Field of Regard (FOR, deutsch Erfassungsbereich) bezeichnet in der Sensorik den maximalen Winkel- bzw. Raumbereich, den ein Sensor durch Kombination aus eigenem Sichtfeld (Field of View, FOV) und mechanischer oder elektronischer Schwenk- bzw. Scanfähigkeit abdecken kann. Der FOR ist in der Regel größer als das momentane FOV; bei stationär ausgerichteten Sensoren gilt FOR = FOV.

Anwendungen Der Begriff wird in der Fernerkundung, bei Radar-, Lidar- und EO/IR-Systemen sowie in der Astronomie verwendet. Beispiele: Beim James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) ist der FOR der jeweils beobachtbare Himmelsbereich, der durch Sonnenabschattung, thermische und Ausrichtungs-Beschränkungen definiert ist; er bildet am Himmel eine torusförmige Zone und verschiebt sich etwa 1° pro Tag entlang der Ekliptik. In der Erdbeobachtung geben FOR-Angaben die maximal erreichbare Flächenabdeckung eines abbildenden Sensors an (z. B. „45°-Kegel um Nadir“). Bei drehenden oder elektronisch geschwenkten Überwachungs-Radaren entspricht der FOR der über einen vollständigen Scan abgedeckten Azimut-/Elevationsspanne; er kann bis zu 360° in Azimut betragen.

Einflussfaktoren und Zusammenhang mit Systemparametern Der FOR wird durch die mechanischen Stellwege (Azimut/Elevation) gimbaler Systeme, durch Plattform-Pointing-Grenzen (z. B. thermische oder Abschattungs-Constraints) sowie durch maximalen elektronischen Abweichwinkel bei Array-Systemen festgelegt. Ein größerer FOR erhöht typischerweise die potenzielle Flächenabdeckung und senkt die Wiederholrate pro Ziel bei gegebener Scanzeit; das FOV bestimmt dagegen unmittelbare Auflösung, Abtastrate und momentane Strahlbreite.

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Kategorie:Sensorik