mini|Revue illustrée 1906 Die Revue illustrée (Illustrierte Zeitschrift) war eine französische Zeitung, die zu ihrer Blütezeit zweimal pro Monat erschien. Sie bestand von 1885 bis 1912. Gründer waren die Brüder Ludovic und René Baschet.

Geschichte Der Verleger Ludovic Baschet, Eigentümer der „La Librairie d’art“ (Kunstbuchhandlung) am Boulevard Saint-Germain in Paris, brachte am 15. Dezember 1885 die erste Ausgabe der Revue illustrée heraus. Sie kostete 1,50 Francs, hatte ein Format von 25 × 32,5 cm und umfasste 32 Seiten mit Schwarz-Weiß-Illustrationen.

Das lateinische Motto der Zeitschrift lautete „unguibus et rostro“, wörtlich „Krallen und Schnabel“, also „mit aller Kraft“. Jede Ausgabe versprach den Lesern eine Beilage, in der Regel einen Farbstich, der nach einem von Ludovic Baschet zwischen 1874 und 1878 in seiner Galerie contemporaine, littéraire, artistique (Zeitgenössische Galerie für Literatur und Kunst) perfektionierten fotomechanischen Verfahren reproduziert wurde. Diese Sammlung illustrierter Biografien und Porträts war sehr erfolgreich. Diese Galerie wurde neu zusammengestellt und den Lesern der Zeitschrift als Bonus angeboten. Sie enthielt Woodburytypien von Goupil & Cie in ausgezeichneter Qualität.

Ohne wirklich ein Pionier im Bereich der illustrierten Zeitschriften zu sein, führte Baschet schon sehr früh die Mischung aus Holzstich und Fotografie ein. Dazu engagierte er Pierre Petit, dessen Studio bereits die Presse belieferte, und eine ganze Armee von Graveuren. In seinen Geschäften wurde er von seinen Söhnen unterstützt, darunter René Baschet. Die Präsentation dieser auf Hochglanzpapier gedruckten Zeitschrift war sehr gepflegt, wobei der Schwerpunkt nicht nur auf der Qualität der Artikel lag, sondern auch auf dem kunstvollen Layout, das den Jugendstil ankündigte. Die Druckerei Draeger war eine Zeit lang einer ihrer Lieferanten.

Die literarische und künstlerische Leitung wurde zunächst dem Journalisten und Kunstverleger François-Guillaume Dumas übertragen, der bereits mehrere Museumsführer für den Baschet-Verlag verfasst hatte und an dessen Wochenzeitschrift Paris illustré mitarbeitete. 1895 übernahm Jérôme Doucet die Leitung der Zeitschrift, der sie bis 1901 leitete und Fotoberichte über allgemeine aktuelle Ereignisse einführte.

Die Familie von Ludovic Baschet übernahm im März 1904 die Kontrolle über L’Illustration. Zunächst änderte die Revue illustrée ihr Konzept und wurde unter der Leitung von Paul-Franz Namur zur „zweiwöchentlich erscheinenden Zeitschrift der künstlerischen, literarischen und mondänen High Society“, wobei Doucet für kurze Zeit wieder die künstlerische Leitung übernahm. 1907 wurde Namur, der weiterhin künstlerischer Leiter blieb, durch Jules Lamarre ersetzt, der auch wissenschaftliche Bücher herausgab. 1909, nach dem Tod von Baschet, wurde die Zeitschrift vom Pariser Verleger Gustave Ficker aufgekauft. Die letzte Ausgabe erschien im Dezember 1912.

Mitarbeiter Die Texte der Zeitschrift stammten unter anderem von Jean Aicard, Alphonse Allais, Henry Becque, Georges Courteline, Jérôme Doucet, Édouard Lalo (mit Partituren), Guy de Maupassant, Francisque Sarcey, Armand Silvestre, Maurice Talmeyr, Willy Sulzbacher und Émile Zola (er veröffentlichte den Roman Der Traum als Fortsetzungsgeschichte).

Zu den Illustratoren gehörten Émile Berchmans, Leonetto Cappiello, Alice Dannenberg, Paul Gavarni, Eugène Grasset, Pierre-Georges Jeanniot, Auguste Lepère, Luděk Marold, Paul Mathey, Luc-Olivier Merson, Manuel Orazi, Jean-François Raffaëlli, Paul Renouard, Georges-Antoine Rochegrosse, Carlos Schwabe, Sem, Jan Van Beers und Adolphe Willette.

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Einzelnachweise

Kategorie:Zeitung (Frankreich, Erscheinen eingestellt) Kategorie:Ersterscheinen 1885 Kategorie:Erscheinen eingestellt 1912