Die Tour de France 2026 war die 113. Austragung des wichtigsten Etappenrennens im professionellen Straßenradsport. Sie führte die Fahrer über eine Strecke von 3245 Kilometern Länge und 54.450 Höhenmetern von Barcelona bis nach Paris. Das Rennen fand vom 4. bis 26. Juli 2026 statt, wobei es an zwei Ruhetagen pausierte.

Sieger der Rundfahrt wurde zum fünften Mal in seiner Karriere der Slowene Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG). Der amtierende Weltmeister setzte sich mit einem Vorsprung von 6:26 Minuten vor dem Belgier Remco Evenepoel (Red Bull-Bora-hansgrohe) durch. Platz drei ging mit einem Rückstand von 9:42 Minuten an Pogačars Teamkollegen, den Mexikaner Isaac Del Toro (UAE Team Emirates-XRG), der mit seinem Alter von 22 Jahren zugleich in der Nachwuchswertung siegte.

Die Bergwertung gewann mit 156 Punkten der Ecuadorianer Richard Carapaz, der zweite Platz ging mit 100 Punkten an Tadej Pogačar, der dritte mit 99 Punkten an den Franzosen Valentin Paret-Peintre. In der Punktewertung konnte sich der Däne Mads Pedersen mit 559 Punkten den ersten Platz sichern. Den zweiten Platz belegte der Belgier Jasper Philipsen, Dritter wurde der Eritreer Biniam Girmay.

Bereits zum dritten Mal in der Geschichte der Tour de France konnte kein Franzose einen Etappensieg erringen. Zuvor war dies nur auf der Tour de France 1926 und der Tour de France 1999 der Fall. Erstmals überhaupt gelang zudem keinem Fahrer aus einer der Grand-Tour-Nationen (Frankreich, Spanien oder Italien) ein Etappensieg.

Teams und Fahrer

Nach dem Reglement der Union Cycliste Internationale waren die 18 UCI WorldTeams zum Start berechtigt und verpflichtet. Zudem qualifizierten sich automatisch die drei in der UCI-Weltrangliste des Vorjahres bestplatzierten UCI ProTeams: Tudor Pro Cycling Team, Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team und Cofidis. Der Veranstalter vergab außerdem Wildcards an die beiden ProTeams TotalEnergies und Caja Rural-Seguros RGA. Die teilnehmenden Teams wurden von der ASO am 30. Januar 2026 bekannt gegeben.

Am 2. Juli 2026 – zwei Tage vor Beginn der Rundfahrt – wurden die Fahrer im Rahmen einer Teampräsentation in Barcelona vor der Sagrada Família vorgestellt.

Die 184 Teilnehmer stammten aus 27 Nationen. Das größte Kontingent stellte bei dieser Ausgabe nicht wie üblich Frankreich, sondern Belgien mit 31 Fahrern, 30 Franzosen nahmen an dieser Rundfahrt teil – was das kleinste Kontingent seit der Tour de France 1968 darstellte. Danach folgten die Niederlande mit 17, Deutschland und Italien mit je 12, Spanien und Australien mit je 11 und Norwegen mit 8 Startern. Sieben Rennfahrer kamen jeweils aus Dänemark und Großbritannien. Zudem waren vier Schweizer und zwei Österreicher sowie ein Luxemburger bei der Tour de France 2026 am Start. 50 Fahrer nahmen zum ersten Mal an der Tour de France teil. An der Nachwuchswertung nahmen 42 Sportler teil, was rund 23 % des Feldes entspricht.

Der am 12. Oktober 1987 geborene Damiano Caruso (Bahrain Victorious) war mit 38 Jahren der älteste Starter, er nahm zum achten Mal an der Tour de France teil. Ion Izagirre (Cofidis), Warren Barguil (Team Picnic PostNL) und Luke Durbridge (Team Jayco AlUla) hatten mit ihrer 12. Tour-de-France-Teilnahme die meisten Starts aller Fahrer aus dem Feld vorzuweisen. Paul Seixas aus dem Decathlon CMA CGM Team war wiederum der jüngste Fahrer im Teilnehmerfeld; er wurde am 24. September 2006 geboren und war damit zum Start der Rundfahrt 19 Jahre alt. Das höchste Durchschnittsalter aller 23 Mannschaften wiesen das Team Soudal Quick-Step und Tudor Pro Cycling Team auf, die Rennfahrer im Tourkader waren im Durchschnitt 31 Jahre alt. Das jüngste Team war die Mannschaft Lotto Intermarché mit einem Durchschnittsalter von 25 Jahren. Der durchschnittliche Rennfahrer der Tour de France 2026 war 29 Jahre alt.

Bei der Frankreich-Rundfahrt 2026 nahmen sieben bisherige Grand-Tour-Sieger teil: Tadej Pogačar, Jonas Vingegaard, Egan Bernal, Remco Evenepoel, Jai Hindley, Sepp Kuss und Richard Carapaz. Außerdem nahmen 36 Fahrer teil, die bereits bei der Tour de France einen Etappensieg erringen konnten. Pogačar hatte zuvor mit 21 Etappensiegen zwischen 2020 und 2025 die meisten Etappen gewonnen. Er lag damit vor Jasper Philipsen, der zwischen 2022 und 2025 insgesamt 10 Etappen gewann und vor Julian Alaphilippe mit 6 Etappensiegen (zwischen 2018 und 2021).

Favoriten Als Top-Favorit der 113. Austragung galt einmal mehr der Vorjahressieger Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG), der mit einem fünften Gesamtsieg mit den Rekordhaltern Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain gleichziehen konnte. Der Slowene ging dabei erneut als amtierender Weltmeister an den Start. Im Frühjahr fokussierte sich Pogačar auf die großen Eintagesrennen und gewann mit der Strade Bianche, Mailand–Sanremo, der Flandern-Rundfahrt und Lüttich–Bastogne–Lüttich vier von fünf Rennen. Einzig bei Paris–Roubaix musste er sich im Velodrome knapp dem Belgier Wout van Aert geschlagen geben. Danach bestritt Pogačar die Tour de Romandie und die Tour de Suisse, wo er vier bzw. drei Etappen gewann und sich bei beiden Rundfahrten souverän in der Gesamtwertung durchsetzte. Bei der Tour de France konnte er erneut auf ein starkes Team bauen, wobei sein Mannschaftskollege Isaac Del Toro ebenfalls als Podiums-Anwärter galt. Der erst 22-jährige Mexikaner zeichnete sich im Vorjahr mit Platz zwei beim Giro d’Italia aus und gewann in der laufenden Saison die Gesamtwertungen der UAE Tour, Tirreno–Adriatico und der Tour Auvergne-Rhône-Alpes.

Der wohl größte Herausforderer von Pogačar war erneut der Däne Jonas Vingegaard (Team Visma-Lease a Bike), der die Tour de France in den Jahren 2022 und 2023 gewann und die letzten beiden Austragungen als Zweiter beendete. Nachdem er Paris–Nizza und die Katalonien-Rundfahrt für sich entschieden hatte, gab er sein Debüt beim Giro d’Italia, den er mit fünf Etappensiegen und einem Vorsprung von mehr als fünf Minuten souverän für sich entschied. Der Däne strabte damit das Giro-Tour-Double an, was zuletzt Pogačar im Jahr 2024 gelang. Des Weiteren war Vingegaard am Ende der letzten Saison auch bei der Vuelta a España erfolgreich gewesen, womit er als achter Fahrer alle drei Grand Tours für sich entscheiden konnte. Bei der Frankreich-Rundfahrt konnte er mit Fahrern wie Matteo Jorgenson und Sepp Kuss auf eine starke Mannschaft bauen.

Im Kampf um das Podium standen zudem eine Vielzahl an Aspiranten am Start. Allen voran war hier das Team Red Bull-Bora-hansgrohe zu nennen, das mit Remco Evenepoel und Florian Lipowitz eine Doppelspitze entsendete. Evenepoel konnte nach seinem Mannschaftswechsel nur bedingt überzeugen, wobei er in der laufenden Saison die Valencia-Rundfahrt und das Amstel Gold Race für sich entschied. Im Vorfeld der Tour de France verzichtete er jedoch auf weitere Vorbereitungsrennen und reiste stattdessen nach 69-tägiger Rennpause direkt aus dem Trainingslager zur Tour de France. Lipowitz hingegen, der die Tour de France im Vorjahr als Gesamtdritter beendet hatte, zeigte mit guten Leistungen bei den anspruchsvollen Bergankünften auf und gewann zuletzt die Slowenien-Rundfahrt.

Ein besonderes Augenmerk lag auf dem erst 19-jährigen Franzosen Paul Seixas (Decathlon CMA CGM Team), der im Jahr 2026 sein Grand-Tour-Debüt bei der Tour de France gab. Nachdem er im Jahr 2024 Zeitfahrweltmeister der Junioren geworden war, sicherte er sich im Herbst des Jahres 2025 hinter Pogačar und Evenepoel die Bronzemedaille im Straßenrennen der Europameisterschaften. Im Frühjahr der laufenden Saison schaffte er schließlich endgültig den Durchbruch und gewann nach zweiten Plätzen bei der Algarve-Rundfahrt und Strade Bianche drei Etappen und alle Wertungen der Baskenland-Rundfahrt. Zudem gewann er als bislang jüngster Fahrer die Flèche Wallonne, ehe er Tadej Pogačar bei Lüttich–Bastogne–Lüttich auf der Côte de la Redoute Paroli bieten konnte und letztlich den zweiten Platz belegte. In Frankreich gilt Seixas bereits jetzt als möglicher Nachfolger von Bernard Hinault, der im Jahr 1985 als bislang letzter Franzose die Tour de France gewann.

Weitere bekannte Gesamtklassement-Fahrer waren Juan Ayuso, Mattias Skjelmose Jensen (beide Lidl-Trek), Richard Carapaz (EF Education-EasyPost), Thomas Pidcock (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team), Antonio Tiberi (Bahrain Victorious), Egan Bernal, Thymen Arensman, Kévin Vauquelin (alle Netcompany Ineos Cycling Team), Ben O’Connor (Team Jayco AlUla), Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility), Cian Uijtdebroeks (Movistar Team), Lennert Van Eetvelt (Lotto-Intermarché), Michael Storer (Tudor Pro Cycling Team), Sergio Higuita (XDS Astana Team), Guillaume Martin (Groupama-FDJ United) und Jordan Jegat (TotalEnergies).

Sprinter Bei den Sprintern waren in erster Linie die beiden Belgier Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech) und Tim Merlier (Soudal Quick-Step) zu nennen. Jasper Philipsen gewann mit dem Nokere Koerse sowie den UCI-WorldTour-Rennen Gent–Wevelgem und Kopenhagen Sprint drei Eintagesrennen. Weiters war der Gewinner der Punktewertung des Jahres 2023 zuletzt bei der Belgien-Rundfahrt erfolgreich, wo er neben einer Etappe auch die Gesamtwertung für sich entschied. Tim Merlier hingegen gewann in der laufenden Saison den Scheldeprijs und die Ronde van Limburg, ehe er sich drei Etappen der Ungarn-Rundfahrt und eine Etappe der Belgien-Rundfahrt sicherte. Die Belgien-Rundfahrt diente im Jahr 2026 gleich mehreren Sprintern als letzte Vorbereitung, wobei sich auch Biniam Girmay (NSN Cycling Team) und Olav Kooij (Decathlon CMA CGM Team) jeweils einen Abschnitt sicherten. Biniam Girmay gewann die Punktewertung der Tour de France 2024, während der 24-jährige Olav Kooij nach seinem Teamwechsel sein Debüt bei der Grande Boucle gab.

Im Kampf um die Punktewertung war auch der Däne Mads Pedersen (Lidl-Trek) zu nennen, der jedoch in der laufenden Saison noch keinen Tagessieg feiern konnte. Der Däne zählte ebenso wie der Belgier Arnaud De Lie (Lotto-Intermarché) als Spezialist für anspruchsvolle Sprintankünfte. Weitere endschnelle Starter sind Phil Bauhaus (Bahrain Victorious), Fernando Gaviria (Caja Rural-Seguros RGA), Pavel Bittner (Team Picnic PostNL), Max Kanter (XDS Astana Team), Søren Wærenskjold (Uno-X Mobility), Pascal Ackermann (Team Jayco AlUla) und Arvid de Kleijn (Tudor Pro Cycling Team).

Bergfahrer Als Favoriten auf das Gepunktete Trikot galten im Vorfeld neben Gesamtklassement-Fahrer vor allem Lenny Martinez (Bahrain Victorious), Matthew Riccitello (Decathlon CMA CGM Team), Ben Healy (EF Education-EasyPost) und Harold Tejada (XDS Astana Team).

Strecke Allgemeines

Der Grand Depart wurde bereits im Februar 2025 vorgestellt. Die restliche Route mit allen 21 Etappen wurde am 23. Oktober 2025 durch die ASO vorgestellt.

Etappenliste Die folgende Tabelle zeigt die Etappen mit Datum, Start- und Zielort, Kategorisierung und Etappenlänge. Außerdem sind der Etappensieger und der jeweils Führende in der Gesamtwertung nach der Etappe angegeben. In der ersten Spalte sind die Einzelartikel zu jeder Etappe mit detaillierten Angaben zu Platzierung und Rennverlauf angegeben.

Grand Départ und erste Woche