mini|Thomas Braungardt (2025) Thomas Braungardt (* 1981 in Berlin) ist ein deutscher Schauspieler. Er gehört seit 2016 zum Ensemble des Schauspiel Leipzig.

Leben und Wirken Braungardt ist der Sohn der deutschen Übersetzerin Ganna-Maria Braungardt. Er wurde in Berlin geboren und wuchs dort auf. Bereits als Kind und Jugendlicher wirkte er in mehreren Film- und Fernsehproduktionen mit, darunter Cornelius hilft (1994), Das Geheimnis der Kormoraninsel (1997), Dr. Sommerfeld – Neues vom Bülowbogen (1999), Für alle Fälle Stefanie (2000) und T.E.A.M. Berlin (2000).

Er absolvierte seine Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin, die er 2005 mit dem Diplom abschloss. Nach einem ersten Engagement am Deutschen Nationaltheater Weimar (2005–2009) folgten mehrere Jahre am Staatsschauspiel Dresden (2009–2016). Seit 2016 ist Braungardt festes Ensemblemitglied des Schauspiels Leipzig.

Er war in zentralen Rollen klassischer und moderner Theaterproduktionen zu sehen, darunter als Mephisto in Faust, als Petrell in Krankheit der Jugend, als Leonce in Leonce und Lena, als Romeo in Romeo und Julia, als Meister in Der Meister und Margarita, als Pjotr Werchowenski in Dämonen sowie in mehreren Uraufführungen von Enis Maci, Thomas Freyer, Thomas Köck und Wolfram Höll.TheaterkompassNachtkritik.de

Braungardt war auch in mehreren Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, darunter in der ARD-Serie In aller Freundschaft und im Kinofilm Als Großvater Rita Hayworth liebte.

Theater (Auswahl) Deutsches Nationaltheater Weimar 2006: Krankheit der Jugend von Ferdinand Bruckner – Petrell – Regie: Tilmann Köhler (eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2007) 2006: Der Drache von Jewgeni Schwarz – Heinrich – Regie: Tilmann Köhler 2008: Faust I von Johann Wolfgang von Goethe – Faust / Mephisto – Regie: Tilmann Köhler 2008: Faust II von Johann Wolfgang von Goethe – Mephisto / Faust – Regie: Laurent Chétouane

Staatsschauspiel Dresden 2009: Die Brüder Löwenherz von Astrid Lindgren – Jossi – Regie: Julia Hölscher 2010: Leonce und Lena von Georg Büchner – Leonce – Regie: Sabine auf der Heyde 2011: Der Kaufmann von Venedig von William Shakespeare – Lanzelot Gobbo – Regie: Tilmann Köhler 2012: Der Meister und Margarita von Michail Bulgakow – Besdomny / Jeschua Ha-Nozri – Regie: Wolfgang Engel 2013: Fabian nach Erich Kästner – Labude – Regie: Julia Hölscher 2013: Die Ratten von Gerhart Hauptmann – Erich Spitta – Regie: Susanne Lietzow 2014: Dämonen von Fjodor Dostojewski – Pjotr Werchowenski – Regie: Friederike Heller 2014: Drei Schwestern von Anton Tschechow – Andrej Sergejewitsch Prozorow – Regie: Tilmann Köhler 2015: Dantons Tod von Georg Büchner – Camille Desmoulins – Regie: Friederike Heller 2015: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua von Friedrich Schiller – Muley Hassan, Mohr von Tunis – Regie: Jan Philipp Gloger 2015: Die Nibelungen von Friedrich Hebbel – Volker – Regie: Sebastian Baumgarten 2015: Graf Öderland / Wir sind das Volk von Max Frisch – Der Mörder – Regie: Volker Lösch

Schauspiel Leipzig 2017: Die Maßnahme / Die Perser von Bertolt Brecht / Aischylos – Agitator – Regie: Enrico Lübbe 2018: Lebendfallen von Enis Maci – Eins – Regie: Thirza Bruncken 2019: Süßer Vogel Jugend von Tennessee Williams – Dr. George Scudder – Regie: Claudia Bauer (eingeladen zum Theatertreffen 2020) 2019: Die Hermannsschlacht von Heinrich von Kleist – Ventidius, Legat von Rom – Regie: Dušan David Pařízek 2020: Der Meister und Margarita von Michail Bulgakow – Meister – Regie: Claudia Bauer 2022: Romeo und Julia von William Shakespeare – Romeo / Amme – Regie: Pia Richter 2022: Schäfchen im Trockenen nach dem Roman von Anke Stelling – Resi – Regie: Thirza Bruncken 2022: Für meinen Bruder von E. L. Karhu – Ich – Regie: Elsa-Sophie Jach 2023: Jahrestage von Uwe Johnson – New York Times / Uwe Johnson – Regie: Anna-Sophie Mahler 2023: Niederwald von Wolfram Höll – Uroma – Regie: Elsa-Sophie Jach 2023: Cabaret von Joe Masteroff – Clifford Bradshaw – Regie: Hubert Wild 2024: Nosferatu nach F. W. Murnau und Dracula von Bram Stoker – R. M. Renfield – Regie: Katharina Ramser 2025: Der Sturm von William Shakespeare – Sebastian – Regie: Adewale Teodros Adebisi

Rezeption In Robert Lehnigers Dresdner Inszenierung von Schneckenmühle nach dem Roman von Jochen Schmidt (2013) hob nachtkritik.de seine Darstellung des Jens als „unheimlich überzeugend“ hervor und beschrieb, wie er mit „Eindringlichkeit“ das Erwachsenwerden eines Jugendlichen in der späten DDR vermittle.

In Fabian nach Erich Kästner (Regie: Julia Hölscher, 2013, Staatsschauspiel Dresden) wurde seine Darstellung des Labude als „bemerkenswert intensiv“ beschrieben; der Abend werde „richtig ernst und gefühlig“, wenn Braungardt die Verletzung der Figur erzähle.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb über Anna-Sophie Mahlers Bühnenfassung von Jahrestage nach dem Roman von Uwe Johnson (Schauspiel Leipzig, 2023), Braungardt signalisiere in seiner Rolle „New York Times / Uwe Johnson“, „dass man von ihm schwarz auf weiß die Wahrheit zugemutet bekommt“.

Über das Rechercheprojekt 563 – Kindertotenlieder (Regie: Konstanze Kappenstein, Schauspiel Leipzig, 2023) schrieb nachtkritik.de, Braungardt verfüge über eine „intensive Bühnenpräsenz“; wenn er ein Gedicht Friedrich Rückerts „wie im Loop spricht und dabei immer eindringlicher wird“, erreiche der Abend „seinen intensivsten Moment“.

Weblinks Offizielle Website

Thomas Braungardt beim Schauspiel Leipzig Thomas Braungardt bei Theapolis

Einzelnachweise

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