Als Langschläfer werden in der Schlafmedizin Menschen bezeichnet, die pro 24-Stunden-Tag zehn oder mehr Stunden schlafen (Mittagsschlaf mit einberechnet). Es handelt sich um eine Normvariante (Abweichung vom Durchschnitt ohne eigentlichen Krankheitswert). Der Gegensatz zu Langschläfer ist Kurzschläfer (höchstens 5 Stunden Schlaf pro Tag).
Der Begriff muss strikt von der laienhaften Bedeutung abgegrenzt werden. Hier werden meist Menschen gemeint, die (spät zu Bett gehen und) morgens lange schlafen. Es handelt sich dabei um das häufigere verzögerte Schlafphasensyndrom (DSPD), bei welchem die Schlafdauer insgesamt nicht vermehrt ist. Im Gegensatz dazu ist bei Langschläfern der individuelle Schlafbedarf vermehrt.
Epidemiologie 2–5 % der Bevölkerung sollen Langschläfer sein.
Beschreibung Die Schlafdauer beträgt bei den meisten Menschen 7–8 Stunden pro Tag. Sie kann individuell sehr unterschiedlich sein. Langschläfer nehmen ihren Schlaf als erholsam wahr (wenn sie ihre individuell benötigte Schlafdauer erreichen). Sie klagen nicht über Leistungseinbußen am Tag.
Viele Langschläfer nehmen unter der Woche ein Schlafdefizit in Kauf. Sie versuchen es dann am Wochenende auszugleichen. Ob dies möglich ist, kann nicht sicher beurteilt werden.
Ursache Die Ursache ist nicht bekannt. Die Auffälligkeit beginnt meist schon in der Kindheit.
Diagnose Diese ergibt sich aus dem Manifestationsalter (Zeitpunkt des Auftretens), meist der Kindheit, der Schlafdauer und der fehlenden Tagesmüdigkeit. Eventuell hilft ein Schlaftagebuch. Eine Untersuchung im Schlaflabor ist in der Regel nicht erforderlich.
Differentialdiagnose Lediglich wenn Langschläfer über Tagesmüdigkeit klagen, sollte eine andere Schlafstörung erwogen werden.
Behandlung Eine eigentliche Behandlungsbedürftigkeit besteht nicht. Aufklärung über den fehlenden Krankheitswert ist sinnvoll. Probleme stellen sich erst ein, wenn Langschläfer über längere Zeit mit wenig Schlaf auskommen müssen.
Einzelnachweise
Kategorie:Schlafmedizin