mini|Lok 2 mit Zug

Die Höhlenbahn Postojna, zeitgenössisch auch Grottenbahn, ist eine Schmalspurbahn, die die Höhlen von Postojna touristisch erschließt.

Technische Parameter mini|Fahrt mit dem Zug

Die Höhle von Postojna ist ein 24 km langes Höhlensystem. Die größten Hohlräume des Systems liegen mehrere Kilometer vom Eingang entfernt, im Berginnern. Lange fehlte eine passende Lösung, um Besuchern den anspruchsvollen und langen Weg in die Höhle bequem zu ermöglichen. Als das technisch möglich war, entstand dafür eine Schmalspurbahn. Dies war bauökonomisch vertretbar, da der Boden auf den ersten Kilometern der Höhle nahezu waagrecht verläuft.

Die Spurweite betrug von Anfang an 620 mm (2 Fuß), die Strecke ist heute zweigleisig und ca. 2 × 2,5 km lang, verläuft komplett unterirdisch und wird mit Akkumulatorlokomotiven betrieben.Hans Schweers (Hg.): Eisenbahnatlas Italien und Slowenien / Atlante ferroviario d’Italia e Slovenia. Schweers + Wall, Köln 2010. ISBN 978-3-89494-129-1, S. 28, A2.

Geschichte Die Tropfsteinhöhle von Postojna (damals: Adelsberger Grotte) wurde für den Besucherverkehr 1819 geöffnet. Der lange Zuweg in die Höhle war ein Problem. Anlässlich eines Besuchs von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth von Österreich wurden drei Tragsessel für die Kaiserin und ihre beiden Hofdamen beschafftKurze Geschichte (Weblinks). – die sportliche Kaiserin verzichtete allerdings darauf, dieses Transportmittel zu nutzen.Čuk, S. 44.

Infrastruktur mini|Abfahrtsbahnsteig am Höhleneingang mini|Handgeschobener „Phaeton“, vor 1914

Am 16. Juni 1872 wurde nach drei Monaten Bauzeit die weltweit erste Bahnstrecke in einer Tropfsteinhöhle in Betrieb genommen. Sie war 1534 m lang.Čuk, S. 44, nennt eine Länge von 2260 m. Die Vereinigte Laibacher Zeitung erwähnte für die Grottenbahn eine Länge von 800 Klaftern – entsprechend 1517 m. Es gab dafür zwei Wagen, „Phaeton“ genannt, die von den Höhlenführern geschoben wurden und in denen je vier Besucher sitzen konnten. Dieses System hatte eine sehr beschränkte Kapazität.

Erst 1923 wurde die Strecke renoviert und ging verlängert 1924 in Betrieb. Sie war aber weiterhin nur eingleisig und hatte zwei Ausweichen.Čuk, S. 46. So konnten immer nur drei Züge gleichzeitig verkehren, was die Kapazität der Bahn auf 2100 Besucher täglich beschränkte. Die Nachfrage war jedoch in Spitzenzeiten erheblich höher. Im Jahr 1925 berichtete die Villacher Zeitung über prähistorische Funde, die beim Bau einer Grottenbahn entdeckt worden waren.

Zwischen 1964 und 1967 wurde die Anlage daher zu einem Gleisring erweitert, dessen mittleres Teilstück als zweigleisige Bahnstrecke mit Richtungsbetrieb geführt ist. 1964 wurde zunächst die Schleife am Zugang in Betrieb genommen, während die Strecke im Höhleninnern noch in einem Kopfbahnhof endete. 1967 wurde der ebenfalls durch eine Schleife ersetzt. Zu der gehörte auch ein 422 m langer Tunnel, um die Schleife im Berginnern aufzunehmen. Um die äußere Schleife zu ermöglichen, war unter anderem eine 19 m lange Brücke in der „Kleinen Höhle“ erforderlich. Im Winter 1969/70 wurde eine neue Abstellanlage in den Berg gebrochen, 1979 erhielten Ein- und Ausstiegsbahnsteig getrennte Anlagen. Im April 2015 wurde der Bereich des Einstiegsbahnsteigs – er befindet sich im Kellergeschoss des historischen Zugangsgebäudes – erneuert.

Fahrzeuge mini|Zug mit Benzinlokomotive

Eine erste Benzinlokomotive ging 1924 in Betrieb. Das war schon früher geplant worden, scheiterte aber am Ausbruch des Ersten Weltkriegs.Čuk, S. 44. Diese erste Lokomotive war die Montania 803, eine Grubenbahnlokomotive, deren Zug jetzt immerhin 20 Passagiere fasste. Sie steht heute im Notranjski muzej Postojna (Innerkrainer Museum), dem Regionalmuseum in Postojna. Die Zahl der Besucher stieg ständig weiter. Daher kaufte die Verwaltung kurz darauf eine zweite Benzinlokomotive, Montania S 10 Nr. 2044Bei Čuk, S. 46, wird „Montania S-10 Nr. 2004“ angegeben. die 25 Wagen mit je 6 Sitzen ziehen konnte, sodass 150 Besucher gleichzeitig in die Höhle fahren konnten. Sie war bis 1957 in Betrieb und ist im Eingangsbereich der Höhle von Postojna ausgestellt. Schon 1926 wurde eine dritte Benzinlokomotive angeschafft, um den Besucheransturm zu bewältigen, die Lokomotive CEMSA 20 G Nr. 20-779.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Benzinlokomotiven verschlissen. Deren Abgase und Lärm waren problematisch. So wurden 1956 zwei Akkumulatorlokomotiven beschafft und ab 1957 eingesetzt. Da sie sich als zuverlässig erwiesen, wurden weitere hinzugekauft. Letztendlich umfasste der Bestand zwölf Lokomotiven. Die letzten zwei wurden 1988 gekauft. 2013 wurde in die Lokomotive Nr. 3 ein Asynchronmotor eingebaut, der als Bremse eingesetzt die Batterie auflädt. Heute verkehren 10 Akku-Lokomotiven und es gibt sechs Zuggarnituren.

Literatur Alenka Čuk: Höhle von Postojna. Postojnska jama, Postojna 2023. ISBN 978-961-6466-41-7

Weblinks

Kurze Geschichte des Höhlenzugs auf Park Postojnska Jama.

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Bahnstrecke in Slowenien Kategorie:Gemeinde Postojna Kategorie:Spurweite 620 mm Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video