Stefan Hanß (* 1988 in Erfurt) ist ein deutscher Geschichtswissenschaftler und Sachbuchautor. Er ist Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der University of Manchester.
Biografie Hanß absolvierte ein Studium der Geschichte an der Freien Universität Berlin, an der Università Ca’ Foscari in Venedig und am Warburg Institute in London. An der FU Berlin promovierte er zur Schlacht von Lepanto. Während seines Studiums und der Promotion war er Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes.
Nach Aufenthalten als Postdoktorand an der Universität Erfurt und der University of Cambridge wurde er 2023 auf einen Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit an die University of Manchester berufen.
Forschungsschwerpunkt Hanß erforscht neue interdisziplinäre Kooperationen zwischen den Geistes- und Naturwissenschaften zur Durchführung wissenschaftlicher Analysen von Artefakten des frühneuzeitlichen Kulturerbes. Seine Forschung verbessert neuartige Methodiken, etwa in den Bereichen der digitalen Mikroskopie, der Rasterelektronenmikroskopie, der Proteomik oder der Bildgebung zum Zwecke die Kulturerbeforschung.
Auszeichnungen Für seine Forschungsleistungen in den Bereichen der materiellen Kulturforschung und Globalgeschichte wurde Hanß mit dem British Academy Rising Star Engagement Award sowie mit dem Philip Leverhulme Prize ausgezeichnet. Letztgenannter würdigt seine in höchstangesehenen Fachzeitschriften veröffentlichten Forschungsergebnisse, die auf internationale Anerkennung stießen.
Werke Auf Hanß gehen mehrere veröffentlichte Monographien und Sammelbände zurück. Die nachfolgende Aufzählung stellt nur eine Auswahl dar:
Early Modern Material Microhistory, 1400–1700 zeichnet die Rolle des Mikroskopischen in der materiellen Renaissance nach und untersucht die Erkenntnisse, die die wissenschaftliche Materialanalyse in frühneuzeitlichen mikroskopischen Aufzeichnungen liefern kann. Imaging Heritage Science untersucht die Frage, wie bildgebende Innovationen die Kulturerbeforschung transformieren. Scribal Practice and the Global Cultures of Colophons, 1400–1800 zeichnet die globale Vielfalt frühneuzeitlicher Texttraditionen nach, um einen neuen konzeptionellen Rahmen für die Erforschung von Kolophonen zu entwickeln. Narrating the Dragoman’s self in the Veneto-Ottoman Balkans, 2023 verkörpert eine Mikrogeschichte zur Person Genesino Salvagos und beleuchtet damit exemplarisch das Wesen der Dragomanen als Sprach- und Kulturmittler des frühneuzeitlichen Mittelmeerraums.
Einzelnachweise
Kategorie:Historiker Kategorie:Sachbuchautor Kategorie:Hochschullehrer (University of Manchester) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1988 Kategorie:Mann