Luca Viglialoro (* 1985 in Rom) ist ein italienisch-deutscher Philosoph sowie Kunst- und Medientheoretiker. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Ästhetik, Medientheorie und politische Theorie. Seit 2026 ist er Wissenschaftlicher Leiter und Geschäftsführer der Adolf Luther Stiftung. Er war Präsident der Hochschule der bildenden Künste Essen.
Werdegang Nach einem Studium der Philosophie sowie der Literatur- und Medienwissenschaft an der Universität La Sapienza in Rom und der Humboldt-Universität zu Berlin promovierte Luca Viglialoro 2016 an der Universität Potsdam im Fach Literatur- und Kulturwissenschaft.
Im Jahr 2018 habilitierte er sich in Italien im Fach Ästhetik mit einer Arbeit zu Benedetto Croces Reflexionen über den Ursprung der Kunst.
Viglialoro lehrte an verschiedenen europäischen Universitäten und Kunsthochschulen in den Bereichen Ästhetik und Medientheorie, darunter an der Universität La Sapienza (Rom), der Universität Potsdam, der Freien Universität Bozen, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Hochschule für Bildende Künste Dresden sowie der Kunsthochschule Ravenna.
Zwischen 2019 und 2026 war er Professor für Ästhetik, Kunst- und Kulturtheorie an der Hochschule der bildenden Künste Essen (HBK Essen). Im Februar 2026 hat er die wissenschaftliche Leitung und die Geschäftsführung der Adolf Luther Stiftung übernommen.
Forschung Viglialoros wissenschaftliche Arbeiten verbinden Ansätze aus Philosophie, Medienästhetik und Kulturwissenschaft. In seiner Dissertation untersuchte er Bild-Text-Kompositionen aus medienästhetischer Perspektive mit dem Ziel, den Begriff der ästhetischen Erfahrung unter besonderer Berücksichtigung produktionsästhetischer Aspekte und medialer Hybridität zu präzisieren. Dabei entwickelte er eine Theorie der Simulation als Grundlage künstlerischer Selbstreflexion.
In späteren Forschungen wandte sich Viglialoro der Geschichte der Ästhetik zu, mit einem Schwerpunkt auf Autoren wie Benedetto Croce, Theodor W. Adorno, Walter Benjamin und Hans Blumenberg. Darüber hinaus befasste er sich mit Fragen der Biopolitik und der Physiognomik aus kultur- und medienwissenschaftlicher Perspektive.
In seinen neueren Arbeiten entwickelte Viglialoro eine medienphilosophische Theorie der künstlerischen Geste. Diese versteht er als Medium einer „sinnlichen Heuristik“ – einer Form ästhetischer Erkenntnis, die die Kontingenz und Prozesshaftigkeit künstlerischer Forschung zum Ausdruck bringt.
Herausgeberschaften und Mitgliedschaften Luca Viglialoro ist Herausgeber der Reihe Ästhetisches Denken beim Verlag Velbrück Wissenschaft.
Zudem ist er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Internationalen Jahrbuchs für Medienphilosophie und Medienästhetik sowie Mitherausgeber der Zeitschrift Mythos. Journal für Ästhetik.
Publikationen (Auswahl)
Monographien 2024 – Kiefer. Kunst als Prozess, Passagen, Wien, ISBN 978-3-7092-0587-7. 2021 – Die Geste der Kunst. Paradigmen einer Ästhetik, transcript, Bielefeld, ISBN 978-3-8376-5536-0. 2018 – Origine dell’arte. Studi sull’estetica di Croce, Orthotes, Neapel-Salerno, ISBN 978-88-9314-135-2. 2017 – Arte e negazione. Saggio sull’estetica di Schopenhauer, Inschibboleth, Rom, ISBN 978-88-98694-48-8. 2016 – Ästhetische Erfahrung und Textästhetik in Microfilm von Andrea Zanzotto, Frank & Timme, Berlin, ISBN 978-3-7329-0225-5.
Herausgeberschaften und Editionen 2025 – (Übers. ins Deutsche und Hg.) Yves Klein, Ästhetische Schriften, Hatje Cantz, Ostfildern, ISBN 978-3-7757-5711-9. 2025 – (hg. mit O. Ruf), Figurationen des Mangels in Ästhetik, Design- und Kunstpraktiken, Metzler, Stuttgart, ISBN 978-3-662-70237-6. 2024 – (Hg.) Art et esthétique chez Benedetto Croce, Ausgabe der Zeitschrift Revue internationale de Philosophie, N. 310-78.4, ISBN 978-2-8073-8097-4.
Weblinks Hochschule der bildenden Künste Essen: Prof. Dr. Luca Viglialoro - Präsident der HBK Essen
Einzelnachweise
Kategorie:Philosoph (21. Jahrhundert) Kategorie:Medientheoretiker Kategorie:Italiener Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1985 Kategorie:Mann