mini|hochkant=1.05|Das Hemd des T-1000 mit Einschusslöchern im London Film Museum Terminator 2 – Tag der Abrechnung (englischer Originaltitel: Terminator 2: Judgment Day) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film von James Cameron aus dem Jahr 1991 und die Fortsetzung des Films Terminator aus dem Jahr 1984.
Terminator 2, auch einfach als T2 bekannt, war der erste Film, dessen Produktion über 90 Millionen US-Dollar kostete. Er spielte weltweit etwa 520 Millionen US-Dollar ein. Der Film startete am 24. Oktober 1991 in den deutschen Kinos.
Handlung In der Zukunft (im Jahr 2029) herrscht Krieg zwischen dem menschlichen Widerstand und der künstlichen Intelligenz Skynet, welche eine Armee von Maschinen befehligt. Skynet hat einen neuartigen Terminator vom Typ T-1000 durch die Zeit ins Jahr 1994 zurückgeschickt, um den zehnjährigen John Connor zu töten, den zukünftigen Anführer der Menschheit. Der T-1000 besteht aus flüssigem Metall und kann deshalb Form und Aussehen beinahe beliebig verändern sowie in die kleinsten Löcher schlüpfen. Der Widerstandsbewegung der Zukunft gelingt es, einen Terminator des Typs T-800 (bekannt aus dem ersten Terminator-Film) umzuprogrammieren und durch die Zeit zurückzuschicken, um John und seine Mutter Sarah Connor zu beschützen. Der T-800 besteht aus einem mit organischem Gewebe überzogenen metallischen Endoskelett und hat das Erscheinungsbild eines Menschen. Trotz seiner übermenschlichen Widerstandskraft und Stärke ist er dem T-1000 doch deutlich unterlegen.
Der T-800 kommt nackt in der Gegenwart an und begibt sich zunächst in eine von Motorradrockern frequentierte Bar. Nach einer körperlichen Auseinandersetzung mit einigen Gästen eignet er sich Kleidung, Waffen und ein Motorrad an. Der T-1000 dagegen tötet nach seiner Ankunft einen Polizisten und bemächtigt sich seiner Pistole und des Polizeiautos. Mit Hilfe des Polizeicomputers erfährt der T-1000 die Adresse von Johns Pflegeeltern.
Der T-1000 spürt John in einem Einkaufszentrum in Los Angeles auf. Aber der T-800 erscheint und verschafft dem Opfer einen Vorsprung, indem er den T-1000 durch einen Zweikampf aufhält. Der T-1000 setzt sich allerdings durch und heftet sich mit einem schweren Lastkraftwagen dem Jungen, der auf seinem Kleinkraftrad flüchtet, an die Fersen. Bei der anschließenden Verfolgungsjagd durch die Stadt kann der T-800 John retten und den T-1000 für kurze Zeit außer Gefecht setzen.
Der T-800 klärt John darüber auf, wer er selbst und was der T-1000 ist, und welche Rolle der Junge als Erwachsener eines Tages spielen wird. Durch einen Anruf bei Johns Pflegeeltern finden er und John heraus, dass diese bereits tot sind. Da es zu den Missionsparametern des T-800 gehört, Johns Befehlen zu gehorchen, fügt er sich dessen Anweisung, keinen Menschen mehr umzubringen, sondern schießt seinen Gegnern nun in die Knie.
Der Terminator begibt sich auf Verlangen des Jungen mit diesem in die Nervenheilanstalt Pescadero State Hospital, um Johns Mutter, Sarah, zu befreien, die dort seit einigen Jahren festgehalten wird. Sarah hat versucht, eine Computerfabrik, in der Skynet entwickelt wurde, in die Luft zu sprengen und wird für verrückt gehalten, da die Ereignisse des ersten Terminator-Films Bestandteil ihres Weltbildes sind. Der T-800 trifft auf Sarah, als sie gerade zum wiederholten Male einen Fluchtversuch unternimmt. Sarah erstarrt zunächst, als sie unerwartet dem Terminator, der exakt wie das sie einst bedrohende Terminator-Modell aussieht, begegnet, doch John kann sie über die Mission des T-800 aufklären.
In diesem Moment erscheint der T-1000 ebenfalls in der Klinik und greift Sarah, John und den T-800 an, welche sich in einen Fahrstuhl flüchten können. Sie bemächtigen sich eines Polizeiautos und schaffen es, den T-1000 abzuhängen. Auf einer abgelegenen Tankstelle behandeln sie Sarahs Wunden und die Schäden am T-800.
Als Sarah sich bei dem T-800 nach den Einzelheiten des kommenden Konflikts zwischen den Menschen und den Maschinen erkundigt, erklärt der Terminator ihr, wie und wann das Computerprogramm Skynet ein eigenes Bewusstsein entwickeln werde, dass ein gewisser Miles Bennet Dyson, Leiter der Abteilung für besondere Projekte bei der Cyberdyne Systems Corporation, die Verantwortung für das Projekt trage und dass Cyberdyne während des kommenden Krieges der größte Lieferant militärischer Computersysteme sein werde.
Das Trio rüstet sich daraufhin bei Enrique, einem in Mexiko lebenden, langjährigen Freund Sarahs, aus, um Cyberdyne zu zerstören. Sarah, die einschläft, während John und der T-800 die Waffen auswählen, wird durch das erschreckende Traumbild einer über Los Angeles detonierenden Atombombe dazu veranlasst, alleine loszufahren, um den Skynet-Konstrukteur Dyson umzubringen. John will das jedoch verhindern und folgt ihr zusammen mit dem T-800. Der Terminator deutet die Möglichkeit an, durch die Ermordung Dysons den Krieg abzuwenden, prallt damit bei John aber ab, der darauf pocht, dass das zu nichts führe und ein Mensch auch unter solchen Umständen nicht getötet werden dürfe.
Sarah erreicht als erste Dysons Haus und versucht, ihn aus dem Hinterhalt zu erschießen. Durch einen Zufall gelingt es ihr aber lediglich, ihn leicht zu verletzen. Als Sarah versucht, Dyson in der Gegenwart seiner Frau und seines Sohnes zu ermorden, bricht sie verzweifelt zusammen. John und der T-800 treffen darauf ein, verarzten Dyson und beruhigen dessen Familie. Dyson erfährt, welche Rolle er und Cyberdyne für die Zukunft spielen und dass sie für den Tod von mehr als drei Milliarden Menschen verantwortlich sein werden.
Wie sich auch herausstellt, beruht der wesentliche Inhalt von Dysons Arbeit auf den Überresten des ersten T-800. Dyson entschließt sich zunächst, seine Forschungen abzubrechen und bei seinem Arbeitgeber zu kündigen, sieht aber schließlich ein, mit seinen Besuchern die Firma Cyberdyne zusammen mit seinen Arbeitsergebnissen vollständig zerstören zu müssen, damit nicht ein anderer sein Werk zurückverfolgen und fortsetzen könne.
Nachdem der Arm und der Hauptprozessor des ersten Terminators aus dem Tresor von Cyberdyne geborgen sind, setzt der T-800 die in das Gebäude vordringenden Polizisten und deren draußen wartende Kollegen außer Gefecht, ohne einen von ihnen zu töten. Dyson wird jedoch von den Polizisten schwer getroffen und sprengt sich zusammen mit dem Material seiner Arbeit in die Luft.
Der T-1000 verfolgt Sarah, John und den T-800, die in einem gestohlenen Einsatzwagen fliehen, mit einem Polizeihubschrauber und einem Tankwagen bis in ein Stahlwerk. Aus dem umgekippten Tankwagen fließt Flüssigstickstoff. Er lässt den T-1000 gefrieren und unter einem Schuss des T-800 zerbrechen (mit dessen berühmt gewordenem Ausspruch „, !“). Doch die Bruchstücke des T-1000 schmelzen wieder aufgrund der Hitze der Stahlschmelze, und er fließt wieder zu einem Ganzen zusammen. Der T-1000 geht auf den T-800 los, der dabei schwer beschädigt wird, sich aber mit der Hilfe einer Ersatzstromquelle neu starten kann. Der Angreifer versucht, sich John in der Gestalt von dessen Mutter zu nähern, doch die echte Sarah taucht auf und verhindert dies. Als der T-800 mit der letzten Granate aus seinem M79-Granatwerfer den T-1000 trifft, kippt dieser nach hinten in eine Stahlschmelze und wird so endgültig zerstört.
Auf Anweisung des T-800 werden die Überreste des ursprünglichen Terminators ebenfalls in die Schmelze geworfen, um Technik und Programmierung zu vernichten, die zur Erschaffung von Skynet führen würde. Der T-800 erkennt jedoch, dass auch sein eigener Körper und sein eigener Chip eine Gefahr für die Menschheit darstellen und daher auch er selbst zerstört werden muss. Zum ersten Mal gegen den Willen Johns handelnd, verabschiedet er sich von diesem und von dessen Mutter, die ihn an einer Kette in die Schmelze hinablassen, da er sich nicht selbst terminieren kann.
In der letzten Szene des Films fährt die Kamera einen dunklen Highway bei Nacht entlang. Zu hören ist ein von Sarah Connor gesprochener Epilog:
Chronologische Einordnung
Der genaue Zeitraum, in dem die Ereignisse von Terminator 2 stattfinden, wird im Film nicht explizit genannt. Es gibt mehrere Szenen, die als Hinweis dienen können, aber einander widersprechen. So erklärt der Terminator in einer Szene, dass Cyberdyne Systems drei Jahre später der größte Lieferant militärischer Computersysteme sein wird. Zusammen mit der Information, dass der Tag des Weltendes am 29. August 1997 stattfinden wird, kann die Filmhandlung nur 1994 (oder früher) spielen.
Dem widerspricht jedoch eine andere Szene, in der der T-1000 mittels eines Polizeicomputers die Adresse von John Connor ermittelt. Auf dem Computerbildschirm erscheinen dabei auch Alter und exaktes Geburtsdatum des Gesuchten. So ist er zum Zeitpunkt des Films zehn Jahre alt und wurde am 28. Februar 1985 geboren, wodurch der Film nur zwischen dem 28. Februar 1995 und dem 27. Februar im Jahre 1996 spielen kann.
Bei ihrem ersten Gespräch erzählt der aus dem Jahr 2029 zurückgeschickte T-800 John Connor, dieser habe ihn 35 Jahre in der Zukunft umprogrammiert und auf seine Mission geschickt. Somit spielt der Film im Jahr 1994.
Sarah wird von Dr. Silberman als 29-jährige Patientin bezeichnet, laut Drehbuch soll sie im ersten Terminator-Film, welcher 1984 spielt, 19 Jahre alt sein. Folglich müsste Terminator 2 1994 oder 1995 spielen. Im dritten Teil der Serie erzählt John jedoch, dass er 13 war, als der T-1000 ihn umbringen sollte – dies würde für 1997 als Zeitraum für Terminator 2 sprechen.
Ein weiteres Indiz für 1997 findet sich in der Serie Terminator: The Sarah Connor Chronicles. In Episode sieben (Die Hand Gottes) der ersten Staffel entwendet Sarah Connor dem FBI-Agenten Ellison eine Videokassette. Auf dieser befindet sich eine Aufnahme, die am 8. Juni 1997 in der Heilanstalt aufgezeichnet wurde. In einem späteren Gespräch mit John erklärt Sarah: „June 8th, 1997 … It's the day I broke out of there. The day you came for me, I was coming for you.“
Im Buch Terminator 2 ist nachzulesen, dass die Entsendung des T-1000 die finale Handlung von Skynet ist, weil die Rebellen in die Zentrale von Skynet eindringen (Kampfszenen zu Beginn des Filmes) und kurz vor dessen Abschaltung sind. Vom T-1000 gibt es nur ein Exemplar, und er hätte laut Berechnungen die Macht, die Zukunft entscheidend für sich selbst zu beeinflussen, eventuell auch entgegen den Interessen seines Erbauers. Skynet nahm deswegen diese Option nur als allerletzte Möglichkeit in Anspruch.
Veröffentlichung Terminator 2 – Tag der Abrechnung kam am 24. Oktober 1991 in die deutschen Kinos. Am 29. August 2017 war der Film unter anderem in Österreich und Deutschland in einer 3D-Überarbeitung zu sehen.Björn Becher: Weiter warten: 'Avatar 2' wird auch bis Ende 2018 nicht fertig In: filmstarts.de, 10. März 2017. Im Rahmen der Aktion „Best of Cinema“ wurde der Film am 4. April 2023 in zahlreichen deutschen Kinos in überarbeiteter Version erneut gezeigt.
Verschiedene Versionen Im Laufe der Zeit wurden von Terminator 2 – Tag der Abrechnung unterschiedliche Versionen auf verschiedensten Medien veröffentlicht. Neben der Kinofassung erschien bereits 1995 eine sogenannte Special Edition auf Laserdisc. Die Fassung ist in Deutschland teilweise auch als Director’s Cut bekannt und erschien hierzulande ab 2001 auf DVD sowie später auf HD DVD und Blu-ray. Der Film wird mit dieser Edition um zahlreiche Details erweitert, die vor allem tiefere Einblicke in die Beweggründe der Protagonisten vermitteln. Für Fernsehausstrahlungen wird hierzulande, seit Erscheinen der Special Edition auf DVD, fast nur noch diese Fassung verwendet. Ältere Ausstrahlungen zeigten hingegen stets nur die Kinofassung.