Stefaniya Ptashnyk (* 18. Oktober 1974 in Lwiw) ist eine deutsch-ukrainische Sprachwissenschaftlerin, Übersetzerin und Buchautorin.
Sie ist Privatdozentin an der Universität Heidelberg und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Zudem lehrt sie im Bereich der Germanistischen Sprachwissenschaft an der Universität Wien.
Werdegang Nach ihrem Studium der Deutschen Philologie an den Universitäten Lwiw, Wien und Heidelberg war sie von 1998 bis 2005 am Institut für Deutsche Sprache in Mannheim tätig. 2003 wurde sie mit der Arbeit „Strukturelle und semantische Besonderheiten phraseologischer Modifikationen und ihre Funktionen in deutschen Zeitungstexten“ promoviert.
Nach den beruflichen Zwischenstationen an der Universität Wrocław (2006–2007) und in der Forschungsstelle Goethe-Wörterbuch in Tübingen (2007–2009) begann sie 2009 ihre Tätigkeit im Projekt Deutschen Rechtswörterbuch an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. 2022 erfolgte die Habilitation an der Neuphilologischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Mit der Habilitationsschrift „Multilinguale Kommunikation und Stadtsprache. Eine historische Untersuchung am Beispiel von Lemberg 1848-1918“ erwarb sie die Venia legendi für das Fach Germanistische Sprachwissenschaft.
2020 vertrat sie die Professur für Historische Linguistik an der Universität Hamburg und 2022 die Professur für Germanistische Linguistik an der Universität Paderborn. Stefaniya Ptashnyk arbeitet als Übersetzerin für Ukrainisch und Deutsch mit verschiedenen Kulturinstituten, Festivals und Verlagen zusammen.
Forschungsschwerpunkte Die Forschungsschwerpunkte von Stefaniya Ptashnyk liegen im Bereich der historischen Soziolinguistik, Mehrsprachigkeitsforschung, Lexikografie, Phraseologie, Kulturlinguistik und Wissenschaftsgeschichte.
Publikationen (Auswahl)Die vollständige Publikationsliste siehe auf der Webseite der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.
Monographien
Multilingualität in der Stadt. Eine sprachhistorische und soziokommunikative Untersuchung zu Lviv/Lemberg 1848–1918. Berlin: De Gruyter 2025 (Reihe Germanistische Linguistik). ISBN 978-3-11-162402-0, doi:10.1515/9783111624495
Phraseologische Modifikationen und ihre Funktionen im Text: Eine Studie am Beispiel der deutschsprachigen Presse. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren 2009 (Reihe Phraseologie und Parömiologie) ISBN 978-3-834-00624-0
Herausgeberschaften
mit Elvira Glaser und Michael Prinz: Historisches Codeswitching mit Deutsch. Multilinguale Praktiken in der Sprachgeschichte. Berlin: de Gruyter 2021. (= Studia Linguistica Germanica 140). mit Dominika Bopp, Kerstin Roth und Tina Theobald: Wörter – Zeichen der Veränderung. Gedenkschrift für Jörg Riecke. Berlin.: de Gruyter 202 (= Studia Linguistica Germanica 137). mit Ronny Beckert, Patrick Wolf-Farré und Matthias Wolny: Gegenwärtige Sprachkontakte im Kontext der Migration. Heidelberg: Winter 2016. mit Friedemann Vogel und Janine Luth: Linguistische Zugänge zu Konflikten in europäischen Sprachräumen. Korpus – Pragmatik – kontrovers. Heidelberg: Winter 2016. mit Erla Hallsteinsdóttir, Erla und Noah Bubenhofer: Korpora, Web und Datenbanken. Computergestützte Methoden in der modernen Phraseologie und Lexikographie/Corpora, Web and Databases. Computer-Based Methods in Modern Phraseology and Lexicography. Hohengehren: Schneider Verlag 2010. (= Reihe Phraseologie & Parömiologie 25).
Übersetzungen CRASHKURS IN MOLOTOWCOCKTAILS. Gedichte von Halyna Kruk. Aus dem Ukrainischen von Claudia Dathe und Stefaniya Ptashnyk. Berlin: edition.fotoTapeta 2025. ISBN 978-3-949262-56-2. weil die Wunden Vögel werden. Landschaften der Ukraine. die horen. Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik; Bd. 295, 69. Jahrgang (2024). Texte von Anatolij Dnistrowyj, Olena Herasymjuk, Liuba Jakymchuk, Hanna Osadko und Julia Stachiwska. Red. Halyna Petrosaniak, Natalka Sniadanko & Christof Hamann, übersetzt von Stefaniya Ptashnyk, Claudia Dathe, Yaroslava Black u. a. Sutra: Gedichte von Juri Andruchowytsch. Aus dem Ukrainischen von Stefaniya Ptashnyk unter Mitwirkung von Anna-Halja Horbatsch, Isolde Baumgärtner, Hans Thill, Joachim Sartorius u. a. Wunderhorn Verlag 2009. „Vorwärts, ihr Kampfschildkröten. Gedichte aus der Ukraine.“ Gedichte von Emma Andijewska, Jurij Andruchowytsch, Natalka Bilozerkiwez, Andrij Bondar, Oleh Lyscheha, Serhij Zhadan. Hg. von Hans Thill. Zweisprachige Ausgabe ukrainisch-deutsch. Übs. von Michael Donhauser, Herta Müller, Oskar Pastior, Joachim Sartorius, Hans Thill, Anja Utler, Stefaniya Ptashnyk, Petro Rychlo. Wunderhorn Verlag 2006. „Der Luftballon ist zu Bleikugel geworden …“: Die heutige Dichtung in und aus der Ukraine. Dossier mit Texten von Liubov Jakymchuk, Halyna Kruk, Marjana Savka, Ostap Slyvyns‘kyj, Kateryna Michalitsyna, Hryhorij Sementschuk, Serhij Zhadan, Pavlo Korobtschuk. Übs. von Stefaniya Ptashnyk. In: Literatur und Kritik, März 2016 (Otto Müller Verlag Salzburg), S. 27–50. Людвік Флєк: Як постає і розвивається науковий факт (= Ludwik Fleck: Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache). Чернівці: Книги XXI, 2019.
Belletristik Glücksorte in Krakau. Fahr hin & werde glücklich. Droste-Verl. 2022.
Weblinks Stefaniya Ptashnyk auf der Webseite der HAdW Stefaniya Ptashnyk auf der Webseite des Germanistischen Seminars der Universität Heidelberg
Einzelnachweise
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