Dąbie (deutsch Dampen) ist ein Dorf im Verwaltungsbezirk Gmina Bytów im Powiat Bytowski in der polnischen Woiwodschaft Pommern.
Geographische Lage Das Dorf liegt im östlichen Hinterpommern, bei zwei kleinen Seen, etwa 2,5 Kilometer nördlich der Stadtmitte von Bytów und drei Kilometer südsüdöstlich des Dorfs Gostkowo.
Östlich grenzt der Dorfkern an den Vorderen Dorfsee, der sich vor dem Hinteren Dorfsee befindet. Westlich des Dorfkerns fließt der Bütow-Bach.
Geschichte Im Jahr 1437 lautete der Ortsname Dampmen.Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, E. J. Dalkowski, Königsberg 1858, Band 1: Die Geschichte, S. 140 (Google Books). Von den 22 Zinshufen, für die das Bauerndorf normalerweise gegenüber dem Deutschen Orden steuerpflichtig gewesen war, lagen im Jahr 1438 fünf Zinshufen wüst.Baltische Studien, 1967, S. 50. Am 23. April 1603 erneuerte Herzog Kasimir von Pommern dem Lorenz Korfey, Freischulzen zu Dampen, dessen Lehnbrief, der am 29. Januar 1773 zu Alten Stettin von der Pommerschen Domänenkammer bestätigt wurde.Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, Zweiter Teil: Urkundenbuch, Königsberg 1858, S. 204–205 (Google Books).
Um 1628 gehörte Dampen zum fürstlichen Domänenamt Butaw.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 295, Nr. 146 (Google Books). Vor der kurbrandenburgischen Besitzergreifung des Landes Butaw am 18. Juni 1658 hatte Dampen einen Feischulzen und sieben Bauern; zur Zeit der Besitzergreifung waren der Freischulze und seine Frau bereits an der Pest gestorben, und die sieben Bauern besaßen zusammen sechs Pferde, vier Ochsen und 44 Stück Rindvieh.Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, E. J. Dalkowski, Königsberg 1858, Band 1: Die Geschichte, Anhang S. 28, Nr. 11 (Google Books). Um 1782 hatte Dampen einen Freischulzen und sieben Bauern sowie eine Wassermühle, die vom Bütow-Bach angetrieben wurde und deren Mahlgäste die Einwohner der Dörfer Dampen, Gramenz, Klein Promeiske, Lupowske, des städtischen Vorwerks Neuhof, des Holzkatens zu Lipienz, Schluppe, des Wubberowschen Krugs, des Krugs zu Klein Gustkow und der Unterförsterei Jasewy waren.Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1063, Nr. (5) (Google Books).
Von der Königlich Preußischen General-Kommission zur Regulierung der gutsherrlichen und bäuerlichen Verhältnisse, Stargard, wurde 1823 der Lehnschulze Müller zu Dampen als einer von drei landwirtschaftlichen Sachverständigen für die Bütower Gegend vereidigt.Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Cöslin, No. 19, Cöslin, 7. Mai 1923, S. 202 ( Google Books). 1842 war im Dorf die Gemeinheitsteilung abgeschlossen.Historische Ortsbeschreibungen Kreis Bütow: Dampen (buetow-pommern.info)
Mit Ausnahme zweier Bauernhöfe wurden die bäuerlichen Anwesen des Dorfs um 1850 von dem Bütower Kaufmann Glagau aufgekauft und zu einem Gutsbezirk zusammengeschlossen. Das so entstandene Landgut kaufte 1858 und 1859 der Landwirt Karl von Winterfeld (1803–1871)Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Perthes, Gotha 1908, S. 805 (Google Books)., Gutsherr auf Trampe, und nahm anschließend in Dampen seinen Wohnsitz.Ludwig Gustav von Winterfeld: Geschichte des Geschlechts von Winterfeld. Nach Urkunden. Band 2, Selbstverlag, gedruckt von F. W. Kalbersberg in Prenzlau, Damerow 1863, S. 681, § 143 (Google Books). Von dessen Sohn Robert (* 1836) wurde das Gut wieder verkauft. Der Landwirt Bernhard von Puttkamer (1838–1908) kaufte 1870 das Gut Dampen, nahm am Deutsch-Französischen Krieg teil und verkaufte es wieder, als er 1874 von seinem Vater das Gut Groß Plauth, Kreis Rosenberg in Westpreußen, erbte und dorthin zog.Georg-Jesco von Puttkamer: Zwei Eichen und zwei Linden. Die Geschichte einer pommerschen Adelsfamilie. Westend Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2018 (Google Books, eingeschränkte Vorschau). Im Jahr 1884 wird Reinhold Meyer als Besitzer des Guts Dampen mit Branntweinbrennerei, Käsefabrik und Wassermühle genannt,P. Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche, Band 2: Provinz Pommern, 2. Auflage, Nicolai (Stricker), Berlin 1884, S. 18–19 (Google Books). der es auch noch im Jahr 1892 besaß.Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 92–93 (Google Books).
Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 867,0 Hektar großen Gemarkung der Landgemeinde Dampen 39 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 49 Pferde, 195 Stück Rindvieh, 99 Schafe und 162 Stück Borstenvieh hielten.Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 2. Regierungsbezirk Köslin, 27. Kreis Bütow, S. 136–137, Ziffer 6 (Google Books).
Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Dampen eine Flächengröße von 8,7 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 21 bewohnte Wohnhäuser an vier verschiedenen Wohnplätzen: Dampen Dampenmühlen Mühlenvorwerk Schäferei Um 1935 hatte Dampen unter anderem eine Branntweinbrennerei, die Eigentum des Johannes Meyer war, und eine Mühle.Klockhausʼ Kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1005 (Google Books).
Bis 1945 bildete Dampen eine Landgemeinde im Landkreis Bütow im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Dampen war dem Amtsbezirk Gustkow zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Gustkow.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Region im März 1945 durch die Roten Armee besetzt. Nach Kriegsende wurde Dampen zusammen mit ganz Hinterpommern von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. In der darauf folgenden Zeit wanderten Polen zu, und die einheimische Bevölkerung wurde von der polnischen Administration aus Dampen vertrieben. Der Ortsname Dampen wurde zu „Dąbie“ polonisiert.
Demographie + Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1782 – Dorf, mit einem Freischulzen, sieben Bauern, einem Schulzenkaten, einem lutherischen Schulmeister und 18 Feuerstellen (Haushaltungen), zum königlichen Domänenamt Bütow gehörig, eingepfarrt zu BütowLudwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1055, Nr. (6) und Nr. (Google Books). 1818 114 Dorf, davon 110 im königlichen Dorf und vier bei der Dampener Mühle, zum Kirchspiel Bütow gehörigAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 1: A–F, Halle 1821, S. 251, Ziffer 373–374 (Google Books). 1825 122 Dorf, mit der Büdnerwohnung Klein Gustkow und einer WassermühleFriedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 286, Ziffer 5 (Google Books). 1832 143 Dorf, mit einer Wassermühle, 16 Häusern, königliche Besitzung, zum Kirchspiel Alt Kolziglow gehörig; dazu Büdnerwohnung Klein Gustkow mit zwei Häusern und 13 EinwohnernGeorg Friedrich Krause: Handbuch zu dem Atlas von Preußen in 27 Karten; oder: geographisch-statistisch-topographische Beschreibung der preußischen Mönarchie. Zweite Hälfte: Verzeichniß sämmtlicher Städte, Flecken, Dörfer, Weiler, Vorwerke etc. der Monarchie. Band I: A – E, Müller, Erfurt 1835, S. 631 (Google Books). 1846 194 DorfBütower Kreisblatt, No. 3, Bütow, 17. Januar 1849, S. 11–12, Einwohner-Tabelle, Ziffer 8 (bibliotekacyfrowa.eu, PDF) 1852 222 DorfTopographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 111 (Google Books). 1855 195 am Jahresende, davon 189 Evangelische und sechs KatholikenHermann Gribel: Statistik des Bütower Kreises, Bütow 1858, Anhang, Beilage 1, Ziffer 25 (Google Books). 1864 232 am 3. Dezember, GemeindebezirkKönigliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 2. Kreis Bütow, Berlin 1966, S. 2–9, Ziffer 12 (Google Books). 1867 236 am 3. Dezember, Landgemeinde 1871 213 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 180 Evangelische und 33 KatholikenKönigl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, Regierungsbezirk Köslin, XII. Kreis Bütow, S. 172–173, Ziffer 5 (Google Books). 1885 250 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 247 Evangelische und drei KatholikenKönigliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, IV. Provinz Pommern, Berlin 1888, Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 190–191, Ziffer 6 (Google Books). 1895 217 am 2. Dezember, Landgemeinde, davon 187 Evangelische und dreißig KatholikenKönigliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. Band IV: Provinz Pommern, Berlin 1898, 2. Regierungsbezirk Köslin, 25. Kreis Bütow, S. 196–197, Ziffer 6 (Google Books). 1905 266 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 216 Evangelische (sämtlich mit deutscher Muttersprache) und 50 Katholiken, (16 mit deutscher und 34 mit polnischer Muttersprache)Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon für die Provinz Pommern. Auf Grund von Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1908, 4. Kreis Bütow, S. 18–19, Ziffer 35 (pbc.gda.pl). 1910 220 am 1. DezemberDampen, Dorf mit Gut, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Dampen (meyersgaz.org). 1925 222 Landgemeinde, in 42 Haushaltungen, darunter 173 Evangelische und 49 KatholikenDie Gemeinde Dampen im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) 1933 213 1939 183
Kirche Kirchspiel bis 1945 In Dampen bildeten evangelische Christen die Bevölkerungsmehrheit. Diese gehörten zum Kirchspiel Bütow.
Das katholische Kirchspiel war in Bütow.
Polnisches Kirchspiel seit 1945 Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft gehört mit seltenen Ausnahmen der Römisch-katholischen Kirche in Polen an.
Das polnische evangelische Kirchspiel ist in Bütow.
Literatur Dampen, Dorf mit Gut, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Dampen (meyersgaz.org). Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1055, Nr. (6) (Google Books). P. Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche, Band 2: Provinz Pommern, 2. Auflage, Nicolai (Stricker), Berlin 1884, S. 18–19 (Google Books). Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 92–93 (Google Books).
Weblinks Amtsbezirk Gustkow (Territorial.de) Die Gemeinde Dampen im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) Historische Ortsbeschreibungen Kreis Bütow: Dampen (buetow-pommern.info)
Fußnoten
Kategorie:Ort in Pommern Kategorie:Ort der Woiwodschaft Pommern Kategorie:Gmina Bytów