mini|Verbreitungsgebiet der Rötelschwalbe Grün: BrutgebietBlassblau: DurchzugsgebietDunkelblau: Überwinterungsgebiet mini|Fliegend mit typischem Schwanz mit schwarzen Federspitzen; Bulgarien
Die Rötelschwalbe (Cecropis rufula, Syn. Hirundo rufula) ist eine Vogelart aus der Familie der Schwalben (Hirundinidae).
Das Verbreitungsgebiet der Rötelschwalbe erstreckt sich vom Maghreb über die Iberische Halbinsel entlang dem Nord- und Ostrand des Mittelmeeres bis in den Irak, den Süden Irans und nach Mittelasien. Rötelschwalben sind Zugvögel mit Überwinterungsgebieten in Afrika südlich der Sahara.
Ursprünglich als eigenständig zur Gattung Hirundo gehörig beschrieben, wurde sie lange als Unterart (Ssp.) Hirundo daurica rufula der Cecropis daurica sensu lato zugeordnet, die dann den deutschen Namen „Rötelschwalbe“ trug, der jetzt allerdings für die hier besprochene Art verwendet wird. Nachdem zahlreiche Arten aus der Gattung Hirundo im Jahre 2005 aufgrund molekulargenetischer Untersuchungen in die Gattung Cecropis gestellt worden waren, wurde auch die Unterart auf Cecropis daurica rufula umbenannt.A. Turner: Swallows & Martins: An Identification Guide and Handbook, 1989, Christopher Helm, ISBN 978-0-7136-4206-3
Im August 2024 erfolgte die Abspaltung der Rötelschwalbe (Cecropis rufula) als eigenständig aufgrund morphologischer und molekulargenetischer Unterschiede.Species Updates IOC Version 14.2 (August 2024)
Die Rötelschwalbe hält sich immer in Gewässernähe auf. Ihr Nest baut sie in Häusern, Gemäuern, Höhlen und unter Brücken.
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Beschreibung Die Rötelschwalbe erreicht eine Länge von 16 bis 18 Zentimetern. Sie hat einen rotbraunen Bürzel, ein rotbraunes Nackenband und einen proportional langen, im Flug oft tief gegabelten Schwanz. Die Unterseite ist rahmfarben ohne dunklen Halsfleck. Sie fliegt langsamer als die Rauchschwalbe und scheint hin und wieder in der Luft zu stehen, weil sie häufig Aufwinde nutzt.
Geografische Variation Die Art ist monotypisch:
Es wurden Hybride zwischen der Rauchschwalbe (Hirundo rustica) und der Rötelschwalbe Hirundo rustica x Cecropis rufula nachgewiesen.
Stimme Sie gibt einen bezeichnend rauen, dünnen Flugruf von sich. Ihr Warnruf lautet „kier“. Der Gesang ist dem der Rauchschwalbe ähnlich, aber weniger melodisch.
Lebensweise Die Art ist ein Zugvogel, lediglich in Südarabien und in Somalia ein Standvogel. In den Brutgebieten hält sie sich hauptsächlich von März/April bis September/Oktober auf. Während des Zuges bilden sich Schwärme von Hunderten von Vögeln, oft zusammen mit anderen Schwalben und Seglern (Apodidae).
Fortpflanzung mini|Gelege der Rötelschwalbe Ihr Nest baut die Art in Häusern, Gemäuern, Höhlen und unter Brücken aus Lehm und Speichel in Form einer halbierten Flasche, die an der Decke hängt. Die Länge des „Flaschenhalses“ kann bis zu einem halben Meter betragen. Die Brutzeit dauert 11 bis 16 Tage zwischen Mai und Juli. Die Nestlingsdauer beträgt 20–21 Tage.
Nahrung Die Nahrung besteht aus Insekten, die in der Luft gefangen werden.
Gefährdungssituation Der Bestand wurde nach der Aufteilung bislang nicht separat untersucht, gilt jedoch als nicht gefährdet (Least Concern).
Literatur C. J. Temminck: Hirundo rufula. In: Manuel d'ornithologie, ou, Tableau systématique des oiseaux qui se trouvent en Europe, 2. Auflage, Band 3, S. 298, Biodiversity Library
Weblinks
Macaulay Library
Einzelnachweise P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF A. Turner, G. M. Kirwan und P. F. D. Boesman: European Red-rumped Swallow (Cecropis rufula), version 1.0. In: S. M. Billerman und N. D. Sly (Herausgeber): Birds of the World. 2024, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, Cecropis rufula A. Turner und G. M. Kirwan: Red-rumped Swallow (Cecropis daurica), version 1.0. In: S. M. Billerman, B. K. Keeney, P. G. Rodewald und T. S. Schulenberg (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, Cecropis daurica J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 IOC World Bird List 15.2 Swallows F. Boie: "Generalübersicht der ornithologischen Ordnungen, Familien und Gattungen". In: Isis von Oken, Band 19, Seite 971, 1826, Biodiversity Library Frederick H. Sheldon, Linda A. Whittingham, Robert G. Moyle, Beth Slikas, David W. Winkler: Phylogeny of swallows (Aves: Hirundinidae) estimated from nuclear and mitochondrial DNA sequences. In: Molecular Phylogenetics and Evolution. 2005, Band 35, Nummer 1, S. 254–270 doi:10.1016/j.ympev.2004.11.008. James A. Eaton, Bas van Balen, Nick W. Brickle, Frank E. Rheindt: Birds of the Indonesian Archipelago Greater Sundas and Wallacea. Lynx Edicions, Barcelona, 2016. ISBN 978-84-941892-6-5 J. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements Checklist of Birds of the world: v2025, 2025, Version 2025. Abgerufen am 23. Januar 2026 Drew R. Schield, Clare Brown, Subir B. Shakya, Gina M. Calabrese, Rebecca J. Safran, Frederick H. Sheldon: Phylogeny and historical biogeography of the swallow family (Hirundinidae) inferred from comparisons of thousands of UCE loci. In: Molecular Phylogenetics and Evolution. 2024, Band 197, S. 108111 doi:10.1016/j.ympev.2024.108111.
Kategorie:Schwalben