Wajdi Muhammad Abduh al-Ahdal (; * 1973 in Hodeida) ist ein jemenitischer Schriftsteller. Seine Arbeiten lösten im Jemen wiederholt Kontroversen aus; nach der Beschlagnahme des Romans Qawārib Dschabaliyya (‚Bergboote‘) verließ er 2002 das Land und kehrte nach einer Intervention von Günter Grass zurück. 2009 wurde er in die Beirut39-Liste des Hay Festival aufgenommen. Seine auf Englisch erschienene Romanübersetzung A Land Without Jasmine (Übersetzung durch William M. Hutchins) erhielt 2013 den Saif Ghobash–Banipal Prize. 2024 veröffentlichte er den Roman as-samāʾ tudachchinu as-sadschāʾir (‚Der Himmel raucht Zigaretten‘).
Leben Al-Ahdal wurde 1973 in Hodeida geboren, besuchte die Grund- und Mittelschule in Bajil und legte sein Abitur in Sanaa ab. Im Jahr 1996 schloss er an der Universität Sanaa ein Geografiestudium mit dem Bachelor ab. Er arbeitete bei der Yemen General Book Authority, leitete das Kulturhaus in Sanaa, verantwortete später die Abteilung für Ausbildung und Qualifizierung im Kulturministerium, war geschäftsführender Redakteur der Kulturzeitschrift al-Thaqafiya und Mitglied der Generalsekretariats des jemenitischen Schriftstellerverbands. Im Zuge der Auseinandersetzungen um Qawārib Dschabaliyya verließ er 2002/2003 nach Drohungen das Land und kehrte nach Fürsprache, darunter von Literaturnobelpreisträger Günter Grass, noch im selben Jahr zurück. Später leitete er Schreibwerkstätten und beteiligte sich an kulturellen Projekten im In- und Ausland.
Wirken Sein Roman Qawārib Dschabaliyya (‚Bergboote‘) wurde 2002 vom jemenitischen Kulturministerium beschlagnahmt; der Verlag wurde geschlossen und ein Verfahren gegen Schriftsteller und Verleger eingeleitet. Mit Faylasūf al-karantīna (2007; ‚Der Philosoph der Quarantäne‘) erreichte er 2008 die Longlist des International Prize for Arabic Fiction. 2010 zählte ihn das Projekt Beirut39 zu den 39 bedeutendsten arabischen Autorinnen und Autoren unter 40 Jahren. Die englische Ausgabe von A Land Without Jasmine (Garnet, 2012) brachte dem Übersetzer William M. Hutchins 2013 den Saif Ghobash–Banipal Prize ein. 2018 stand sein Roman Arḍ al-muʾāmarāt as-saʿīda (‚Land der glücklichen Verschwörungen‘) auf der Longlist des Sheikh-Zayed-Buchpreises. 2019 adaptierte das Kollektiv Sarha A Land Without Jasmine fürs Theater; die Inszenierung wurde im Battersea Arts Centre in London gezeigt. Zu seinen jüngeren Veröffentlichungen zählt der 2024 bei Hachette Antoine/Naufal erschienene Roman as-samāʾ tudachchinu as-sadschāʾir (‚Der Himmel raucht Zigaretten‘).
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Jemenit Kategorie:Geboren 1973 Kategorie:Mann