Alemayehu Gelagay (* 1967 in Addis Abeba) ist ein äthiopischer Schriftsteller und Essayist, dessen Werke vor allem marginalisierte Lebenswelten in der amharischen Gegenwartsliteratur sichtbar machen. Er wurde mit Romanen wie Werrisa und Be Fikir Sim bekannt, wobei Letzterer 2018 den Hohe Literary Award in der Kategorie Langfiktion erhielt.

Leben Gelagay wuchs im dicht besiedelten Viertel Basha Wolde hinter Arat Kilo in Addis Abeba auf. Vor seiner literarischen Laufbahn arbeitete er als Printjournalist. Als Mentor prägte ihn der Autor Sebhat Gebre-Egziabher; Gelagays erstes Buch war dessen Biografie, die 2007 erschien und neun Jahre später erneut aufgelegt wurde. Bis 2018 veröffentlichte er innerhalb von zehn Jahren elf Bücher.

Wirken Gelagays Romane richten den Blick auf wenig sichtbare Gruppen – etwa Arme, Ältere oder Kleinkriminelle – und thematisieren soziale Erosion sowie ungerechte Herrschaftsverhältnisse. Werrisa arbeitet mit parodistischen Verfahren, um Geschichte, Religion und Macht aus dem Blickwinkel gesellschaftlicher Randfiguren zu spiegeln. Be Fikir Sim wurde 2018 mit dem Hohe-Literaturpreis als bestes Langwerk ausgezeichnet. Mit Meleyayet Mot New rückte Gelagay stärker Werte wie Einheit, Liebe und Gerechtigkeit in den Vordergrund und wandte sich an ein nationales Publikum. Öffentlich kritisierte er die stark gestiegenen Papier- und Druckkosten, die Veröffentlichungen erschweren und Buchpreise erhöhen. Zur Nationalbibliothek Abrehot mahnte er 2023 eine bessere Organisation, eine konsequente Anschaffungspolitik und die Bekämpfung von Diebstählen an.

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