Ichneumon ist eine Schlupfwespengattung in der Unterfamilie Ichneumoninae. Das Taxon wurde von Carl von Linné 1758 eingeführt. Ichneumon ist eine der frühesten mit Namen versehenen Insektengattungen. In der Anfangszeit wurden alle parasitoiden Hautflügler dieser Gattung zugeordnet. Später wurden weitere Taxa eingeführt und viele Arten in andere Gattungen ausgegliedert. 1943 wurde von der internationalen Kommission für die Zoologische Nomenklatur Ichneumon extensorius als Typusart festgelegt. Der Gattungsname leitet sich von dem altgriechischen Begriff ἰχνεύμων (ikhneúmōn) für „Fährtensucher“ ab.

Merkmale Die Vertreter der Gattung Ichneumon weisen sehr vielfältige und teils auch variable morphologische Eigenschaften auf. In der Gattung ist der Geschlechtsdimorphismus stärker ausgeprägt als in anderen Gattungen. Eine Abgrenzung zu verwandten Gattungen aufgrund morphologischer Merkmale gilt als schwierig. Die Gruppe unterscheidet sich von anderen verwandten Gattungen in erster Linie aufgrund ihrer Lebensweise. Molekularbiologische Studien, die es erst seit Beginn des 21. Jahrhunderts in größerem Umfang gibt, helfen bei der taxonomischen Einordnung der verschiedenen Arten und bei der Auflösung möglicher Synonyme.

Verbreitung Die Gattung Ichneumon ist in weiten Teilen der Welt vertreten. Mindestens 114 Arten sind aus Deutschland bekannt. In Nordamerika kommen etwa 141 Arten vor.

Lebensweise Die Schlupfwespen der Gattung Ichneumon sind Parasitoide von verschiedenen Schmetterlingen, hauptsächlich aus der Familie der Eulenfalter (Noctuidae). Bei fast allen Ichneumon-Arten stechen die Weibchen ein Ei in die Wirtspuppe oder Wirtspräpuppe. Nur bei wenigen Arten werden auch Raupen parasitiert. Die in Mitteleuropa vorkommenden Arten sind fast alle univoltin. Die Weibchen überwintern in natürlichen Höhlungen, beispielsweise an geschützten Stellen unter der Rinde, oder unter Moos. Die Männchen leben nur bis zum Winterbeginn. Als Nahrungspflanzen dienen den Schlupfwespen hauptsächlich Doldenblütler. Im Frühjahr findet gewöhnlich die Eiablage der Weibchen an den Wirten statt. Die Entwicklung einer Schlupfwespenlarve dauert meist nur einen knappen Monat. Bei vielen Ichneumon-Arten wurde eine arrhenotoke Parthenogenese nachgewiesen, das heißt, aus unbefruchteten Eiern schlüpfen ausschließlich Männchen.

Innere Systematik Die Gattung Ichneumon umfasst mehr als 950 Arten (Stand 2025). Es werden immer noch neue Ichneumon-Arten beschrieben. Die Gattung wird von manchen Autoren in mindestens 9 Artengruppen unterteilt.

Auswahl an Arten in Mitteleuropa Ichneumon albiger Ichneumon bucculentus Ichneumon caloscelis Ichneumon cessator Ichneumon confusor Ichneumon crassifemur Ichneumon deliratorius Ichneumon emancipatus Ichneumon eumerus Ichneumon extensorius Ichneumon formosus Ichneumon haemorrhoicus Ichneumon inquinatus Ichneumon insidiosus Ichneumon languidus Ichneumon lautatorius Ichneumon ligatorius Ichneumon lugens Ichneumon melanotis Ichneumon oblongus Ichneumon phaeostigmus Ichneumon primatorius Ichneumon sarcitorius Ichneumon sculpuratus Ichneumon simulans Ichneumon stramentarius Ichneumon stramentor Ichneumon suspiciosus Ichneumon xanthorius

Artenliste Eine Artenliste der Gattung Ichneumon nach GBIF (Stand 2025):

Einzelnachweise

Weblinks

– Fotos, Phänologie in den Niederlanden

Kategorie:Schlupfwespen Kategorie:Ichneumonidae Kategorie:Parasit bei Wirbellosen