Uhlenbruch ist eine Landschaftsbezeichnung für das Gebiet östlich des Stadtgartens Herne im Stadtteil Sodingen der Stadt Herne in Nordrhein-Westfalen.
Landwirtschaft mini|Luftbild des Uhlenbruchs um 1950 mit landwirtschaftlicher Nutzung In früheren Zeiten wurde der Uhlenbruch vor allem landwirtschaftlich genutzt. 1359 wurde der Hof „Schult inden Ulenbrock“ erstmals erwähnt im Schatzbuch der Grafschaft Mark. Mit 6 Gulden Steuerbetrag gehörte er zu den ertragreichsten Höfen der Mark. 1645 erschien der Hof in der Türkensteuerliste unter dem Namen „Uhlenbrouch“.
Ab dem 19. Jahrhundert wurde unter dem Gelände Kohle abgebaut, vor allem von der benachbarten Zeche Mont Cenis. Hierdurch kam es zu Bergsenkungen von bis zu 5 m. Das Gelände begann, zu versumpfen. 1910, der Hof hieß nun „Schulte-Uhlenbruch“, brannte ein großer Teil des Hofes ab. Lediglich das Wohnhaus und der Kuhstall blieben verschont. Da das Gelände inzwischen zum Teil versumpft war, machte es keinen Sinn, die abgebrannten Gebäude wieder aufzubauen. Der Hof wurde an die Zeche Mont Cenis verkauft, die auch schon vorher Teile des Uhlenbruchs erworben hatte. Die Gebäude wurden zu Wohnhäusern umgebaut.
Auf dem höchsten Punkt des Besitzes nördlich des Stadtgartens Herne wurde ein neuer Hof gebaut. 1917 wurde der Hof an die Knappschaft verkauft, die dort ein Knappschaftskrankenhaus bauen wollte. Nachdem sich die Krankenhauspläne 1918 zerschlagen hatten, wurde der Hof verpachtet und das Gelände weiter landwirtschaftlich genutzt.
Mülldeponie mini|Luftbild der Hausmülldeponie Uhlenbruch um 1960 Nach dem Zweiten Weltkrieg erwarb die Stadt Herne das Gelände Uhlenbruch, um dort eine Deponie für Hausmüll zu errichten. Ab dem Ende der 1950er Jahre wurde die Fläche intensiv genutzt, um dort Hausmüll, zum Teil aber auch Industrieabfälle abzulagern.
1978 wurde die Ablagerung von Hausmüll beendet. Es wurden nur noch Bodenaushub und Grünabfalle abgelagert. 1984 wurde die Deponie endgültig geschlossen. Die Deponiefläche galt als Altlast. Es wurden zum Teil erhebliche Schwermetallrückstände gefunden. Ab 1987 wurde die Deponie saniert. Auf die Deponie wurde eine Erdschicht aufgebracht, die bepflanzt werden konnte. Da auf Grund der Bodenbelastungen und der Methanausgasungen das Gebiet nur eingeschränkt nutzbar war, wurde beschlossen, das Gelände als „Stadtgarten II“ mit dem Stadtgarten Herne zu verbinden und entsprechend zu bepflanzen.
Landschaftsschutzgebiet mini|Luftbild des Landschaftsschutzgebiets Uhlenbruch von 2024 Durch die vorausgegangene Ablagerung von Hausmüll war aus der ehemals ebenen Fläche eine Hügellandschaft geworden. Das Gebiet wurde als Grünanlage bepflanzt und unter Landschaftsschutz gestellt. Wege wurden angelegt, Bänke wurden aufgestellt, um den Uhlenbruch als parkähnliche Landschaft der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen.
Die Erdschicht, mit der die Deponie in den 1980er Jahren abgedeckt wurde, hielt man damals für ausreichend. Nach heutigen Maßstäben war sie recht dünn. Dies führt dazu, dass große Bäume mit ihren Wurzeln in den Müllkörper eindringen können, dort aber relativ wenig Halt finden, so dass sie bei Sturm leichter umfallen. Manchmal sind bei umgefallenen Bäumen auch noch alte Plastiktüten an den Wurzeln zu sehen.
Weblinks
Geschichte des Guts Uhlenbruch bis 1910 Geschichte des Guts Uhlenbruch nach 1910 WAZ Herne 10.02.2009 „Auf Müll gebaut“ zur Nutzung der ehemaligen Deponie Uhlenbruch
Kategorie:Geographie (Herne)