Love to Be Loved ist ein Lied des britischen Pop-Rock-Musikers Peter Gabriel aus dem Jahr 1992.

Entstehung und Veröffentlichung Love to Be Loved wurde in den Real World Studios von David Bottrill aufgenommen und von Daniel Lanois zusammen mit Peter Gabriel produziert. Die Erstveröffentlichung erfolgte als zweiter Titel auf Gabriels sechstem Studioalbum Us am 27. September 1992. Es erschien im Mai 1994 als einer von zwei zusätzlichen Titeln auf der CD-Single des Soundtrack-Liedes Lovetown. Love to Be Loved wurde am 3. November 2003 auf der Disc 2 der US-Edition des Kompilations-Albums Hit erneut veröffentlicht.

Der Song wurde für Gabriels Secret World Tour von 1993 bis 1994 einstudiert und schließlich bei insgesamt fünf Konzerten live gespielt.

Aufnahme Während der Aufnahmen zu dem Album Us trafen sich Gabriel und Daniel Lanois mit Bill Dillon in einem von Lanois' Aufnahmestudios in New Orleans, um an einigen Gitarrenideen zu arbeiten. Dillon arbeitete mit ihnen im Laufe einer Woche an etwa sechs Songs, von denen Love to Be Loved einer der beiden Titel aus diesen Sessions war, die schließlich auf Us erschienen. Er erinnerte sich daran, eine Guild Starfire VI-Gitarre mit einem MXR-Kompressor/Limiter, einem Lautstärkepedal und einem Boss-Delay-Effektgerät gespielt zu haben, obwohl er in den Liner Notes zu Us mit einer Stratocaster aufgeführt ist. Dillon erinnerte sich, dass er einen Gitarren-Take aufgenommen hatte, bei dem er die Gitarrensaiten sanft und mit einem eher rhythmischen Fokus anschlug, was Gabriel und Lanois gut fanden. Er erinnerte sich, dass seine Nervosität zu dem beitrug, was er als unaufdringlichen Gitarrenpart empfand. Besondere Aufmerksamkeit wurde Gabriels Leadgesang gewidmet. Laut David Bottrill, der als Toningenieur an den Aufnahmen beteiligt war, setzte sich der Leadgesang aus etwa 40 verschiedenen Takes zusammen, die dann zu dem Endprodukt zusammengefügt wurden.

Inhalt und Bedeutung Das Thema des Songs basiert auf Gabriels Wunsch, sich gebraucht und geliebt zu fühlen. Die Ursprünge des Songs reichen einige Jahre vor dem Zeitpunkt der Veröffentlichung des Albums Us zurück, als Gabriel die Zeilen „Like to be liked / Need to be needed / Want to be wanted and love to be loved“ (=„Ich mag es gemocht zu werden/Ich brauche es gebraucht zu werden/Ich möchte begehrt werden und liebe es geliebt zu werden“) schrieb. Ausgehend davon komponierte Gabriel den Song um diese lyrischen Ideen herum. Der Inhalt des Songs dreht sich um Gabriels Auseinandersetzung mit seinen Emotionen und seinem Wunsch, begehrt zu werden. Gabriel hatte in den Jahren vor „Us“ eine Therapie gemacht und hatte das Gefühl, dass er „eine Tendenz hatte, seine Emotionen zu betäuben“, was ihn dazu veranlasste, diese Themen in Gruppentherapiesitzungen anzusprechen.

Bei den Gesprächen über die Themen der Liedtexte stellte Gabriel fest, dass „viel Wert auf die gebende Seite der Liebe gelegt wird und weniger auf die Bedürftigkeit“, und brachte seine Vorliebe zum Ausdruck, die eigenen Bedürfnisse zu betonen, bevor man anderen denselben Trost spendet. Er fügte hinzu, dass der Titel des Songs als Wertschätzung der Liebe oder als Konzept, Liebe zu geben, um Liebe zu erhalten, interpretiert werden könne.

Musik Die Musik von Love to Be Love enthält Elemente aus Softrock, Blues und R&B mit einer Instrumentierung, die aus einer aktiven Basslinie, gedämpften E-Gitarren, sanften Keyboards und verschiedenen Perkussions-Instrumenten besteht, darunter eine Tabla, gespielt von Hossam Ramzy, der bereits 1989 mit Gabriel an dessen Soundtrack-Album Passion zusammengearbeitet hatte. Gabriel spielte ein Instrument aus Madagaskar namens Valiha, das er als „ein großes Stück Bambus, an dessen Seite Züge von Fahrradbremsen entlanglaufen“ beschrieb. Während der Bridge des Songs fallen die meisten Instrumente weg, mit Ausnahme der Keyboards und eines Instruments, das einer Basstrommel ähnelt. Später geht dies in ein vielschichtigeres Arrangement mit zusätzlichen Perkussions-Instrumenten, Streichern und Keyboards über, während Gabriel zu einer höheren Stimmlage übergeht. Der Song endet dann mit einem langgezogenen Akkord und einem metallischen Perkussions-Effekt.

Artwork Gabriel bat den Künstler Finbar Kelly das Artwork für Love to Be Loved zu gestalten, das später in den Liner Notes des Booklets für das Album Us enthalten war und 1993 auf der London Contemporary Art Fair ausgestellt wurde. Kelly entwarf ein Mixed-Media-Werk mit einer Reihe von Fundstücken, darunter ein Spazierstock, der im Kontext des Werks als Talisman fungierte. Er erklärte, dass der Stoff die „privaten Gefühle der Sexualität“ repräsentiere und auch die Bildsprache eines Leichentuchs und einer Flagge heraufbeschwören würde. Kelly verbrachte eine Woche damit die Gegenstände auszuwählen, neu anzuordnen und zu manipulieren, damit sie seiner Vorstellung von dem Liedtext und der Melodie des Songs entsprachen. Das Endprodukt besteht aus einem Wandteppich, einem Eimer mit einer Schüssel voller Eier und dem Spazierstock.

Mitwirkende Musiker Bill Dillon – E-Gitarre Brian Eno – zusätzliche Keyboards Peter Gabriel – Hauptgesang, Keyboards, Perkussion, Valiha Daryl Johnson – Schlagzeug Manu Katché – Elektronisches Schlagzeug Caroline Lavelle – Cello Tony Levin – Bassgitarre Hossam Ramzy – Tabla David Rhodes – E-Gitarre L. Shankar – Geige

Technisches Personal Richard Blair – zusätzliche Programmierung David Bottrill – Tontechniker, Mixing, digitale Nachbearbeitung, Programmierung, Studiotechniker Ian Cooper – Mastering-Ingenieur Sue Coulson – Visuelle Koordination Jonny Dollar – Streicher-Arrangements Richard Evans – zusätzliche Technik Peter Gabriel – Programmierung, Musikproduktion Brian Gray – Technischer Support Stephen Hedges – Manager Finbar Kelly – Artwork Daniel Lanois – Musikproduktion Mike Large – Technischer Support Caroline Lavelle – Streicher-Arrangements Wil Malone – Streicher-Arrangements William Orbit – Programmierung

Siehe auch Liste der Lieder von Peter Gabriel

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Lied 1992 Kategorie:Popsong Kategorie:Rocksong Kategorie:Peter-Gabriel-Lied Kategorie:Lied von Peter Gabriel