Raquel Ilonbé oder Raquel Ilombe, Pseudonym von Raquel del Pozo Epita (geb. 1931 in Corisco, Spanisch-Guinea; gest. 1992 in Madrid, Spanien) war eine Schriftstellerin aus Äquatorialguinea, die während der spanischen Kolonialzeit geboren wurde. Sie gilt als die erste äquatorialguineische Schriftstellerin, die ihre Werke auf Spanisch veröffentlichte, und zwar mit ihrem Gedichtband Ceiba im Jahr 1978.
Leben Ilonbé, Tochter einer Guineerin und eines Spaniers, zog noch vor ihrem ersten Geburtstag mit ihren Eltern nach Spanien, in die Provinz Burgos. Sie studierte Musik und Deklamation am Konservatorium von Madrid. Erst viele Jahre später, nach ihrer Heirat, kehrte sie nach Äquatorialguinea zurück.Landry-Wilfrid Miampika: África y escrituras periféricas. Horizontes comparativos. Editorial Verbum 10. Dezember 2017. google books ISBN 9788490741979
Ihr Werk thematisiert nicht das Exil, wie es bei anderen äquatorialguineischen Autoren der Diaspora der Fall ist, und das Thema taucht in ihrem Werk gar nicht auf; stattdessen konzentriert sie sich auf die Suche nach ihren Ursprüngen, ihrer Identität und die Sehnsucht nach ihrer afrikanischen Heimat.
Der Gedichtband Ceiba, erschienen 1978 in Madrid, ist ihr erstes literarisches Werk und macht sie zur ersten äquatorialguineischen Autorin, die ihre Werke veröffentlichte. Zwischen 1966 und 1978 in Madrid und Bata entstanden die Gedichte, in denen Ilonbé ihrer Sehnsucht nach ihrer Heimat freien Lauf lässt und afrikanische wie spanische Elemente gekonnt in ihre Lyrik einfließen lässt. Die Gedichtbände Nerea, Ausencia („Abwesenheit“), Amor y Olvido („Liebe und Vergessen“) sowie über hundert weitere Gedichte blieben unveröffentlicht, bis sie von Benita Sampedro Vizcaya und Baltasar Fra Molinero zusammengestellt und unter dem Titel Ceiba II 2014 veröffentlicht wurden.Raquel Ilombe del Pozo Epita: Ceiba II: poesía inédita. hg. v. Benita Sampedro. Editorial Verbum 2014. Biblioteca Hispanoafricana ISBN 978-84-9074-133-7
1981 veröffentlichte sie Leyendas guineanas („Guineische Legenden“), eine Sammlung von acht traditionellen Legenden und Erzählungen der Fang, Bubi und Ndowé. Um das Material für das Buch zusammenzutragen, reiste sie in die entlegensten Winkel des Landes, um eine vom Verschwinden bedrohte Tradition zu bewahren. Es ist das erste Kinderbuch der äquatorialguineischen Literatur.
Ehrungen Am 12. Oktober 2011 stiftete das Centro Cultural de España en Malabo (Spanisches Kulturzentrum) im Rahmen seines jährlichen Wettbewerbs „Día de la Hispanidad/Los mares de Guinea Ecuatorial“ („Hispanischer Tag/Die Meere von Äquatorialguinea“) den Preis Premio especial “Raquel Ilonbé”.
Werke CeibaRaquel Ilombe del Pozo Epita: Ceiba II: poesía inédita. hg. v. Benita Sampedro. Editorial Verbum 2014. Biblioteca Hispanoafricana ISBN 978-84-9074-133-7 google books 1978. Nerea (enthalten in Ceiba II) Ausencia (enthalten in Ceiba II) Amor (enthalten in Ceiba II) Olvido (enthalten in Ceiba II) Leyendas guineanas 1981. Ceiba II 2014.
Einzelnachweise
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