mini|hochkant=1.4|Villa Wehnert-Beckmann (2020) Die Villa Wehnert-Beckmann ist ein villenartiges Wohngebäude in der Leipziger Westvorstadt. Der Name geht auf die Erbauerin, die Fotografin Bertha Wehnert-Beckmann (1815–1901), zurück. Gebäude, Garten und Einfriedung stehen unter Denkmalschutz.
Lage Die Villa Wehnert-Beckmann steht im hinteren Teil eines etwa 3000 m² großen Gartengrundstücksgemessen mit Google Maps mit der Adresse Elsterstraße 38. Die Entfernung zur Straße beträgt ca. 40 Meter. Entlang der Südostgrenze des Grundstücks verläuft der Weg Poniatowskiplan und daneben der Elstermühlgraben, dessen letztes überwölbtes Teilstück hier zurzeit geöffnet wird. Das Poniatowski-Denkmal befindet sich in Sichtweite.
Beschreibung Die Villa Wehnert-Beckmann ist ein dreigeschossiges Gebäude im Stil des NeobarockDenkmaltext auf einem hohen Sockelgeschoss mit sieben Fensterachsen auf der Längs- und drei auf der Schmalseite. Im Nordwesten ist ein zweigeschossiger Anbau schräg angesetzt. Die Fassade wird belebt durch einen dreiseitigen Mittelrisalit mit Balkonen und einen dreigeschossigen Turm an der Südecke. Die Rundbogenfenster besitzen in den Obergeschossen eine Schmuckbedachung. Das Drempelgeschoss unter einem breiten Hauptgesims mit kräftigen Konsolen besitzt ovale Fenster. Das Gebäude besitzt ein Mansardwalmdach, das nach der Rückseite als Satteldach abbricht. An der Nordwestseite ist ein externer Fahrstuhlschacht angesetzt.
Geschichte
Als Bertha Wehnert-Beckmann 1851 nach zweijährigem Aufenthalt in New York, wo sie am Broadway ein bekanntes Photostudio betrieben hatte, nach Leipzig zurückkehrte, übernahm sie zunächst wieder das mit ihrem 1847 verstorbenen Ehemann gegründete Studio in der Burgstraße 8. 1853 kaufte sie von Carl Heine (1819–1888) ein Wiesengrundstück an der Elsterstraße 33.Durch Umnummerierungen erhielt das Grundstück gemäß Leipziger Adressbüchern über die Nummer 40 erst nach dem Zweiten Weltkrieg die Nummer 38 Es dauerte jedoch über zehn Jahre bis nach mehreren verworfenen Planungen 1864 mit dem Bau begonnen wurde. Zunächst wurde nach Plänen des Architekten Robert Doberenz (1833–1910) das Wohnhaus errichtet.Vereinigung Leipziger Architekten und Ingenieure: Leipzig und seine Bauten. Leipzig 1892, S. 372 In diesem bewohnte die Besitzerin das Erdgeschoss, die oberen Etagen wurden vermietet.Leipziger Adressbuch von 1870 Später wurde das eingeschossige Photostudio angesetzt, in dem Berta Wehnert-Beckmann ab 1866 arbeitete.
1882 gab sie ihre Berufstätigkeit auf und verkaufte das Anwesen an den Kommerzienrat Friedrich Alfred Jacob List. Dieser ließ das Photostudio in den noch heute bestehenden zweigeschossigen Wohntrakt umbauen. Bertha Wehnert-Beckmann zog in eine Wohnung in der Weststraße (heute Friedrich-Ebert-Straße) und 1893 in die Waldstraße 1Leipziger Adressbücher, wo sie 1901 starb.
Den Zweiten Weltkrieg überstand das Anwesen ohne wesentliche Schäden.Siehe dazu Karte in Für 1949 wird immer noch ein Mitglied der Familie List als Eigentümer angegeben.Adressbuch Leipzig 1949 1999 wurde das Anwesen vorbildlich saniert.Wolfgang Hocquél, Richard Hüttel, S. 43
Literatur Villa Wehnert-Beckmann. In: Wolfgang Hocquél, Richard Hüttel: Die Villen des Leipziger Bürgertums. Passage Verlag, Leipzig 2024, ISBN 978-3-95415-157-8, S. 42/43.
Weblinks
Einzelnachweise
Wehnert-Beckmann Kategorie:Erbaut 1866 Kategorie:Neobarockes Bauwerk in Leipzig Kategorie:Kulturdenkmal in Leipzig Kategorie:Innere Westvorstadt