Rai Bahadur Ranada Prasad Saha (R. P. Saha, , ; geb. 15. November 1896 in Sabhar, Britisch-Indien; get. Mai 1971) war ein bengalischer Geschäftsmann, Unternehmer, Soldat, Philanthrop und Sozialarbeiter.Muhammad Lutful Huq: Kap. Saha, Ranada Prasad. In: Sirajul Islam, Ahmed A. Jamal: Banglapedia: National Encyclopedia of Bangladesh. Saha, Ranada Prasad Asiatic Society of Bangladesh 2012. Er gründete Bildungseinrichtungen wie Bharateswari Homes, Kumudini College, Kumudini Hospital und Debendra College. Am 7. Mai 1971 entführten Kollaborateure der pakistanischen Armee Saha und seinen Sohn Bhavani Prasad Saha aus Mirzapur. Bis heute wurde ihr Verbleib nie geklärt.
Leben Jugend Shaha wurde am 15. November 1896 geboren. Debendranath Podder, Shahas Vater, stammte aus Mirzapur im Unterbezirk Tangail des Distrikts Maimansingh. Shaha kam im Haus seines Onkels mütterlicherseits in Kachhur in Sabhar, nahe Dhaka, zur Welt. Im Alter von sieben Jahren verlor er seine Mutter, Kumudini Devi, die während einer Geburt an Tetanus starb. Mit sechzehn Jahren floh er nach Kolkata und arbeitete zunächst als Kantinenjunge und Straßenhändler.
Karriere Shaha trat als Sanitäter dem Bengal Ambulance Corps (Bengalisches Sanitätskorps) bei und nahm am Ersten Weltkrieg teil. 1915 verließ er Kolkata und ging nach Mesopotamien. Für seine herausragenden Leistungen erhielt er von König Georg V. eine Medaille und eine Auszeichnung. Später wurde er als Offizier im Auftrag des Vizekönigs im 49 Bengal Regiment (49. Bengalisches Regiment) eingesetzt. Als Kriegsveteran fand er eine Anstellung bei der Indischen Eisenbahn (Indian Railway Department). Er wurde dafür geehrt, britische Offiziere aus einem Feuer gerettet zu haben. Nach etwa fünf Jahren Dienstzeit schied Shaha aus der Armee aus und arbeitete bis 1931 als Fahrkartenkontrolleur bei der British railway (Britische Eisenbahn).
1932 begann er sein Kohlegeschäft. Später erwarb er eine Handelsvertretung für Kohle in Kolata. Innerhalb von vier Jahren etablierte er sich als angesehener Kohlehändler in Kolkata. Er diversifizierte sein Geschäft in verschiedene Sektoren, darunter Passagierschifffahrt, Binnenschifffahrt, Werftbetrieb, Getreidehandel und Jute. Er kaufte ein Schiff namens „Bengal River“. Er wurde zum Agenten für den Getreideankauf im Auftrag der Regierung ernannt. Er erwarb drei Magazine in Narayanganj, Mymensingh und Comilla und besaß die George Anderson Company in Narayanganj, die Juteballen herstellte.
Philanthropie 1938 gründete Shaha in seinem Heimatdorf Mirzapur am Fluss Lauhajang ein karitatives Krankenhaus. Am 27. Juli 1944 wurde das Krankenhaus mit 20 Betten von Richard Casey, Baron Casey, dem damaligen Gouverneur von Bengalen, eröffnet.Hena Sultana: Kap. Kumudini Hospital In: Sirajul Islam, Ahmed A. Jamal: Banglapedia: National Encyclopedia of Bangladesh. Kumudini Hospital Asiatic Society of Bangladesh 2012. Saha benannte es nach seiner Mutter Kumudini, deren Leid aufgrund mangelnder medizinischer Versorgung ihn dazu inspirierte, ein Krankenhaus für die Armen zu gründen, damit die Menschen, insbesondere Frauen, nicht so leiden müssten wie seine Mutter. Während der Hungersnot von 1943/44 unterhielt er 275 Suppenküchen, um acht Monate lang Hungernde zu ernähren. Im Jahr 2010 verfügte das Krankenhaus über 750 Betten und versorgte weiterhin die Armen mit kostenlosen Betten, Mahlzeiten und Behandlungen. Für chirurgische Eingriffe wurden lediglich geringe Gebühren erhoben. Bei Überschwemmungen ließ Ranadaprasad die Ärzte die Patienten in den oberen Stockwerken behandeln. Anders als viele Krankenhäuser kümmerte er sich nicht um die Sterblichkeitsrate und sorgte dafür, dass niemand abgewiesen wurde. Die Geburtsstation des Dhaka Combined Military Hospital wurde mit seiner finanziellen Unterstützung errichtet.
Um die Mädchenbildung zu fördern, gründete er 1942 in Mirzapur ein Internat und benannte es nach seiner Großmutter Bharateswari Devi, Bharateswari Bidyapith. 1945 wurde die Einrichtung in „Bharateswari Homes“ umbenannt. Sie verfügte 2010 über 1200 Plätze und ist bekannt dafür, vielseitig gebildete und sozial verantwortungsbewusste Schülerinnen hervorzubringen, die in ihren jeweiligen Berufsfeldern herausragende Leistungen erbracht haben. 1943 gründete er das Kumudini College in Tangail und 1944 das Debendra College im Distrikt Manikganj, um seiner Mutter bzw. seinem Vater zu gedenken. Außerdem gründete er die Mirzapur Pilot Boys’ School, die Mirzapur Pilot Girls’ School und das Mirzapur Degree College.
1947 übertrug Saha all seine Unternehmen in einen Trust namens Kumudini Welfare Trust (KWT). Die Erträge aus den einkommensgenerierenden Aktivitäten, wie beispielsweise einer Juteballenpresse und einem Flusstransportunternehmen, wurden für die Finanzierung wohltätiger Zwecke verwendet.
Das volle Ausmaß seiner philanthropischen Aktivitäten ist selbst seiner Familie nicht bekannt. 1944 spendete er 250.000 BDT an das Rote Kreuz. Seine Familie erfuhr oft erst davon, wenn sie Briefe oder Anrufe von Organisationen erhielt, die sie über größere Spenden oder seine Unterstützung informierten.
Tod Im April 1971, während des Befreiungskrieges von Bangladesch, wurde Ranada Prasad Saha trotz guter Beziehungen zu den pakistanischen Behörden sowie allen vorherigen und nachfolgenden Regierungen zusammen mit seinem 26-jährigen Sohn Bhavani Prasad Saha von der pakistanischen Besatzungsarmee festgenommen. Sie kehrten nach etwa einer Woche nach Hause zurück, wurden aber einen Tag später, am 7. Mai, erneut festgenommen. Danach fehlte jede Spur von ihnen. Sahas Schwiegertochter Srimati Saha war im Alter von 20 Jahren, vier Jahre nach ihrer Heirat, verwitwet. Ihr einziges Kind, Sohn Rajiv, war zu diesem Zeitpunkt drei Jahre alt. Der Tod von Ranada Prasad Saha blieb ein Rätsel, da weder seine Leiche noch die seines Sohnes gefunden wurde.
Ehrungen In Anerkennung seiner humanitären Arbeit verlieh die britische Regierung Saha den Titel Rai Bahadur. 1978 wurde ihm posthum von der Regierung von Bangladesch der Shadhinata Padak (Unabhängigkeitspreis) als Anerkennung seiner sozialen Verdienste verliehen.
60px Shadhinata Padak : 60px British War Medal
Einzelnachweise
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