mini|hochkant|Ueli Maurer (offizielles Porträt für das Jahr 2022) mini|Ueli Maurer (zweite Position oben rechts) auf dem offiziellen Bundesratsfoto 2022
Ulrich «Ueli» Maurer []Eidgenössische Bundeskanzlei: Der Bund kurz erklärt, Seite 63. Erschienen 2009. (* 1. Dezember 1950 in Wetzikon; heimatberechtigt in Adelboden und Hinwil) ist ein Schweizer Politiker (SVP). Er war vom 1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2022 Mitglied des Bundesrates, zuerst als Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) (2009–2015) und anschliessend als Vorsteher des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD) (2016–2022) sowie Bundespräsident der Schweizerischen Eidgenossenschaft 2013 und 2019.
Leben Über Maurers Privatleben ist wenig bekannt. Er schloss die obligatorische Ausbildung und die Sekundarschule in Hinwil ab, machte eine kaufmännische Lehre und erwarb anschliessend das eidgenössische Buchhalterdiplom. Von 1974 bis 1994 war er Geschäftsführer der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Hinwil-Bauma. Von 1993 bis 2008 war er Geschäftsführer des Zürcher Bauernverbandes. 2008 war er Präsident des Verbandes Schweizerischer Gemüseproduzenten und bis 2008 des Schweizer Maschinenrings.
Seine Familie präsentierte er zum ersten Mal öffentlich anlässlich seines Empfangs als neugewählter Bundesrat in seinem Wohnort Wernetshausen in der Gemeinde Hinwil. Seine Frau Anne-Claude, geb. Peter, wuchs in Ghana als Tochter von Schweizer Missionaren auf. Die beiden heirateten 1976 und haben zusammen sechs Kinder, vier Söhne und zwei Töchter.St. Galler Tagblatt vom 19. Dezember 2008, nach einem Interview im L’Hebdo Kennengelernt haben sie sich in Seattle, wo sie als Au-pair gearbeitet habe. Er selbst sei auf den Spuren seines Grossvaters unterwegs gewesen, der einst in Alaska nach Gold gesucht habe.Ueli Maurer lüftet das Geheimnis um seine Frau. In: Berner Zeitung. 18. Dezember 2008. Abgerufen am 3. März 2020.
Aus patriotischen Motiven verbringe er nach eigener Aussage seine Ferien vornehmlich in der Schweiz.
Politische Laufbahn Von 1978 bis 1986 war Maurer Gemeinderat von Hinwil. Von 1983 bis 1991 war er im Kantonsrat von Zürich, in seinem letzten Amtsjahr als Ratspräsident. Maurer wurde 1991 in den Nationalrat gewählt. Im selben Jahr verlor er die Wahl in die Zürcher Kantonsregierung gegen Moritz Leuenberger. In seiner Amtszeit als Präsident der SVP Schweiz von 1996 bis 2008 wurden zwölf neue Kantonalparteien sowie 600 lokale Sektionen gegründet, dabei etablierte sich die SVP als wählerstärkste Partei der Schweiz.Vom «bad guy» zum Bundesrat, Artikel von Francesco Benini auf NZZ online, 10. Dezember 2008 Am 21. Oktober 2007 kandidierte Maurer für einen von zwei Sitzen des Kantons Zürich im Ständerat, scheiterte jedoch im ersten Wahlgang. Im zweiten Wahlgang vom 25. November 2007 verlor er gegen die Grünliberale Verena Diener.
Am 26. Oktober 2007 gab Maurer seinen Rücktritt als Parteipräsident der SVP per März 2008 bekannt.Beitrag SF Tagesschau Toni Brunner wurde am 1. März 2008 zu seinem Nachfolger gewählt. Mitte August 2008 wurde Maurer zum Präsidenten der Zürcher SVP gewählt.«Wir sind die einzige noch verbleibende bürgerliche Partei» Interview aus der NZZ vom 7. August 2008 Nach dem Rücktritt von Bundesrat Samuel Schmid nominierte die SVP-Fraktion am 27. November 2008 neben Christoph Blocher auch Maurer für die Bundesratswahl 2008.Tages-Anzeiger: Maurer auf dem Sprung in den Bundesrat Am 10. Dezember 2008 wurde Maurer im dritten Wahlgang mit nur einer Stimme Vorsprung auf Sprengkandidat Hansjörg Walter in den Bundesrat gewählt. Von 2009 bis 2015 war Maurer Vorsteher des Eidgenössischen Departementes für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS).tagesschau.sf.tv: Am 5. Dezember 2012 wurde Maurer mit 148 von 237 möglichen und 202 gültigen Stimmen zum Bundespräsidenten für das Jahr 2013 gewählt.. Tagesschau – Schweizer Fernsehen, 5. Dezember 2012Nur zwei Politiker erzielten ein schlechteres Resultat. bazonline.ch, 5. Dezember 2012 Bei den Gesamterneuerungswahlen vom 9. Dezember 2015 wurde Maurer mit 173 von 210 gültigen Stimmen im ersten Wahlgang wiedergewählt. Per 2016 wechselte er vom VBS ins Eidgenössische Finanzdepartement (EFD).Parmelin wird Verteidigungsminister In: Schweizer Radio und Fernsehen, 11. Dezember 2015, abgerufen am 2. Januar 2016
Am 30. September 2022 gab Maurer bekannt, dass er am Ende des Jahres 2022, nach 14 Jahren, aus dem Bundesrat zurücktreten werde. Zu seinem Nachfolger wurde am 7. Dezember 2022 Albert Rösti gewählt.Auf nzz.ch, abgerufen am 30. September 2022
Kritik Vor seiner Nomination als Bundesrat galt Maurer innerhalb der SVP als Vertreter der Politik des «Zürcher Flügels».Unbequem heisst nicht unwählbar. Leitartikel in der Neuen Zürcher Zeitung vom 6. Dezember 2008, Seite 15 So wurden unter seiner Präsidentschaft die umstrittenen Plakatkampagnen veröffentlicht mit Sujets wie dem Messerstecher, den nach dem Schweizer Pass greifenden braunen Händen, sowie dem schwarzen Schaf, das von der Landesflagge gestossen wird. Im Vorfeld der Bundesratswahl und nach seiner Wahl wurde von verschiedener Seite befürchtet, er würde den Rollenwechsel in eine Kollegialbehörde nicht meistern können. In der Folge wurde Maurer vorgeworfen, die Parteiinteressen über die Landesinteressen zu stellen. Bei einer Rede im Jahr 2003 sprach Ueli Maurer in einem Festzelt und benutzte mehrfach das Wort Neger, um über dunkelhäutige Personen in der Schweiz zu sprechen. Der Auftritt wurde in der öffentlichen Debatte unter anderem von Jean-François Tanda als rassistisch bewertet. Maurer erklärte später: «So lange ich ‹Neger› sage, bleibt die Kamera auf mir.» Maurer trug im September 2021 das offizielle T-Shirt der sogenannten «Freiheitstrychler», der Schweizer Variante der Querdenkerbewegung. Später beteuerte Maurer, er habe nicht gewusst, in welchem Zusammenhang das Motiv stehe. Bei der Pressekonferenz am 30. September 2022 zur Ankündigung seines Rücktritts aus der Schweizer Landesregierung sagte Maurer: «Ob meine Nachfolgerin eine Frau oder ein Mann ist, ist mir eigentlich gleich. Solange es kein ‹Es› ist, geht es ja noch.» Dies kritisierten unter anderen Tamara Funiciello, Kim de l’Horizon und Mathias Wirth als Seitenhieb gegen Schwächere und Absprechen des Menschseins einer Minderheit.Kaspar Schwarzenbach: Tamara Funiciello: Kritik an Ueli Maurer wegen Transgender-Aussage!, nau.ch, 3. Oktober 2022Kim de l’Horizon: «Lieber John Unbekannt, lieber Ueli Maurer, ihr habt mich geschlagen. Aber ich vergebe euch», Neue Zürcher Zeitung, 19. Oktober 2022Mathias Wirth: «Gleichheit als oberste demokratische Maxime»: Warum Kim de l’Horizon Recht hat und Bundesrat Maurer irrt, kath.ch, 23. Oktober 2022
Auslandbesuche als Bundespräsident 2013 Datum Ort Staat Hauptgrund 1. und 2. Februar München Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz 8. bis 10. Februar Schladming Besuch der Alpinen Skiweltmeisterschaften Treffen mit dem österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer 19. Februar Vaduz Treffen mit dem liechtensteinischen Regierungschef Klaus Tschütscher 5. und 6. Mai Vatikanstadt Audienz bei Papst Franziskus und Teilnahme an der Vereidigung neuer Schweizergardisten 3. Juni Vilnius Treffen mit der litauischen Staatspräsidentin Dalia Grybauskaitė 16. bis 21. Juli Peking Treffen mit Präsident Xi Jinping und Ministerpräsident Li Keqiang 9. September Innsbruck Teilnahme am Vierertreffen der deutschsprachigen Staatsoberhäupter 23. bis 25. Oktober New York City () Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen 18. November Priština und Suhareka Treffen mit der kosovarischen Präsidentin Atifete Jahjaga und Besuch der Swisscoy 10. und 11. Dezember Pretoria und Johannesburg Teilnahme an den Trauerfeierlichkeiten für den ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela
2019 Datum Ort Staat Hauptgrund 11. Januar Wien Treffen mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Sebastian Kurz 23. Januar Schaan Teilnahme am Festakt zur 300-Jahr-Feier des Fürstentums Liechtenstein 12. und 13. April Washington, D.C. Teilnahme an der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank 22. bis 29. April Shanghai und Peking Staatsbesuch; Treffen mit Präsident Xi Jinping und Premierminister Li Keqiang Teilnahme am zweiten Seidenstraßengipfel Treffen mit Behörden- und Finanzbranchenvertretern 10. Mai Helsinki Treffen mit Präsident Sauli Niinistö und dem geschäftsführenden Ministerpräsidenten Juha Sipilä sowie Parlamentspräsident Antti Rinne 14. Mai Warschau Treffen mit Präsident Andrzej Duda 16. Mai Washington, D.C. Treffen mit Präsident Donald Trump 3. und 4. Juni Linz Teilnahme am Treffen der deutschsprachigen Staatsoberhäupter 8. bis 10. Juni Fukuoka und Tokio Teilnahme am Treffen der G20-Finanzminister und -Notenbankgouverneure sowie Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzō Abe 23. und 24. September New York City () Teilnahme an der Generalversammlung der Vereinten Nationen 18. und 19. Oktober Washington, D.C. Teilnahme an der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank 26. und 27. Oktober Dubai und Abu Dhabi Treffen mit Ministerpräsident Muhammad bin Raschid Al Maktum 28. und 29. Oktober Riad Treffen mit König Salman ibn Abd al-Aziz 21. November Moskau Treffen mit Präsident Wladimir Putin und Premierminister Dmitri Medwedew 22. November Nur-Sultan Treffen mit Präsident Qassym-Schomart Toqajew und Premierminister Asqar Mamin 29. November Zagreb Treffen mit Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarović und Premierminister Andrej Plenković
Sonstiges Als Maurer 1999 in einer Diskussionssendung auf Tele24 von Roger Schawinski als «Parteipräsident von Blochers Gnaden» bezeichnet wurde, verliess er vor laufenden Kameras das Studio.Videoausschnitt aus Tele24 Im Juni 2006 wurde Maurer von Alfredo Lardelli der Urkundenfälschung beschuldigt. Die Beschuldigungen erwiesen sich als nicht haltbar und Maurer wurde im November desselben Jahres freigesprochen.. Tages-Anzeiger, 2. November 2006 2013 wurde Maurer mit dem World Telecommunication and Information Society Award der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) ausgezeichnet.Ueli Maurer von ITU ausgezeichnet. In: inside-IT vom 3. Mai 2013 2013 wandte er sich gegen Edward Snowdens Darstellung, die CIA habe einen Schweizer Bankier absichtlich betrunken gemacht, ihn ermutigt, dennoch Auto zu fahren, um ihn nach der verkehrspolizeilichen Festnahme zu «helfen», wenn er sich anwerben lasse, da dies ja voraussetze, dass die CIA sowohl die Polizisten als auch die Justiz bestochen habe. Maurer bekleidete in der Schweizer Armee den Dienstgrad eines Majors. 2019 nahm Ueli Maurer an der Bilderberg-Konferenz teil.
Literatur
Weblinks
Ueli Maurer auf der Website des Eidgenössischen Finanzdepartements EFD (Archiv) Ueli Maurer auf admin.ch
Einzelnachweise
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