miniatur|Tänzerinnen von Vera Skoronel, um 1926 Der Tanz in der Weimarer Republik war ein wichtiger Teil der deutschen Kultur in den Jahren von 1919 bis 1933.

Geschichte Gesellschaftstänze

miniatur|Tanztee im Hotel Esplanade in Berlin Am 31. Dezember 1918 wurde das kriegsbedingte Tanzverbot in Deutschland aufgehoben, was eine große Tanzbegeisterung auslöste.

Es entstanden zahlreiche Tanzlokale, in den Dörfern wurde in Vereinslokalen getanzt. Die beliebtesten Tänze der frühen 1920er Jahre waren der Tango, der Walzer, sowie die amerikanischen Modetänze Foxtrott, Shimmy und besonders der Charleston (seit 1925).Tanzbegeisterung in der Weimarer Republik Zeitklicks Dabei wurde der gesamte Körper wild bewegt, Arme, Beine, Hüften, Oberkörper geschüttelt und herumgeworfen. Einige Schriftsteller wie Siegfried Kracauer und Klaus Mann sahen darin eine Flucht aus dem schwierigen Alltagsleben der Nachkriegszeit mit Inflation, Wirtschaftskrisen und Arbeitslosigkeit.Silvester 1918. An Gewehrläufen vorbei zum Tanzsaal, in Die Zeit vom 31. Dezember 2013

Ende der 1920er Jahre nahm die Tanzbegeisterung etwas ab und die Tänze wurden ruhiger.

Tanzaufführungen

In den 1920er Jahren gab es zahlreiche Tanzaufführungen in Variétés, Revuen und anderen Bühnen. Diese waren exotisch, erotisch, abstrakt, sakral oder in anderer Weise expressiv. Zu den bekanntesten Tänzerinnen in dieser Zeit in Deutschland gehörten Anita Berber, Vera Skoronel, Tatjana Barbakoff, Valeska Gert, Charlotte Bara, sowie die US-Amerikanerin Joséphine Baker.Brygida Ochaim, Julia Wallner (Hrsg.): Der absolute Tanz. Tänzerinnen der Weimarer Republik, Berlin 2021, S. 34–134, mit einigen Biographien

Ausdruckstanz Eine größere Verbreitung fanden verschiedene Formen des Ausdruckstanzes für Laien, der eine freie körperliche Bewegung lehrte. Dabei sollte der Körper inneren Gefühlen folgen und sich von Konventionen und Hemmungen lösen. Die wichtigsten Vorbilder waren der Franzose François Delsarte, der Schweizer Émile Jaques-Dalcroze und der Ungar Rudolf von Laban, zu den wichtigsten Tanzschulen der 1920er Jahre gehörten die von Mary Wigman und Gret Palucca in Dresden, sowie von Hertha Feist, Berthe Trümpy und Jutta Klamt in Berlin.Liesel Freund, Monographien der Ausbildungsschulen für Tanz, Berlin 1929, mit den wichtigsten Tanzschulen der modernen Richtungen in Berlin Verschiedene Formen des Ausdruckstanzes waren auch in der Arbeiterbewegung verbreitet.

Darstellungen in der Bildenden Kunst

Maler und Bildhauer wie Otto Dix, Georg Kolbe und Ernest Neuschul schufen Kunstwerke von Tänzerinnen und Tanzszenen, meist im expressionistischen Stil.

Literatur

Brygida Ochaim, Julia Wallner (Hrsg.): Der absolute Tanz. Tänzerinnen der Weimarer Republik Ausstellungskatalog. Georg-Kolbe-Museum, Berlin 2021. 224 Seiten (Inhaltsverzeichnis), mit vielen Informationen und Abbildungen

Kate Elswit; Watching Weimar Dance. Oxford University Press, 2014 (Auszüge)

Weblinks

Der absolute Tanz. Tänzerinnen der Weimarer Republik Georg-Kolbe-Museum

Einzelnachweise

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