Justus Christoph Reiche, ab 1716 von Reiche (* 27. Mai 1657 in Hameln; † 23. Mai 1740 in IlfeldBerlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften und Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (Hrsg.): Gottlob Wilhelm Leibniz Sämtliche Schriften und Briefe. Erste Reihe Allgemeiner Politischer und Historischer Briefwechsel. Zweiundzwanzigster Band. Akademie-Verlag, Berlin 2011, S. 802. Link zum Volltext in zwei TeilenGothaisches genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser. 1912, S. 768 (mit falschem Geburtsdatum und Geburtsort)), war ein deutscher Jurist und Staatssekretär („Secretarii Statvs“). Er war von 1707Gerda Utermöhlen, Günter Scheel, Kurt Müller (Hrsg.): Gottlob Wilhelm Leibniz Sämtliche Schriften und Briefe. De Gruyter, Berlin 1979, Reprint 2014, S. 712. bis zu seinem Tod 1740 Administrator des Stifts Ilfeld und bekleidete hohe Ämter im Dienst des Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg, darunter auch in London.Benjamin Bühring: Die Deutsche Kanzlei in London. 2021, S. 160.

Leben und Wirken mini|Das 1716 Reiche verliehene Adelswappen Er war der Sohn des Bürgermeisters von Hameln.Uta Richter-Uhlig: Hof und Politik unter den Bedingungen der Personalunion zwischen Hannover und England. Die Aufenthalte Georgs II. in Hannover zwischen 1729 und 1741. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, S. 166. Reiche studierte an den Universitäten Helmstedt, Kiel und Leiden und unternahm mehrere Bildungsreisen ins Ausland. Ab 1689 war er in Hannover zunächst als Sekretär bei der dortigen Geheimen Kanzlei und ab 1694 bei der Geheimen Kammer tätig. 1698 erfolgte seine Ernennung zum Hofrat.Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften und Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (Hrsg.): Gottlob Wilhelm Leibniz Sämtliche Schriften und Briefe. Erste Reihe Politischer und Historischer Briefwechsel Zweiundzwanzigster Band. Akademie-Verlag, Berlin 2011, S. 802. 1709 wird er als „Administrator Just Christoph Reiche, Braunschweig-Lüneburgischer Hofrath und geheimer Cammer-Secretarius“Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste, Band 14 (1739), Spalte 533–534 (Digitalisat). und 1723 als „Jost Christoph Reiche/ Königlicher Groß-Britannischer und Churfürstlicher Braunschweig-Lüneburgischer Hochbetrauter Geheimter: Iustitz-Rath/ wie auch des Stiffts Ilfeld Hochverordneter Administrator“Eintrag im VD 18: Gelegenheitsschrift Hannover 1723 bezeichnet.

Anlässlich seiner Rückkehr aus dem Feldlager 1708 widmeten ihm die Kollegen des Pädagogiums zu Ilfeld die in Jena gedruckte Festschrift „Gratulatio qua magnifici et incliti viri Iusti Christophori Reiche serenissimi ac potentissimi electoris Brunsvicensis ac Luneburgensis secretarii status admissionis sanctioris consiliarii aulici atque coenobii Ilefeldensis administratoris et praelati in primis venerabilis maecenatis sui perquam gratiosi felicem ad suos ex castris reditum prosequuntur faustique anni auspicia et prosperitatis bona numquam cessaturae deprecantur paedagogii Ilfeldensis collegae“.Eintrag in der VD18-Datenbank Auch in späteren Jahren wurde ihm weitere Gelegenheitsschriften gewidmet, dazu zählen Constitutio Rei Scholasticae Ilfeldensis: Complectens cum Lectionum tum Legum, Disciplinae atque Emendationis Rationem… und Oratio De Faciliore Docendae Discendaeqve Matheseos Ratione…Beispiele für ihm gewidmete Schriften in der VD18-Datenbank. Die Erhebung in den Adelsstand wurde in Hannover am 16. Juli 1733 publiziert.Adolf Matthias Hildebrandt: Der Hannöverische Adel. 1870, S. 25.

Durch den römisch-deutschen Kaiser Karl VI. wurde Reiche und seine ehelichen Nachkommen mit dem Adelsdiplom vom 7. Juli 1716 in den Reichsadelsstand erhoben.AT-OeStA/AVA Adel RAA 338.44 Damit begründete er die adlige Familie von Reiche.Otto Titan von Hefner: Neues Wappenbuch des blühenden Adels im Königreiche Hannover und Herzogthume Braunschweig. München/Leipzig 1862, S. 23 f. und Tab 26.Freiherr Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 273.Christian Friedrich August von Meding: Nachrichten von adelichen Wapen. Band 1, Johann Philipp Christian Reuß, Hamburg 1786, S. 475.

Tod und Epitaph 1748 erfolgte die Errichtung eines Epitaphs für den Geheimen Sekretär von Reiche in der (alten) Klosterkirche zu Ilfeld. Es wurde vom Bildhauermeister Johann Caspar Unger für 100 Taler aus schwarzem und weißen Marmor auf Kosten seiner Brüder und Erben angefertigt.Akte im Landesarchiv Sachsen-Anhalt

Er war mit der Witwe Margarethe Emerentia von Kotzebue († 1760) verheiratet und hatte mehrere Kinder.Johannes Hohlfeld, Karl Steinmüller: Deutsche Anhentafeln. B. 2, 1937, S. 13.Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie. 1885, S. 45. Sein SohnUta Richter-Uhlig: Hof und Politik unter den Bedingungen der Personalunion [...] 1992, S. 36.Annette Landgraf, David Vickers: The Cambridge Handel Encyclopedia. 2009, S. 535. Gerhard Andreas von Reiche (1691–1770) wurde 1740 Nachfolger des Vaters als Administrator des Klosters Ilfeld. Nach 1747 trug er den Titel Drost von Ilfeld.Dieter Hüning, Arne Klawitter, Gideon Stiening: Jakob Mauvillon (1743–1794) und die deutschsprachige Radikalaufklärung. Berlin/Boston 2022, S. 36.

Literatur Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 7: Ossa – Ryssel. Leipzig 1867, S. 412 (books.google.de). Joachim Lampe: Aristokratie, Hofadel und Staatspatriziat in Kurhannover. 1963, S. 263 und 360. Uta Richter-Uhlig: Hof und Politik unter den Bedingungen der Personalunion zwischen Hannover und England. Die Aufenthalte Georgs II. in Hannover zwischen 1729 und 1741. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, S. 36 und S. 166.

Weblinks Eintrag bei der Deutschen Digitalen Bibliothek Eintrag beim vd18 mit Wirkungsdaten Werke beim Index Theologicus

Einzelnachweise

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