mini|hochkant|Stammwappen derer von Scheffert im Wappenbuch des Westfälischen Adels mini|hochkant|Wappen der Freiherren von Scheffert von 1645 im Wappenbuch des Westfälischen Adels Scheffert (auch Scheffert genannt Weisweiler oder nur Weisweiler), ursprünglich Scheffer oder Scheiffer, ist der Name eines erloschenen rheinisch-niedersächsischen Adelsgeschlechts.

Die Familie ist zu unterscheiden von den namensähnlichen aber nicht stammesverwandten Scheiffart von Merode.

Geschichte Das Geschlecht stammt aus Aachen und war später im Niederstift Münster begütert.Spießen (1901–1903), S. 111. Die sichere Stammreihe beginnt mit Johann Scheffer genannt Weisweiler (* 1540, urkundlich bis 1594). Dessen Sohn Wilhelm Reinhard von Scheffert (1586–1648) erhielt am 20. Oktober 1645 in Linz an der Donau den Reichsfreiherrenstand verliehen.AT-OeStA/AVA Adel RAA 366.63. Er saß auf Buir bei Düren und Oberfell an der Mosel.Ehrenkrook (2001), S. 357. Letzteres erhielt er 1647 zusammen mit Alken, Kattenes und Nörtershausen vom Kölner Erzbischof Ferdinand von Bayern zu Lehen, nachdem er zuvor die Pfandschaft über die Objekte von Johann Freiherr von und zu der Recke angekauft hatte.Wilhelm Günther: Codex diplomaticus Rheno-Mosellanus, V. und letzter Teil, Koblenz 1826, S. 433 f., Nr. 226 (Google Bücher). Wilhelm Reinhard von Scheffert war Drost zu Stickhausen im Niederstift Münster, ostfriesischer Gesandter bei den Friedensverhandlungen in Münster und OsnabrückSchmidt-Czaia (1996). und zuletzt kurkölnischer Kämmerer. Durch Heirat der Erbtochter Ida Juliana Crumminga war auch Esterwegen im heutigen Landkreis Emsland an ihn gefallen.

Ein weiterer Familienbesitz schon zu Zeiten des Wilhelm Reinhard von Scheffert war das Allod Ostkreyenborg nördlich von Haselünne-Lehrte. Die Ostkreyenborg fiel später durch Heirat der Hermine Luise von Scheffert mit Leutnant Friedrich von Reusch und einem am 31. März 1753 zwischen Letzterem und dessen Schwiegervater Johann Michael von Scheffert geschlossenen Vertrag an die Herren von Reusch. Durch Gerichtsbeschluss mussten die Eheleute die Ostkreyenborg einige Jahre später an ihre verwitwete Schwägerin Anna Katharina Franziska von Nagel abtreten.Rudolf vom Bruch: Die Rittersitze des Emslandes, 5. Auflage, Münster 1962, S. 111 ff.

Esterwegen dagegen fiel 1738 durch Erbschaft von Franz Ferdinand von Scheffert an die mit seiner Magd Adelheid Memering, einer Tochter des Esterweger Jägers und Waffenmeisters Memering zu Bockhorst, gezeugte Tochter Bernhardine Franziska von Scheffert. Diese brachte Esterwegen durch Heirat mit dem fürstlichen Thurn- und Taxisschen Oberpostmeister Anselm Franz Benedikt von Lixfeld (1718–1761) an die von Lixfeldt. Zwischen 1808 und 1814 war Esterwegen dann noch einmal im Besitz der Familie Scheffert.

Laut Max von Spießen existierte die Familie noch 1829. Bald danach soll sie erloschen sein.

Stammfolge Schleicher stellt folgende Stammfolge des Geschlechts dar (ergänzt um Informationen bei Bruch):Schleicher (1997), S. 746 f.

Wappen Blasonierung des Stammwappens In Gold ein schwarzer Sparren. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Helmdecken eine goldene Mohrenpuppe mit nach links fatterndem goldenen Bande. Blasonierung des Freiherrenwappens von 1645 Geviert. Felder 1 und 4 mit dem Stammwappen. Felder 2 und 4 in Schwarz ein wachsender, goldgekleideter Mohrenrumpf mit silbernem Kragen, auf der Brust belegt mit einem schwarzen Sparren, auf dem Kopf ein silbernes Barett, vom welchem silberne Bänder nach links abfliegen. Über dem Schild eine Freiherrenkrone, darüber auf einem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Helmdecken der Mohrenrumpf aus Feld 2 und 3.

Literatur Hans Friedrich von Ehrenkrook: Genealogisches Handbuch des Adels. Genealogisches Handbuch der fürstlichen Häuser, Band XVI. (= Genealogisches Handbuch des Adels, Gesamtreihe Band 124), Limburg an der Lahn 2001, S. 357. Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Heberle, Köln 1858, S. 347 (Google Bücher) (hier fälschlicherweise vermischt mit den Scheiffart von Merode). Herbert M. Schleicher: Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 13, Mappe 995–1070 (Reven–Scheidt gt. Weschpfennig) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 88), Köln 1997, S. 744–751. Bettina Schmidt-Czaia: Wilhelm Reinhard von Scheffert, genannt Weisweiler (1586–1648) und der Abzug der Hessen aus Ostfriesland: Ein emsländischer Gutsherr als Stickhausener Drost und ostfriesischer Gesandter bei den Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück. In: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands. Band 79 (1999), Aurich 1996, S. 158–186. Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 111 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfln. 261 (hhu.de) und 276 (hhu.de).

Weblinks Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel RAA 366.63 Scheffert, Wilhelm Reinhard, im Türkenkrieg, Freiherrenstand für das Reich und die Erblande, 1645.10.20.

Einzelnachweise

Kategorie:Niedersächsisches Adelsgeschlecht Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht