mini|Porträt mini|Wappen Simeone Tagliavia d’Aragonia (* 20. Mai 1550 in Castelvetrano, Sizilien; † 20. Mai 1604 in Rom, Kirchenstaat) war ein italienischer Kardinal der Römisch-katholischen Kirche. Er war einer der einflussreicheren Kirchenmänner seiner Zeit, politisch stark mit dem spanischen Hof verbunden und nahm an mehreren Papstwahlen im späten 16. Jahrhundert teil.

Herkunft und Ausbildung Simeone entstammte dem sizilianischen Hochadel. Sein Vater war Carlo Tagliavia d’Aragona, Herzog von Terranova und Vizekönig von Sizilien, und seine Mutter Margherita Ventimiglia. Er war der Großneffe von Kardinal Pietro Tagliavia d'Aragonia.

Mit 17 Jahren wurde er nach Spanien geschickt, wo er an der Universität von Alcalá studierte. Er schloss mit einem Doktorat in Theologie und Philosophie ab.

Bereits vor seiner Priesterweihe war er als Abt tätig. Papst Gregor XIII. erhob ihn am 12. Dezember 1583 zum Kardinaldiakon. Er nahm nicht am Konklave 1585 teil. Am 20. Mai 1585 nahm er die Titeldiakonie Santa Maria degli Angeli in Besitz. Er war zudem Vizeprotektor Spaniens beim Heiligen Stuhl.

In den folgenden Jahren nahm er an mehreren Konklaven teil:

September 1590: Wahl von Urban VII. Oktober 1590: Wahl von Gregor XIV. 1591: Wahl von Innozenz IX. 1592: Wahl von Clemens VIII.

Am 9. Dezember 1592 wurde er zum Kardinalpriester von Santa Anastasia erhoben. Am 18. August 1597 wechselte er zur Titelkirche San Girolamo dei Croati und am 21. Februar 1600 zu Santa Prassede. Am 30. August 1600 wurde er Kardinalprotopriester und erhielt entsprechend die Titelkirche San Lorenzo in Lucina.

Am 17. Juni 1602 wurde er zum Kardinalbischof von Albano erhoben. Am 21. Juli 1602 weihte Papst Clemens VIII. ihn zum Bischof. Mitkonsekratoren waren die Kardinäle Girolamo Bernerio OP, Bischof von Ascoli Piceno, und Camillo Borghese, Sekretär der Allgemeinen Inquisition. Am 19. Februar 1603 wurde er Kardinalbischof von Sabina.

Tod Simeone Tagliavia d’Aragonia starb am 20. Mai 1604 – an seinem 54. Geburtstag – in Rom. Er wurde in der Kirche Il Gesù beigesetzt.

Werke Er verfasste mehrere theologische Schriften, darunter:

Constitutiones pro cleri et populi reformatione Sermones sacri in synodis habiti Explanatio nonnullorum decretorum pontificium

Literatur und Weblinks

Hierarchia Catholica Medii et Recentioris Aevi, Bd. 4

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