mini|Majláth Gusztáv Károly, 1897 Gusztáv Károly Majláth (* 24. September 1864 in Bakóca, Königreich Ungarn; † 18. März 1940 in Budapest, Königreich Ungarn) war ein ungarischer römisch‑katholischer Geistlicher.

Leben Herkunft und Ausbildung Majláth entstammte der ungarischen Adelsfamilie Majláth. Sein Vater war György Majláth (1818–1883), Kämmerer, Hofkanzler und Landesrichter, seine Mutter Baronin Stefánia Prandau‑Hilleprand (1832–1914). Er ging zuerst auf das Zisterziensergymnasium in Pécs, danach studierte er Rechtswissenschaft in Straßburg, anschließend Theologie in Budapest und am Collegium Pázmáneum in Wien.

Priesterzeit und erste Tätigkeiten Am 4. Oktober 1887 wurde er in Esztergom zum Diakon geweiht und zwei Tage später zum Priester. Danach wirkte er am Priesterseminar in Esztergom. Ab 1894 war er in Komárom tätig, wo er eine Schule gründete und sich in der Jugendarbeit engagierte.

Bischof Am 26. März 1897 ernannte Papst Leo XIII. ihn zum Titularbischof von Martyropolis und Koadjutorbischof des Bistum Siebenbürgen, dessen amtierender Bischof Ferenc Lönhart war. Juraj Császka, Erzbischof von Kolocsa, weihte ihn am 1. Mai 1897 in der Matthiaskirche in Budapest zum Bischof. Mitkonsekratoren waren Philipp Steiner, Bischof von Székesfehérvár. Nach dem Tod Lönharts am 28. Juni 1897 übernahm Majláth die Leitung des Bistums Siebenbürgen.

Er setzte sich besonders für Bedürftige ein, förderte Unterrichtseinrichtungen und Bildungsstipendien. 1913 hielt er einen Diözesansynod in Alba Iulia und führte zahlreiche pastorale Visitationen durch.

Nach der Revolution 1919 wurde seine Bewegungsfreiheit eingeschränkt: Es wurde ihm verboten, seine Wohnung zu verlassen oder Besuch zu empfangen. 1925 reichte er zusammen mit Vertretern der ungarischen protestantischen Kirchen eine persönliche Beschwerde beim Völkerbund ein, in der es um die fortgesetzten Verletzungen der Genfer Konvention durch die Regierung gegen Minderheiten in seiner Diözese ging. Als Rumänien diplomatische Beziehungen mit dem Heiligen Stuhl aufnahm, stellte die rumänische Regierung Forderungen, die sich negativ auf die ungarischen Gläubigen in Siebenbürgen auswirken würden. Deshalb protestierten Bischof Majláth und der Bischof von Csanád beim Erzbischof von Bukarest, Raymund Netzhammer. Gemäß dem rumänischen Konkordat von 1927 wurde die Diözese als Diözese Alba Iulia wiederhergestellt, sie blieb jedoch in ständigem Streit mit den rumänischen Behörden über die Rechte der Katholiken in Siebenbürgen, insbesondere das Recht auf Religionsunterricht an den Schulen.

Am 22. März 1932 wurde sein Bistum in Alba Iulia umbenannt.

Späte Jahre und Tod Ab 1935 lebte Majláth aus gesundheitlichen Gründen in Budapest. 1936 erhielt er mit Adolf Vorbuchner einen Koadjutor, der ihn entlastete. Am 28. Mai 1938 nahm Papst Pius XI. seinen Rücktritt an und ernannte ihn zum Titularerzbischof von Soteropolis. Majláth starb am 18. März 1940 in Budapest. Beigesetzt wurde er in der Kirche Regnum Marianum. Nach der Zerstörung dieser Kirche 1951 wurden seine Gebeine heimlich in die Universitätskirche überführt.

Wirkung und Bedeutung Majláth galt als wichtiger Fürsprecher der ungarischen Minderheit in Siebenbürgen. Er verteidigte die Rechte ungarischsprachiger Katholiken gegenüber der rumänischen Verwaltung, besonders in Fragen Schule, Sprache und kirchlicher Autonomie. Er setzte sich auch für die soziale Fürsorge und Bildung ein und unterstützte arme Studierende sowie katholische Publikationen.

Literatur S. Léh & A. Koltai (Hrsg.): Catalogus religiosorum Provinciae Hungariae Ordinis Scholarum Piarum 1666‑1997. Budapest, 1998. János Gudenus: A magyarországi főnemesség XX. századi genealógiája. Budapest, 1990‑1999.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Bischof von Alba Iulia Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (19. Jahrhundert) Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (20. Jahrhundert) Kategorie:Ungar Kategorie:Geboren 1864 Kategorie:Gestorben 1940 Kategorie:Mann