabschnitt 04416.

Sonstiges Bornaische Straße 31 im Ortsteil Connewitz: hierher zog Gerd Harry Lybke 1985 mit seiner Galerie Eigen + Art. Stasi-Mitarbeiter zählten stets zum Publikum. Mitte der 1980er Jahre entdeckte Lybke den später weltweit bekannten Neo Rauch. mini|x270px|Apelstein Nr. 34 (2016)

An der Bornaischen Straße stehen zwei Apelsteine, welche die Standorte von Truppen während der Völkerschlacht markieren. Gleich am Anfang von Lößnig am Abzweig der Liechtensteinstraße nach der Eisenbahnbrücke befindet sich der Apelstein Nr. 33 mit den Inschriften PONIATOWSKI, AUGEREAU|VIII. u. IX. CORPS;|OUDINOT|III. u. IV DIVISION D. JUNG. GARDE,|30000 M auf der Vorderseite und SCHLACHT BEI LEIPZIG,|18. OKTOBER 1813 auf der Rückseite Der Apelstein Nr. 34 steht in Dölitz an der Einmündung der Leinestraße bei der Hausnummer 215 und trägt die Inschriften Erbprinz von Hessen-Homburg später General von Nostiz I. Colonne 50000 Mann. und Schlacht bei Leipzig 18. October 1813. Bornaische Straße 35 (Markkleeberg): Sitz des Verlages von Karl Rauch. Hier besuchte ihn der bekannte französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry im Frühjahr 1939, wobei auch die Herausgabe der deutschen Übersetzung von Wind, Sand und Sterne besprochen wurde.Sabine Knopf: Wo Hitler König ist, ist für mich kein Platz. Ein Deutschlandbesuch Antoine de Saint-Exupérys im Jahr 1939. In Leipziger Blätter, Heft 60, 2012, ISSN 0232-7244, S. 67–69.

Siehe auch An der Bornaischen Straße befinden sich zahlreiche Baudenkmale, im Einzelnen aufgelistet auf folgenden Seiten: Liste der Kulturdenkmale in Connewitz, A–K Liste der Kulturdenkmale in Lößnig Liste der Kulturdenkmale in Dölitz-Dösen Liste der Kulturdenkmale in Markkleeberg

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Innerortsstraße in Leipzig Kategorie:Staatsstraße in Sachsen Kategorie:Straße in Europa Kategorie:Markkleeberg Kategorie:Connewitz Kategorie:Lößnig Kategorie:Dölitz-Dösen