Zastawno () ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Gmina Młynary (Stadt-und-Land-Gemeinde Preußisch Holland) im Powiat Elbląski (Kreis Elbing). mini|Dorfzentrum
Geographische Lage Zastawno liegt im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 13 Kilometer nördlich der früheren Kreisstadt Preußisch Holland () bzw. 14 Kilometer östlich der heutigen Kreismetropole Elbląg ().
Geschichte Das Kirchdorf Schonnenberg wurde 1336 als Holländersiedlung gegründet und hieß nach 1336 Schoneberg, nach 1465 Schöneberg und vor 1785 Schönberg.Dietrich Lange: Schönberg, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) Im Jahre 1820 zählte der Ort 145 Einwohner.
Als im Jahre 1874 der Amtsbezirk Sumpf (polnisch Sąpy) im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland, Regierungsbezirk Königsberg, errichtet wurde,Rolf Jehke: Amtsbezirk Sumpf/Ortspolizeibezirk Stadt Mühlhausen i. Ostp. gehörte Schönberg von Anfang an dazu. 252 Einwohner waren im Jahre 1885 in Schönberg registriert.
Der Amtsbezirk Sumpf wurde im Jahre 1905 aufgelöst. Schönberg wurde in den Ortspolizeibezirk/Stadt Mühlhausen i. Ostpr. umgegliedert. Die Einwohnerzahl des Dorfs stieg bis 1933 auf 270 und blieb 1939 bei dieser Zahl.Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Preußisch Holland
Aufgrund der Abtretung des gesamten südlichen Ostpreußen in Kriegsfolge 1945 an Polen erhielt Schönberg die polnische Namensform „Zastawno“. Das Dorf ist heute eine Ortschaft im Verbund der Gmina Młynary (Stadt-und-Land-Gemeinde Mühlhausen i. Ostpr.) im Powiat Elbląski (Kreis Elbing), von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Elbląg, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 zählte Zastawno 178 Einwohner.
Religion Kirchengebäude Der rote Ziegelbau in gotischem Stil und mit schlankem Turm wurde am 16. September 1879 eingeweiht.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche in Ostpreußen, Band 2 Bilder ostpreußischer Kirche, Göttingen 1968, S. 78 Den Innenraum überzog eine Balkendecke. Die Ausstattung war einfach.
An alten Gegenständen blieb nur ein Kruzifix aus der Mitte der 17. Jahrhunderts erhalten. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde aus Schöneberg (Weichsel) (polnisch Ostaszewo) eine Orgel erworben.
Die Kirche, die bis 1945 ein evangelisches Gotteshaus war, wurde römisch-katholischer Sitte entsprechend benannt und trägt die Bezeichnung „Kościół Najświętszego Serca Pana Jezusa“ (Heiligstes Herz Jesu).Bistum Elbląg: Pfarrei Młynary
Kirchengeschichte Bereits im 14. Jahrhundert bestand in Schönberg eine Kirche. Mit der Reformation hielt die lutherische Lehre hier Einzug.
Evangelische Kirche Im 16. Jahrhundert waren die evangelischen Kirchenglieder in der Region Schönberg nach Mühlhausen i.Ostpr. (Młynary) eingepfarrt.Friedwald Moeller: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg 1968, S. 136 Im Jahre 1599 erfolgte hier dann die Gründung einer eigenen Kirchengemeinde,Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 472 die schon 1620 mit der Kirchengemeinde in Münsterberg (polnisch Stare Monasterzysko) bis in das 21. Jahrhundert hinein verbunden war. Zur Pfarrkirche gehörte ein größeres Kirchspiel, das aus sechs Orten bestand. 1.244 Gemeindeglieder wurden hier im Jahre 1925 gezählt.
Die Kirchengemeinde Schönberg war Teil des Kirchenkreises Preußisch Holland (polnisch Pasłęk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Aufgrund von Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung konnte die evangelische Kirchengemeinde nicht mehr bestehen. Heute hier lebende Kirchenglieder orientieren sich zu der kleinen Gemeinde in der Stadt Młynary.
Zur evangelischen Kirchengemeinde in Schönberg gehörten bis 1945 die Kirchspielorte: Deutscher Name Polnischer Name Deutscher Name Polnischer Name Adlig Blumenau,1928 bis 1945: Blumenau Kwietnik Judendorf,1936 bis 1945: Hermannswalde Warszewo Falkhorst Sokolnik Neu Münsterberg Nowe Monasterzysko Greulsberg Podgórze Schönberg Zastawno
Zwischen 1589 und 1945 amtierten an der Schönberger Kirche als evangelische Pfarrer: Christoph Klein, 1589–1600 Michael Weißmann, ab 1600 Johann Agricola, 1620–1626 Theophilus Wegner, 1660–1665 Johann Hahn, 1665–1705 Heinrich Kahnert, ab 1705 Johann Bockelmann, 1726 Martin Gottfried Gnifcke, 1739–1757 Christoph Wilhelm Schiemann, 1757–1778 Feege, Johann Albrecht, 1778–1793 Carl Ludwig Pietwald, 1793–1807 Carl Theodor Chr. Brasche, 1807–1810 Karl Chr. Kowalewski, 1810–1814 Joh. Friedrich Kuschinski, 1814–1833 Ernst Martin Schwatlo, 1833–1837 Carl Ludwig Keßler, 1837–1839 August Wilhelm Schweichler, 1839–1885 Carl Wilhelm Reddies, 1885–1890 Friedrich Wilhelm Th. Prieß, 1890–1905 Willy Behnke, 1905–1926 Waldemar Ammon, 1927–1945
Römisch-katholische Kirche Die Kirche in Zastawno ist heute ein römisch-katholisches Gotteshaus. Sie ist eine Filialkirche der Apostel-Petrus-Pfarrei in Młynary und gehört zum Dekanat Pasłęk I im Bistum Elbląg.
Verkehr Zastawno liegt an der Woiwodschaftsstraße 509, die von Elbląg (Elbing) bis nach Orneta (Wormditt) führt. Nebenstraßen von Sąpy (Sumpf), Kamiennnik Wielki (Groß Stoboy/Groß Stoboi) bzw. Sokolnik (Falkhorst) kommend enden in Zastawno. Eine Bahnanbindung besteht nicht.
Weblinks
Bildarchiv Ostpreußen: Slideshow Schönberg
Einzelnachweise
Kategorie:Gegründet 1336 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Młynary