Trịnh Bá Phương (* 26. Januar 1985) ist ein vietnamesischer Landrechtsaktivist. Am 15. Dezember 2021 wurde er wegen „staatsfeindlicher Propaganda“ nach Artikel 117 des vietnamesischen Strafgesetzbuchs zu zehn Jahren Haft und fünf Jahren Bewährungsaufsicht verurteilt. Am 27. September 2025 verhängte das Volksgericht Đà Nẵng in einem weiteren Verfahren elf zusätzliche Haftjahre, was weltweit scharfe Kritik hervorrief.
Leben Phương wurde am 26. Januar 1985 geboren. Er wuchs in Dương Nội bei Hanoi auf, wo seine Familie gegen staatliche Landenteignungen protestierte und er 2020 sogar die polizeiliche Belagerung seines Wohnhauses live dokumentierte. Seit den späten 2000er-Jahren setzte sich die Familie – einschließlich seiner Mutter Cấn Thị Thêu und seines Bruders Trịnh Bá Tư – in der Landrechtsbewegung ein und unterstützte Betroffene öffentlich, teils auch über soziale Medien. Am 24. Juni 2020 wurde Phương in Hanoi unter Artikel 117 festgenommen. Am 15. Dezember 2021 verurteilte ihn ein Gericht in Hanoi zu zehn Jahren Haft und fünf Jahren Bewährungsaufsicht. Am 17. August 2022 bestätigte das Obergericht in Hanoi das Urteil in der Berufung. Im September 2023 berichtete das Observatory (OMCT/FIDH) über Misshandlungen gegen Phương nach einer Gefängnisprotestaktion, darunter zehn Tage Fußfessel-Einzelhaft; die Vorwürfe blieben ungeklärt. Im November 2024 trat er über mehr als 20 Tage in den Hungerstreik, nachdem ihm Bücher, Papier und Stifte entzogen worden waren. Am 27. September 2025 wurde er in Đà Nẵng wegen in der Haft angeblich verfasster, parteikritischer Äußerungen zu elf weiteren Jahren Haft verurteilt.
Wirken Phương gehört zu den profiliertesten Landrechtsaktivisten Vietnams; er nutzte soziale Medien, vernetzte Protestierende und unterstützte Bauern, deren Land enteignet wurde. Er trug maßgeblich zur öffentlichen Aufarbeitung des Polizeieinsatzes in der Gemeinde Đồng Tâm 2020 bei und war Mitautor des Dong Tam Report. Die Familie machte 2021 eine gewaltsame Landnahme per Livestream im Internet publik und erregte damit landesweit Aufmerksamkeit. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Verfahren gegen Phương als repressiv und fordern seine Freilassung; vor seinem Prozess 2025 appellierte Human Rights Watch an die Behörden, sämtliche Anklagen fallenzulassen. Nach der erneuten Verurteilung 2025 übte auch die deutsche Bundesregierung – vertreten durch den Menschenrechtsbeauftragten Lars Castellucci – öffentlich Kritik. Vietnamesische Staatsmedien berichten über das Urteil kaum oder gar nicht und die Anklage stützte sich auf in der Haft vorgefundene Parolen.
Einzelnachweise
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