7 Seconds ( für „7 Sekunden“) ist ein Lied des senegalesischen Sängers Youssou N’Dour und der schwedischen Musikerin Neneh Cherry, das im Juni 1994 erschien.
Entstehung und Veröffentlichung Youssou N’Dour und Neneh Cherry schrieben auch den Liedtext zusammen, während die Musik von den Musikproduzenten Cameron McVey (Booga Bear) und Jonathan Sharp (Jonny Dollar) komponiert wurde. Aufgenommen wurde das Lied in den Power Play Studios in New York City und in dem Studio Xippi von Youssou N’Dour in Dakar, Senegal. Nach den Angaben des schwedischen Musikproduzenten Christian Falk produzierte dieser den Track, spielte Bass und programmierte das Schlagzeug und andere Instrumente. Allerdings wurde er nicht unter den Mitwirkenden aufgeführt und musste Anwälte beauftragen, um das ihm zustehende Geld zu erhalten. Das Lied ist dreisprachig, da N’Dour in drei Sprachen singt: Französisch, Englisch und der westafrikanischen Sprache Wolof. Cherry singt nur auf Englisch.
Die Erstveröffentlichung von 7 Seconds erfolgte am 7. Juni 1994 als Single bei Columbia Records. Diese erschien als CD-Maxi-Single in verschiedenen Ausführungen. Eine Ausführung erschien mit zwei Remixen und dem von N’Dour alleine gesungenen Titel Mame Bamba als B-Seiten (Katalognummer: 660254 2). Bei einer anderen Ausführung wurde Mame Bamba durch dem ebenfalls von N’Dour alleine interpretierten Titel Life (Adouna) ausgetauscht (Katalognummer: 660254 5). Zwei Tage später erschien das Lied als Teil von N’Dours siebten Studioalbum The Guide (Wommat) (Katalognummer: Chaos Recordings SRCS 7345). Am 30. August 1996 erschien es zudem als Teil von Cherrys dritten Studioalbum Man (Katalognummer: Virgin 8419822).
Youssou N’Dour hat das Lied live auch mit anderen Gesangspartnern oder -partnerinnen im Duett gesungen. Bei seinen eigenen Konzerten übernahm in der Regel die Frau seines Bruders und Managers Bouba N’Dour Viviane N’Dour den Gesangspart von Neneh Cherry. Am 10. Dezember 1998 sang er jedoch 7 Seconds bei dem Paris-Konzert für Amnesty International gemeinsam mit Peter Gabriel, Tracy Chapman und Jocelyne Béroard von der Band Kassav’. Am 29. November 2003 trat er gemeinsam mit den Eurythmics bei dem 46664-Event der Nelson-Mandela-Stiftung im Green-Point-Stadion in Kapstadt, Südafrika auf. Dabei sang er das Lied zusammen mit Annie Lennox unter anderem begleitet von Dave Stewart auf der E-Gitarre. Am 2. Juli 2005 sang er 7 Seconds im Hyde Park in London gemeinsam mit Dido bei dem Live-8-Konzert von Bob Geldof und Bono.
Inhalt und Bedeutung Die Titelbezeichnung bezieht sich auf die ersten Momente im Leben eines Kindes nach seiner Geburt, das; wie Cherry es ausdrückte: „not knowing about the problems and violence in our world“ („ohne etwas von den Problemen und der Gewalt in unserer Welt zu wissen“) in die Welt kommt.
7 Seconds handelt von den universellen Themen Hoffnung, Einheit und Durchhaltevermögen, in Gegenwart von Widrigkeiten und Vorurteilen. Der Liedtext des Songs hebt das Bedürfnis nach Frieden und Verständnis zwischen Menschen aus verschiedenen Kulturen und Hintergründen hervor. Neneh Cherry singt in dem Lied davon, dass der Kampf gegen Diskriminierung und Vorurteile niemals vorbei ist, auch wenn es scheint, als ob Fortschritte gemacht worden seien. Nach N’Dour steht hinter dem Lied die Idee, wie sich ein Neugeborenes in den ersten sieben Sekunden seines Lebens fühlt, was für alle gleich sei. Die Kinder wissen nicht, ob sie in eine reiche oder eine arme Familie hineingeboren werden, ob es eine schwarze oder eine weiße Familie ist oder ob sie ein Junge oder ein Mädchen sind. Er ist der Ansicht, dass wenn man sieben Sekunden alt ist, der Verstand keines dieser Konzepte begreifen kann. Alles, was man zu diesem Zeitpunkt hat, ist das Glück, sich mit der Frau zu verbinden, die einen die letzten neun Monate mit sich herumgetragen hat und die ihr Kind für den Rest dessen Lebens lieben würde. Für die meisten Menschen ginge es danach stetig bergab, aber diese ersten sieben Sekunden wären das, was einem perfekten Leben auf Erden am nächsten kommen würde. Der Liedtext behandelt auch die Bedeutung von Offenheit und Kommunikation, um Menschen zusammenzubringen. Der Liedtext reflektiert über die Vergänglichkeit der Zeit und die Bedeutung von Geduld und Verständnis in dieser Welt voller Vorurteile und Spaltungen. Er vermittelt eine Botschaft der Hoffnung und Einheit und betont die Notwendigkeit, über oberflächliche Unterschiede hinwegzusehen und Empathie und Mitgefühl füreinander zu entwickeln.
Überrascht vom kommerziellen Erfolg von 7 Seconds, sagte Cherry in einem Interview mit der britischen Zeitung The Independent: „We did it as an experiment. The tune grew on its own, completely out of proportion. It was out there doing its own thing. But that is a dream when you write a song.“ ( für „Wir haben es als Experiment gemacht. Die Melodie entwickelte sich von selbst, völlig unabhängig. Sie war da draußen und machte ihr eigenes Ding. Aber das ist ein Traum, wenn man einen Song schreibt.“).
Musikvideo Das dazugehörige schwarz-weiße Musikvideo entstand unter der Regie des französischen Filmemachers Stéphane Sednaoui und wurde in New York City gedreht. Es zeigt Menschen verschiedener Ethnien, die vorbeigehen, während Youssou N’Dour und Neneh Cherry singen. Wenn N’Dour und Cherry den Refrain singen, erscheinen die Gesichter verschiedener Menschen. Das Video wurde häufig auf MTV Europe gespielt und stand im August 1994 auf der „A-Liste“ des deutschen Senders VIVA.
Mitwirkende T. Blade – Bearbeitung Mike Corbett – Bearbeitung Greg Calbi – Mastering Neneh Cherry – Gesang, Liedtext Falcon & Fabian – Abmischung Christian Falk – Musikproduktion Ronniy Lahti – Abmischung Cameron McVey (Booga Bear) – Abmischung, Komposition, Musikproduktion Youssou N’Dour – Gesang, Liedtext, Musikproduktion Jonathan Sharp (Jonny Dollar) – Komposition, Musikproduktion
Rezeption Rezensionen Das NME-Magazin listete 7 Seconds auf Platz 40 ihrer Liste der 50 besten Songs des Jahres 1994.
Die schwedische Zeitung Aftonbladet lobte den Song als „floating airy and heavenly beautiful synth ballad“ („schwebende, luftige und himmlisch schöne Synth-Ballade“). Peter Stepek von AllMusic bezeichnete ihn als „vaguely menacing duet“ (=„vage bedrohliches Duett“). Larry Flick vom Billboard-Magazin empfand ihn als „unique and thoroughly pleasing“ (=„einzigartig und durch und durch angenehm“) und bemerkte, dass die „haunting tune is padded with cushiony synths and a richly soulful bass line. Cherry offers a sweet and charming contrast to N’Dour's gritty vocal.“ (=„eindringliche Melodie mit weichen Synthesizern und einer reichhaltigen, gefühlvollen Basslinie unterlegt ist. Cherry bildet einen süßen und charmanten Kontrast zu N’Dour rauer Stimme“). Troy J. Augusto von der Fachzeitschrift Cashbox schrieb, dass das „compelling duet nicely swirls N’Dour's husky vocals and Cherry's sweet, angelic voice into a nifty, down-tempo stroll that has broad radio potential.“ (=„fesselnde Duett N’Dours raue Stimme und Cherrys süße, engelsgleiche Stimme zu einem raffinierten, langsamen Spaziergang verschmilzt, der großes Radio-Potenzial hat“). Er fügte hinzu, dass es „powered by a rolling bass line and layers of passive synthesizer strains“ (=„von einer rollenden Basslinie und passiven Synthesizer-Klängen angetrieben wird“). Dave Sholin vom Gavin Report sah den Song als „music to stir the senses combined with lyrics that make a powerful case for our common humanity.“ (=„Musik, die die Sinne anregt, kombiniert mit Texten, die ein starkes Plädoyer für unsere gemeinsame Menschlichkeit sind“). Er bemerkte, dass er „is especially powerful in light of recent events in South Africa and it's made that much more riveting by the melding of these two voices. Its worth spending some time with this amazing track.“ (=„angesichts der jüngsten Ereignisse in Südafrika besonders kraftvoll ist und durch die Verschmelzung dieser beiden Stimmen noch fesselnder wird. Es lohnt sich, sich etwas Zeit für diesen erstaunlichen Titel zu nehmen“.).
In seinem wöchentlichen Kommentar zu den britischen Charts lobte James Masterton den Song als „gorgeous ballad“ (=„wunderschöne Ballade“). Das paneuropäische Magazin Music & Media lobte Cherry als „again brilliant“ (=„wieder einmal brillant“) und beschrieb den Song als „afro-hop“ (=„Afro-Hop“) mit den Worten „melodic, synthy, sexy and with a slow beat.“ (=„melodisch, synthlastig, sexy und mit einem langsamen Beat“). Wendi Cermak von The Network Forty beschrieb ihn als „haunting“ (=„eindringlich“). Dele Fadele von NME ernannte „7 Seconds“ zur Single der Woche und bemerkte, dass N’Dour mit Cherry ein Duett singt, „to quite surprising results“ (=„das zu ziemlich überraschenden Ergebnissen führt“). Er fügte hinzu, dass die Stimmen „are pearls at 300 feet below sea level“ (=„Perlen in 300 Fuß Tiefe unter dem Meeresspiegel“) seien und die Arrangements „work wonders“ (=„Wunder wirken“). In einer separaten Rezension meinte Fadele, dass der Song „makes like a future African sci-fi rumination on colour prejudice, with Yossou N’Dour's beguiling tones on show“ (=„wie eine futuristische afrikanische Science-Fiction-Reflexion über Vorurteile aufgrund der Hautfarbe wirkt, mit Yossou N’Dours betörenden Tönen“). Emma Cochrane von Smash Hits gab ihm die Höchstpunktzahl von fünf von fünf und ernannte ihn zur besten neuen Single, wobei sie sagte, dass „whoever came up with the idea of putting them on the same record was a genius“ (=„wer auch immer auf die Idee gekommen ist, sie auf derselben Platte zu vereinen, ein Genie war“). Sie schloss mit den Worten: „Hopefully in the charts for a very long time.“ (=„Hoffentlich bleibt er sehr lange in den Charts“.). David Sinclair von der Tageszeitung The Times schrieb: „Built around a gentle boombox beat overlaid by drifting synthesizer chords, the song achieves the same seductive combination of rhythm and rumination that informed Bruce Springsteen's recent hit 'Streets of Philadelphia'.“ (=„Aufgebaut um einen sanften Boombox-Beat, überlagert von treibenden Synthesizer-Akkorden, erreicht der Song dieselbe verführerische Kombination aus Rhythmus und Reflexion, die auch Bruce Springsteens jüngsten Hit Streets of Philadelphia auszeichnet“.).
Preise und Nominierungen 7 Seconds gewann 1994 den MTV Europe Music Award in der Kategorie Bester Song und 1995 den World Music Award in der Kategorie „Best African Single“.
Kommerzieller Erfolg Chartplatzierungen 7 Seconds avancierte zum weltweiten Charterfolg und erreichte unter anderem die Chartspitze in Frankreich und der Schweiz. Darüber hinaus erreichte es Top-10-Platzierungen in den Niederlanden (Rang 2), Australien, Belgien-Flandern, Deutschland, Österreich, Schweden und dem Vereinigten Königreich (je Rang 3), Norwegen (Rang 4) oder auch Neuseeland (Rang 7).
Auszeichnungen für Musikverkäufe
Coverversionen
1994, im selben Jahr wie das Original, veröffentlichte Lover's eine Coverversion von 7 Seconds, die Platz vier der spanischen Single-Charts erreichte.
2010 wurde das Lied von Thomas D unter dem Titel Million Voices (7 Seconds) gecovert und erreichte Platz 16 der deutschen- sowie Platz 64 der österreichischen Singlecharts.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Lied 1994 Kategorie:Popsong Kategorie:Rapsong Kategorie:Weltmusik-Song Kategorie:Nummer-eins-Hit