Primate ist ein US-amerikanischer Tierhorrorfilm aus dem Jahr 2025 mit Johnny Sequoyah, Jessica Alexander und Troy Kotsur. Regie führte Johannes Roberts, der gemeinsam mit Ernest Riera das Drehbuch schrieb.
Handlung Auf Hawaii wird Tierarzt Doug Lambert in einem Gehege von einem Schimpansen angegriffen und getötet. 36 Stunden zuvor landen die Studentin Lucy, deren Freundin Kate sowie Hannah am Flughafen, wo sie von Kates Bruder Nick abgeholt werden. Lucy kehrt vom College heim zu ihrer Familie, zu der neben ihrer jüngeren Schwester Erin auch der Schimpanse Ben gehört. Ihr Vater Adam, ein Schriftsteller, ist taub und kommuniziert daher in Gebärdensprache. Lucys Mutter, eine Linguistikprofessorin, starb vor einem Jahr an Krebs. Von ihr hatte Ben gelernt, mithilfe eines Tablets mit Menschen zu kommunizieren.
Am Abend findet Adam eine tote Manguste in Bens Gehege und entdeckt, dass Ben von dieser gebissen wurde. Die Manguste möchte er von Lambert testen lassen. Außerdem bittet er Lambert, nach Ben zu sehen, bevor er zu einer Buchsignierung aufbricht. Später tötet Ben Lambert und entkommt seinem Gehege. Nachdem das Tier aggressiv wird und auf die Freunde losgeht, versuchen sie, ihn mit einem Seil zu fesseln. Das löst einen Wutausbruch aus und Ben beißt Erin ins Bein. In Panik springen alle in den Swimmingpool, weil Ben nicht schwimmen kann.
Beim Versuch, Ben über die Klippe zu stürzen, stürzt Nick selbst in den Tod. Zwischenzeitlich erhält Adam eine elektronische Nachricht vom Labor, dass die Manguste positiv auf Tollwut getestet wurde. Adam vermutet, dass es sich um einen Fehler handelt, weil es keine Tollwut auf Hawaii gibt. Kate und Lucy machen sich auf die Suche nach einem Smartphone im Wohnzimmer, dabei wird Kate von Ben mit einem Stein erschlagen.
Im Flugzeug hatten die drei Mädchen Drew und Brad kennengelernt. Die beiden waren zuvor von ihnen in Lucys Haus eingeladen worden und tauchen dort ahnungslos auf. Ben stellt Drew in Lucys Schlafzimmer und tötet ihn. Brad wird von Ben mit einer Schaufel erschlagen. Hannah schleicht sich ins Haus, holt ein Smartphone und einen Autoschlüssel und rennt hinaus, steigt aber versehentlich in das falsche Auto. Verzweifelt fleht sie die Notrufzentrale an, den Schimpansen zu erschießen, wird aber von Ben, der den richtigen Schlüsselanhänger findet und damit das Auto öffnet, zu Tode gebissen.
Mittlerweile ist Adam wieder heimgekehrt. Nach einem Kampf sticht er mit einer zerbrochenen Weinflasche auf Ben ein. Im Glauben, Ben getötet zu haben, umarmen sich Adam, Lucy und Erin, als Ben Lucy angreift und beide vom Balkon stürzen. Adam kann Lucy hochziehen, während Ben abstürzt und von einem abgebrochenen Holzstück aufgespießt wird. Polizei und Ärzte, die Hannahs Anruf zurückverfolgt haben, treffen ein und Erin wird ins Krankenhaus gebracht. Lucy erschrickt, als ein Polizist, der Bens Tablet als Beweismittel sicherstellt, versehentlich die Phrase „Lucy böse“ abspielt.
Synchronisation Die deutsche Synchronisation übernahm die RC Production. Das Dialogbuch schrieb Tobias Neumann, die Dialogregie führte Solveig Duda.
Rolle Darsteller Synchronsprecher Brad Tienne Simon David Kunze Dr. Doug Lambert Rob Delaney Bernd Egger Drew Charlie Mann Linus Drews Erin Pinborough Gia Hunter Emilia Raschewski Hannah Jessica Alexander Janin Stenzel Kate Victoria Wyant Marie Hinze Lucy Pinborough Johnny Sequoyah Olivia Büschken Nick Benjamin Cheng Nicolas Rathod Tablet-Stimme N. N. Dirk Talaga
Produktion und Hintergrund Der Film wurde von 18hz Productions produziert, als Produzenten fungierten Walter Hamada, John Hodges und Bradley Pilz. Den Vertrieb übernahm Paramount Pictures.
Die Dreharbeiten fanden vom 16. September bis zum 4. November 2024 statt. Gedreht wurde in England und Portugal. Die Innenaufnahmen entstanden großteils im Studio in London und die Außenaufnahmen auf Madeira an der Penha de Águia, in Porto Moniz und am Faial Beach. Das Budget betrug geschätzt 21 Millionen US-Dollar.
Die Kamera führte Stephen Murphy, die Musik schrieb Adrian Johnston und die Montage verantwortete Peter Gvozdas. Das Szenenbild gestaltete Simon Bowles und das Kostümbild Verity Hawkes. Regisseur Johannes Roberts hatte zuvor unter anderem den Tierhorrorfilm 47 Meters Down (2016) sowie die Fortsetzung 47 Meters Down: Uncaged (2019) realisiert.
Der Affe Ben wurde von Animatronik, Puppenkünstlern und Schauspieler Miguel Torres Umba zum Leben erweckt.
Veröffentlichung Premiere war am 18. September 2025 als Eröffnungsfilm des Fantastic Fest in Austin, Texas.
In den USA kam der Film am 9. Januar 2026 in die Kinos. Der deutsche Kinostart war ursprünglich für den 22. Januar 2026 vorgesehen und wurde auf den 29. Januar 2026 verschoben. Als Video-on-Demand erschien der Film am 10. Februar 2026. Auf Blu-ray Disc wurde die Produktion am 8. Mai 2026 veröffentlicht. Am 29. August 2026 wurde der Film in das Abo-Angebot von Paramount+ aufgenommen.
Rezeption
Am 10. Januar 2026 waren 78 der 101 bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken positiv. Bei Metacritic erhielt der Film am 10. Januar 2026 einen Metascore von 61 von 100 möglichen Punkten, der auf 17 Rezensionen basierte.
Kamil Moll vergab auf filmstarts.de vier von fünf Sternen, so reduziert die Prämisse sei, so gnadenlos effektiv sei die Umsetzung. Regisseur Johannes Roberts beweise erneut sein Gespür für minimalistisches Erzählen und maximalen Effekt.
moviejones.de vergab 2,5 von 5 Punkten, der Streifen sei zeitweise unterhaltsam. Mehr als drei, vier gute Kills und kurze Spannungsmomente, aus denen nicht viel gemacht wird, sollten aber nicht erwartet werden. Die Charaktere hätten keine Persönlichkeit und irgendetwas ansatzweise Komplexes suche man vergebens.
Oliver Armknecht bewertete die Produktion auf film-rezensionen.de mit sechs von zehn Punkten. Insgesamt funktioniere der überraschend brutale Horrorfilm, zeige aber inhaltlich und inszenatorisch wenig Ambition. Die Figuren seien furchtbar, der Ablauf zu vorhersehbar.
Dani Maurer (vier von sechs Sterne) urteile auf outnow.ch, dass Zuschauer mit etwas Sitzfleisch für den Anfang mit einer zweiten Hälfte belohnt würden, die es in sich habe. Ausnahmslos jede Sequenz mit dem Affen sei sehenswert und unangenehm, während die Intensität und der Horrorpegel stetig nach oben getrieben würden. Das ergebe schlussendlich einen gelungenen Tierhorrorfilm, der liefere, was er verspreche, sich aber damit etwas Zeit lasse.
Antje Wessels bezeichnete die Produktion als widersprüchlichen, aber bemerkenswerten Genrebeitrag. Deutlich roher und brutaler als der übliche Studiohorror, zugleich jedoch zu kontrolliert, um sein volles B-Movie-Potenzial auszuschöpfen.
filmfutter.com (3,5 von 5 Sterne) meinte, dass Roberts sicher keinen sehr innovativen oder tiefgründigen Genrebeitrag erschaffen habe, aber dafür einen straffen Crowd-Pleaser, der seine Zielgruppe bestens verstehe und diese kompetent unterhalte. Der Streifen sei ein unmissverständlicher B-Film, an dem kein Gramm Fett sitze und der genau deshalb wunderbar als kurzweiliger Kinoschocker funktioniere.
Weblinks
Primate auf paramount.de
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2025 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Tierhorrorfilm Kategorie:Affe im Film Kategorie:Tollwut im Film Kategorie:Thriller