Mohammed Alnaas (; * 1991 in Tajoura bei Tripolis) ist ein libyscher Schriftsteller und Journalist. Sein Romandebüt al-ḫubz ʿalā ṭāwilat al-ḫāl Mīlād (‚Brot auf dem Tisch des Onkels Milad‘, 2021) wurde im Jahr 2022 mit dem International Prize for Arabic Fiction ausgezeichnet; er war der erste libysche Preisträger.

Leben Alnaas schloss 2014 an der Universität Tripolis sein Studium der Elektrotechnik mit einem Bachelor ab. Er arbeitete anschließend auch im digitalen Journalismus und koordinierte 2018 bis 2020 das von RNW Media getragene Projekt „Huna Libya“. Sein Debütroman al-ḫubz ʿalā ṭāwilat al-ḫāl Mīlād schrieb er in rund sechs Monaten während der COVID-19-Pandemie, als Tripolis zeitweise unter Beschuss stand.

Wirken Seine erste Buchveröffentlichung war die Kurzgeschichtensammlung dam ʾazraq (‚Blaues Blut‘, 2019). Das Romandebüt al-ḫubz ʿalā ṭāwilat al-ḫāl Mīlād (‚Brot auf dem Tisch des Onkels Milad‘, 2021) thematisiert Geschlechterrollen und die Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen; die Jury des International Prize for Arabic Fiction hob die präzise Kritik an gängigen Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit hervor. Im Jahr 2024 erschien die französische Übersetzung Du pain sur la table de l’oncle Milad bei Le Bruit du Monde. 2025 wurde sein zweiter Roman ṭaʿm aš-šāy al-murr (‚Ein bitterer Geschmack von Tee‘, 2025) in französischer Übersetzung als Un goût de thé amer veröffentlicht, eine tragikomische Satire über Machtkämpfe in einem libyschen Dorf der 1990er-Jahre.

Einzelnachweise

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