Der Limmernbach – oder die Limmern – ist ein fast 5 Kilometer langer Wildbach im Nordwestschweizer Juragebirge und im Flussgebiet der Aare. Er entwässert ein Tal in der Gemeinde Mümliswil-Ramiswil im Solothurner Bezirk Thal. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Limmerenbach in den Glarner Alpen.

Name Nach der lokalen mundartlichen Bezeichnung Limmere, die sowohl Flurname für die landwirtschaftliche Siedlung im Berggebiet am Wasserfallenpass als auch der Gewässername des von dort nach Mümliswil fliessenden Baches ist, wird das Gewässer im Schriftgebrauch auch Limmerenbach genannt. Die Schreibweise Limmern ist eine vorhochdeutsche Form des Lokalnamens.

Limmere stammt vom alten deutschen Wort limm- ab, das unter anderem Geländeeinschnitte, Bodensenken und eine Schlucht bezeichnen kann.

Geographie Verlauf Das mehrere Quadratkilometer grosse Quellgebiet des Limmernbachs am Südhang der Bergkette vom Vogelberg zum Chellenchöpfli entwässern einige Bäche, die sich in den Limmernschluchten nördlich von Mümliswil sammeln. Als Quellbach des hydrologischen Hauptstrangs gilt der Ramisgrabenbach, der auf auf den Bergweiden am Chellenberg entspringt. Er fliesst gegen Südwesten, nimmt von links den Bach Hauberggraben auf und wird vom Talkessel mit dem Hof Untere Limmern selbst Limmern genannt. Der Bach durchquert ein Feuchtgebiet, das als Schutzgebiet von lokaler Bedeutung ausgewiesen ist.

Die höher gelegene Zone mit den Quellbächen liegt im Bergraum, der als Landschaftsschutzgebiet mit der Bezeichnung «Belchen-Passwang-Gebiet» im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgeführt ist.Beschreibung des BLN-Objekts 1012 Belchen-Passwang-Gebiet. Bundesamt für Umwelt (BAFU; PDF).

Vor dem Eintritt in die obere Schlucht bei der Limmerenkapelle fliesst dem Bach auf von rechts der Seitenbach Chluserguetgraben zu, der wenig oberhalb noch den Wechtengraben aufgenommen hat. Unterhalb der ersten Schlucht passiert der Limmernbach die Lichtung Genneten. Dort kommt von rechts der Gennetenbach hinzu. Danach durchquert der Bach die 500 Meter lange bewaldete Limmernschlucht, die mit hohen Felsformationen eine eindrucksvolle Naturerscheinung ist. Unterhalb der Schlucht erreicht der Limmernbach das offene Kulturland. Er fliesst durch das etwas breitere Tal zum Dorf Mümliswil hinunter.

In der Ortschaft hat der Bachlauf wegen der eingreifenden Terrainveränderungen für den (nicht vollendeten) Bahntunnel unter der Wasserfallen ein künstliches Gerinne. Der schmale Kanal ist mit zahlreichen Sohlschwellen gesichert. Im Dorf führen mehrere Brücken und Stege über den Bach, zuletzt noch die Betonbrücke der Hauptstrasse 267, der Balsthalerstrasse. Wenig unterhalb dieses Übergangs vereinigt sich der Limmernbach auf mit dem von rechts kommenden Ramiswilerbach. Sein ungefähr 4,76 km langer Lauf endet etwa 433 Höhenmeter unterhalb der Quelle des Ramisgrabenbachs, was einem mittleren Sohlgefälle von circa 91 ‰ entspricht.

Von dort an wird das Gewässer Mümliswilerbach genannt. Dieser mündet nach einem Lauf von nur 2,5 Kilometern bei Balsthal in den Augstbach.

Einzugsgebiet Das 12,13 km² grosse Einzugsgebiet des Limmernbachs liegt im Schweizer Jura und wird durch ihn über den Mümliswilerbach, den Augstbach, die Dünnern, die Aare und den Rhein zur Nordsee entwässert.

Es grenzt im Norden und Nordosten an das Einzugsgebiet der Frenke, die über die Ergolz in den Rhein entwässert; im Osten und Südosten an das des Augstbachs; im Südwesten und Westen an das des Ramiswilerbachs und im Nordwesten an das der Lüssel, die über die Birs in den Rhein entwässert.

Das Einzugsgebiet besteht zu 44,5 % aus bestockter Fläche, zu 50,8 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 4,5 % aus Siedlungsfläche und zu 0,2 % aus unproduktiven Flächen.

Die Flächenverteilung

Die mittlere Höhe beträgt Topographische Einzugsgebiete Schweizer Gewässer: Limmernbach. Bundesamt für Umwelt (BAFU)., und der höchste Punkt ist der Vogelberg mit im Nordwesten des Einzugsgebietes.

Zuflüsse Direkte und indirekte Zuflüsse, jeweils von der Quelle bis zur Mündung. Namen nach dem Geoportal Solothurn, Daten nach dem Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung Ramisgraben (rechter Quellbach), 1,1 km Hinterer Hauberggraben (linker Quellbach), 1,1 km Schwänglenweidgraben (links), 0,7 km Vorderer Hauberggraben (links), 0,6 km Schwarzmattgraben (links), 0,3 km Limmern Seitenast [Gnrso 110126304] (rechts), 0,2 kmEigenmessung. Limmern Seitenast [Gnrso 110126303] (rechts), 0,3 km Chluserguetgraben (rechts), 1,1 km, 0,97 km² Wechtengraben (rechts), 0,7 km Chanzelgraben (links), 0,6 km Limmern Seitenast [Gnrso 110126302] (rechts), 0,1 km Gennetenbach (rechts), 2,1 km, 0,89 km² Höllochgraben (rechts), 0,7 km Merzrütibach (links), 0,2 km Rickenbach (links), 3,4 km, 4,98 km² Rickenbach Seitenast (links), 0,1 km Helfenbergbach (rechts), 0,5 km Beretenbächli (links), 1,4 km, 0,98 km² Chirsigraben (links), 0,7 km

Hydrologie Beim Zusammenfluss des Limmernbachs mit dem Ramiswilerbach zum Mümliswilerbach beträgt seine modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 130 l/s. Sein Abflussregimetyp ist nivo-pluvial jurassien Abrufbar unter , und seine AbflussvariabilitätDie Abflussvariabilität beschreibt das Ausmass der Schwankungen des mittleren Abflusses einzelner Jahre um den langjährigen mittleren Abflusswert. beträgt 26.

Weblinks

Limmerenbach auf schweizerfluss.ch Verlauf der Limmern auf dem Geoportal des Kantons Solothurn Verlauf und Einzugsgebiet des Limmernbachs auf dem Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung

Einzelnachweise und Anmerkungen

Kategorie:Mümliswil-Ramiswil