miniatur|hochkant|Georg Jacoby, 1953 Georg Gustav Franz Jacoby (* 23. Juli 1882 in Mainz; † 21. Februar 1964 in München)Stadtarchiv Mainz, Geburtsregister Standesamt Mainz, Nr. 1143/1882 war ein deutscher Autor, Filmproduzent und Regisseur, der bei mehr als 200 Filmen Regie führte.
Leben Georg Jacoby wurde im Juli 1882 in Mainz als Sohn des Theaterdirektors und Lustspielautors Wilhelm Jacoby und seiner Ehefrau Elisabeth geboren. Durch seinen Vater hatte er schon früh Kontakt zur Bühne. Seine Laufbahn begann er als Schauspieler an den Stadttheatern von Bremen und Königsberg, beschloss aber dann, ins Regiefach zu wechseln und ging nach Berlin.
1913 konnte er bei der späteren Literaria Film erstmals Regie führen. Aus dieser Zeit stammen auch seine ersten Drehbücher, die er auf Anregung von Rosa Porten verfasste. Während des Ersten Weltkriegs drehte er Propagandafilme im Auftrag des Bild- und Filmamts (BUFA) und für die Mars-Film.
1916 erhielt Jacoby von Fürst und Zaren Ferdinand von Bulgarien für die Regie des Films Bogdan Stimoff das Ritterkreuz des Alexanderordens.
Nach dem Kriegsende wechselte er zur UFA und produzierte Aufklärungsfilme. Jacoby heiratete am 20. April 1922 in Schöneberg die aus Budapest gebürtige Schauspielerin Edith Meller, doch am 18. April 1930 erfolgte die Scheidung Heiratsurkunde vom 20,4.1922 Standesamt Schöneberg II. Nr. 1922/261 (Landesarchiv Berlin). Die Schauspielerin Elga Brink war anschließend seine LebensgefährtinLaut Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films war Jacobys erste Ehefrau nicht Elga Brink (wie z. B. CineGraph berichtet), sondern die Budapester Schauspielerin Edith Meller (1897–1953), während Elga Brink späterhin seine Lebensgefährtin war.. Er arbeitete verstärkt als Drehbuchautor und Filmproduzent (u. a. mit der Georg Jacoby-Film AGHandelsregister Berlin HRB Nr. 30820) und drehte Komödien, monumentale Werke (Quo vadis mit Emil Jannings), erotisch-exotische Stoffe und Justizdramen. Mit dem Beginn des Tonfilms konzentriert er sich auf unverbindliche und seichte Unterhaltung. Aus dieser Zeit stammt aber auch sein Sittenfilm Moral und Liebe, der noch in seinem Erscheinungsjahr 1933 von den Nazis verboten wurde.
Jacoby arbeitete weiter für die UFA. Bei den Dreharbeiten zu Heißes Blut lernte er seine spätere zweite Ehefrau Marika Rökk kennen. Mit ihr, Johannes Heesters und einem konstanten Team vom Produzenten bis zu Kameramann, Choreographen und Komponisten drehte Jacoby in den 1930er-Jahren eine Serie typischer „Jacoby-Rökk-Filme“. Am 30. Juli 1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 5.543.037).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/17750821 Nach dem Ende des Nationalsozialismus wurde Jacoby wegen seiner Parteimitgliedschaft in Deutschland und Österreich bis 1947 mit einem Betätigungsverbot belegt.Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 278. Erst 1950 setzte er seine Arbeiten im erprobten Stil fort, produzierte aber auch wieder Komödien und Kriminalfilme, bei denen er an seine Inszenierungen der späten 1920er Jahre anknüpfte.
Von 1940 bis zu seinem Tod war er in zweiter Ehe mit Marika Rökk verheiratet, aus der Ehe ging Gabriele Jacoby hervor.
Jacoby starb im Februar 1964 in München. Sein Grab befindet sich auf dem Wiesbadener Nordfriedhof.
Werke Die exakte Anzahl der Filme Jacobys ist umstritten. Teilweise ist von 210 Spielfilmen die Rede, andere Quellen zählen rund 230 Filme.
Filmografie (Auswahl) Bis 1918 1913: Buckelhannes (nur Darsteller) 1913: Madame Incognito 1914: Das Rennen um Leben (nur Buch) 1914: Der letzte Flug 1915: Die Tänzerin 1915: König Motor 1915: Der schwarze Moritz 1916: Ein toller Einfall 1916: Ein tolles Mädel 1916: Bogdan Stimoff 1916: Die Entdeckung DeutschlandsHartmut Kasper: Filmgeschichte Als die Marsmenschen in München landeten, Rezension in der Reihe Büchermarkt des Deutschlandfunks vom 31. März 2015 1917: Der feldgraue Groschen 1917: Unsühnbar 1917: Jan Vermeulen, der Müller aus Flandern
1918–1933 1918: Dem Licht entgegen (Fragment von 15 min. erhalten im Filmmuseum München) Pro-Kriegs-Film i. A. der OHL 1918: Keimendes Leben (2 Teile) 1919: Das Schwabemädle 1919: Moral und Sinnlichkeit 1919: Vendetta 1919: Komtesse Dolly 1919: Das Karussell des Lebens 1919: Kreuziget sie! 1919: Erdgift (Drehbuch) 1920: Hundemamachen (Drehbuch) 1920: Die schwarze Rose von Cruska 1920: Va banque (Co-Drehbuch) 1920: Künstlerlaunen 1920: Indische Rache (Künstler. Oberleitg.) 1921: Der Tod und die Liebe (Drehbuch) 1921: Der Mann ohne Namen (6 Teile) 1922: Das Mädel mit der Maske (Co-Drehbuch) 1923: So sind die Männer 1923: Das Paradies im Schnee 1924: Komödianten des Lebens 1924: Quo Vadis? (Co-Regie) 1925: Der Hahn im Korb 1925: Der Ritt in die Sonne 1926: Das Gasthaus zur Ehe 1926: Der Stolz der Kompanie 1926: Der dumme August des Zirkus Romanelli 1927: Die Frau ohne Namen (2 Teile) 1927: Die Insel der verbotenen Küsse 1927: Die Jagd nach der Braut 1927: Colonialskandal 1927: Zerbrochene Ehe (The Fake) 1928: Indizienbeweis 1928: Der Faschingskönig 1929: Meineid 1929: Mutterliebe 1929: Frauen am Abgrund 1930: Der Witwenball 1930: Der keusche Josef 1930: Die Lindenwirtin 1930: Geld auf der Straße 1930: Pension Schöller 1930: 1000 Worte Deutsch 1931: Die Blumenfrau von Lindenau 1931: Der verjüngte Adolar 1931: Hurra – ein Junge! 1931: Strohwitwer 1931: Die spanische Fliege 1931: Kadetten 1932: Melodie der Liebe 1932: Liebe in Uniform 1933: Der große Bluff 1933: Moral und Liebe 1933: Ist mein Mann nicht fabelhaft?
1933–1945 1933: Das dreizehnte Weltwunder 1934: Die Csardasfürstin 1936: Heißes Blut 1936: Der Bettelstudent 1936: Herbstmanöver 1937: Gasparone 1937: Husaren, heraus 1937: Die Kronzeugin 1937: Spiel auf der Tenne 1937: Und du mein Schatz fährst mit 1938: Eine Nacht im Mai 1938: Großalarm 1939/41: Frauen sind doch bessere Diplomaten 1940: Kora Terry 1941: Tanz mit dem Kaiser 1942: Hab mich lieb! (Drehbuch) 1944: Die Frau meiner Träume
Nach 1945 1950: Kind der Donau 1951: Frühling auf dem Eis 1951: Die Csardasfürstin 1951: Sensation in San Remo 1952: Pension Schöller 1953: Maske in Blau 1953: Die geschiedene Frau 1955: Gestatten, mein Name ist Cox 1955: Drei Mädels vom Rhein 1955: Drei Tage Mittelarrest 1956: Ich und meine Schwiegersöhne 1956: Die wilde Auguste 1956: Zu Befehl, Frau Feldwebel! 1957: Nachts im Grünen Kakadu 1957: Familie Schimek 1958: Bühne frei für Marika 1959: Die Nacht vor der Premiere 1960: Pension Schöller 1960: Bomben auf Monte Carlo
Literatur Peter Buchka: Das Kind des Krieges. „Dem Licht entgegen“ 1917. Ein UFA-Film. In: Peter Buchka (Hrsg.): Deutsche Augenblicke. Eine Bilderfolge zu einer Typologie des Films (= Off-Texte. Bd. 1). Belleville, München 1996, ISBN 3-923646-49-6, S. 12 f., (auf S. 13: Bild aus dem gen. Film). (Zuerst: Süddeutsche Zeitung 1995). Jörg Schöning: Georg Jacoby – Regisseur, Autor. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lieferung 20, 1992. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 4: H – L. Botho Höfer – Richard Lester. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 181 ff.
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Einzelnachweise und Anmerkungen
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