mini|Yva, Selbstporträt, 1926 Die Fotografie in der Weimarer Republik war ein wichtiger Bestandteil der Kultur in Deutschland in der Zeit von 1919 bis 1932.

Geschichte 1919 verbesserten sich die Möglichkeiten für die Pressefotografie nach der Aufhebung der kriegsbedingten Einschränkungen deutlich. Mit der Einführung der Rotationstechnik im Jahre 1920 konnten Zeitungen und Zeitschriften Fotografien wesentlich einfacher vervielfältigen, wodurch deren Bedeutung und Anzahl besonders in den Illustrierten deutlich zunahm.Fotos für die Presse und Fotos für die Kunst Zeitklicks, mit Informationen zur Entwicklung der Fotografie in dieser Zeit Die Entwicklung der ersten Kleinbildkamera Ermanox 1924 verbesserte die Möglichkeiten für professionelle Fotografen erheblich, da nun kein Stativ mehr gebraucht wurde und auch unter dunkleren Bedingungen fotografiert werden konnte. Auch Laien konnten diese nutzen. Die Leica fand in den folgenden Jahren eine noch größere Verbreitung.

In der Kunstfotografie entwickelte sich in den frühen 1920er Jahren die Neue Sachlichkeit zur vorherrschenden Form, sowie außerdem das experimentellere Neue Sehen aus der Bauhausbewegung.Fotografie zwischen den Weltkriegen Deutsche Welle, mit einigen Angaben, von der Ausstellung 2021 1929 waren auf der Ausstellung Film und Foto des Deutschen Werkbundes viele moderne Fotografen vertreten. Ende der 1920er Jahre war die Fotografie in Deutschland die verbreitetste Form der bildhaften Darstellung in der Presse, in der Werbung, auf Postkarten, als Industrie- und Architekturfotografie und im privaten Bereich.

Mit dem Ende der Weimarer Republik wurden deren praktische Möglichkeiten inhaltlich und formal deutlich begrenzt und in den folgenden Jahren zunehmend für propagandistische Zwecke benutzt.

Stilrichtungen Neue Sachlichkeit mini|210px|Karl Blossfeldt, Knoblauchpflanze, 1928 Die verbreitetste Stilrichtung der Fotografie der 1920er und frühen 1930er Jahre war die Neue Sachlichkeit, die die Wirklichkeit möglichst objektiv abbilden wollte und verfremdende Bearbeitungen wie beim Piktorialismus ablehnte. Zu den bekanntesten Vertretern gehörten August Sander, Karl Blossfeldt und Albert Renger-Patzsch, weitere waren Paul Wolff, Sasha Stone, Lotte Jacobi, Franz Fiedler, Nicola Perscheid, Alex Binder, Friedrich Franz Bauer, Max Baur, Hugo Erfurth, Hajek-Halke, Erna Lendvai-Dircksen, Arthur Benda, Franz Grainer, Erich Angenendt, Heinrich Kühn, Eduard Wasow, Suse Byk, Hans Windisch., Carl Strüwe, Mario von Bucovich, Max Glauer und viele andere.

Neues Sehen mini|210px|Yva, Dance, um 1932 Das Neue Sehen suchte ungewöhnliche Blickwinkel und Techniken, um eigene Sichtweisen in der modernen Gesellschaft darzustellen. Die wichtigsten Vertreter waren Yva (Else Simon) und Umbo (Otto Umbehr), weitere waren Erich Consemüller, Aenne Biermann, Andreas Feininger, Hein Gorny, Arvid Gutschow, Walter Peterhans, László Moholy-Nagy, Lucia Moholy, Hans Finsler, Helmar Lerski, Germaine Krull, und Theodore Lux Feininger.

Pressefotografie mini|210px|Der französische Außenminister Aristide Briand weist auf den Fotografen Erich Salomon, den er in der Menschenmenge entdeckt hatte Es gab viele Fotografen, die für Tageszeitungen über aktuelle Ereignisse berichteten. Der bekannteste wurde Erich Salomon, dem es gelang, bei wichtigen Besprechungen im Reichstag und bei internationalen Treffen unbemerkt Aufnahmen mit einer versteckten Kamera zu machen. Weitere Pressefotografen waren in dieser Zeit Martin Munkácsi, Walter Reuter, Felix H. Man, Georg Pahl, Stefan Lorant und Käthe Augenstein. Bedeutende Fotoagenturen waren Deutscher Photodienst, Atlantic Photo Gesellschaft und Zander & Labisch.

Arbeiterfotografie

1926 forderte die Arbeiter-Illustrierte-Zeitung ihre Leser auf, eigene Fotografien einzusenden. Daraus entstand die Vereinigung der Arbeiter-Fotografen Deutschlands. Deren Vertreter bildeten den Alltag vieler Menschen in ärmlichen Verhältnissen ab und wollten so auf deren prekäre Situation aufmerksam machen. Zu ihnen gehörten August Sander, Theo Gaudig, Hans Bresler, Lotte Jacobi, Richard Peter, Eugen Heilig und Walter Ballhause.Arbeiterfotografie Deutsches Historisches Museum

Fotografinnen Frauen hatten als Fotografinnen in den 1920er Jahren mehr Entfaltungsmöglichkeiten als in den meisten anderen gesellschaftlichen Bereichen. Einige ließen sich an den Fotografenschulen in Berlin, München oder anderen Orten ausbilden. Von den etwa 400 Fotostudios in Berlin wurden in dieser Zeit etwa 100 von Frauen geführt.Nicolas Basse, Hauptstadt der Fotografie, in taz vom 28. Mai 2025 (Text), davon einige am Kurfürstendamm Diese widmeten sich vor allem der Porträtfotografie, einige waren sehr anerkannt. Sie suchten in ihren Fotografien auch ungewöhnliche Blickwinkel und Ausdrucksformen. Zu den bekanntesten gehörten Yva, Minya Diéz-Dührkoop und Marianne Breslauer, weitere waren Erna Lendvai-Dircksen, Lotte Jacobi, Lucia Moholy, Suse Byk, Frieda Riess, Gerty Simon, Aenne Biermann, Steffi Brandl, Lotte Herrlich, Marta Vietz, Germaine Krull, Clara Baur, Käthe Hecht, Senta Grüning, Genja Jonas, Grete Back, Annelise Kretschmer, Ilse Bing, Lili Baruch, Grete Stern, Ellen Rosenberg (Auerbach), Ursula Richter, Doris von Schönthan, Wanda von Debschitz-Kunowski, Nini und Carry Hess.Ute Eskildsen, Fotografieren heißt teilnehmen. Fotografinnen der Weimarer Republik, Düsseldorf 1994, über einige dieser Fotografinnen

Weitere Einzelaspekte Zeitschriften mini|210px|Berliner Illustrirte Zeitung, 1919 Die auflagenstärksten Zeitschriften waren die Berliner Illustrirte Zeitung (um 1930 etwa zwei Millionen Exemplare) und die Arbeiter-Illustrierte-Zeitung (A.I.Z.), daneben gab es zahlreiche weitere Illustrierte. Die wichtigsten Fachzeitschriften waren die Photographischen Mitteilungen, die Photographische Rundschau, Das Atelier des Photographen, Der Arbeiter-Fotograf, Das Deutsche Lichtbild und der Deutsche Camera-Almanach.Deutsche Fotografiezeitschriften Wikisource

Vereinigungen Es gab die Gesellschaft Deutscher Lichtbildner (GDL), den Verband Deutscher Amateurphotographen-Vereine, die Vereinigung der Arbeiter-Fotografen Deutschlands und weitere Interessenverbände.

Ausstellungen Deutsche Photographische Ausstellung, Frankfurt 1926, erste Fotoausstellung seit 1918 Film und Foto, Werkbund, Stuttgart 1929 Fotografie der Weimarer Republik, Stuttgart 1979Herbert Molderings, Fotografie in der Weimarer Republik, Stuttgart 1979, auch Berlin 1980 Film und Foto der zwanziger Jahre, Hamburg 1980 Fotografinnen der Weimarer Republik, Fotomuseum Winterthur 1995 Fotografie in der Weimarer Republik, Landesmuseum Bonn 2019–2020 Neues Sehen. Die Fotografie der 20er und 30er Jahre, Städel Museum Frankfurt, 2021Neues Sehen. Die Fotografie der 20er und 30er Jahre Staedel Museum, PressemitteilungFotografie zwischen den Weltkriegen Deutsche Welle

Siehe auch Goldene Zwanziger Literatur der Weimarer Republik Tanz in der Weimarer Republik

Literatur Landesmuseum Bonn (Hrsg.): Fotografie in der Weimarer Republik. München 2019, Ausstellungskatalog Diethart Krebs, Walter Uka (Hrsg.): Fotografie und Bildpublizistik in der Weimarer Republik. Kettler, Bönen 2004

Weblinks

Fotos für die Presse Zeitklicks, mit einigen Informationen

Einzelnachweise

Fotog