mini|hochkant|Dorise Nielsen (1942) Dorise Winifred Nielsen (* 30. Juli 1902 in London; † 9. Dezember 1980 in Peking) war eine kanadische Politikerin und Frauenrechtlerin. Von 1940 bis 1945 war sie Abgeordnete des Unterhauses für den Wahlkreis North Battleford. Sie war das erste Mitglied der Kommunistischen Partei Kanadas, das ins Unterhaus gewählt wurde. Sie war zudem die dritte Frau, die ins Unterhaus gewählt wurde.
Leben und Karriere Nielsen wurde am 30. Juli 1902 in London als Doris Webber geboren. Sie wanderte 1927 nach Saskatchewan, Kanada aus und arbeitete als Lehrerin. Im selben Jahr heiratete sie den Bauern Peter Nielsen und änderte ihren Namen in Dorise Nielsen.
1934 trat sie der demokratisch-sozialistischen politischen Partei Co-operative Commonwealth Federation (CCF) bei. 1937 trat sie der Kommunistischen Partei Kanadas bei. Ihre Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei verheimlichte sie jedoch bis 1943. 1938 arbeitete sie am Wahlkampf des CCF für die Saskatchewan Provinzwahl 1938 mit. 1940 trennte sie sich von ihrem Ehemann. Bei der Kanadischen Unterhauswahl 1940 wurde Nielsen als Mitglied der Volksfront „Einheit“ ins Unterhaus im Wahlkreis North Battleford gewählt. Die Volksfront „Einheit“ war ein Bündnis zwischen der Kommunistischen Partei, dissidenten Mitgliedern der CCF und Teilen der Social-Credit-Bewegung. Sie war das erste Mitglied der Kommunistischen Partei Kanadas, das ins Unterhaus gewählt wurde, obwohl ihre Mitgliedschaft in der Partei damals geheim war. Sie war zudem die dritte Frau, die ins Unterhaus gewählt wurde, nach Agnes Macphail im 1921 und Martha Black im 1935. Da die Kommunistische Partei Kanadas zwischen 1940 und 1943 verboten war, fungierte Nielsen als inoffiziell Sprecherin der Partei in Unterhaus. Als das Verbot 1943 aufgehoben wurde, erklärte Nielsen ihre Mitgliedschaft in der Partei, die vorübergehend den Namen Labor-Progressive Party angenommen hatte. Anschließend wurde sie Mitglied des Zentralkomitees. Während ihrer Amtszeit setzte sie sich für die Rechte der Frauen ein. Sie kritisierte auch die Behandlung von Indianern durch das Residential School System und die Internierung japanischstämmiger Kanadier. Bei der Kanadischen Unterauswahl 1945 unterlag sie in ihrem Wahlkreis Frederick W. Townley-Smith von der CCF.
Nach seiner Wahlniederlage zog Nielsen von Saskatchewan nach Toronto. Sie arbeitete als Autorin für die Zeitung der Kommunistischen Partei, den Canadian Tribune. Mit ihren Zeitungsartikeln setzte sie sich für Feminismus und Frauenrechte ein. Sie nahm 1948 an der Tagung der Internationalen Demokratischen Frauenföderation in Budapest teil. Sie war außerdem Gründungsmitglied des Congress of Canadian Women und des Canadian Peace Congress. Bei der Kanadischen Unterhauswahl 1953 kandidierte sie für den Wahlkreis Brantford, unterlag jedoch. 1957 wanderte sie in die Volksrepublik China aus und wurde 1962 chinesische Staatsbürgerin. In China arbeitete sie als Englischlehrerin und als Redakteurin beim Verlag für fremdsprachige Literatur. Nielsen starb am 9. Dezember 1980 in Peking.
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Einzelnachweise
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