Das Schulhaus in Speyerbrunn beherbergte von 1853 bis 1965 die örtliche Volksschule. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz.

Lage

Das Gebäude mit der Hausnummer 9 steht am Südostfuß des Riesenberg auf der Nordseite der Johanniskreuzer Straße, die mit der Landesstraße 499 identisch ist. An der Südseite des Hauses führen mehrere markierte Wanderwege vorbei, darunter der Fernwanderweg Saar-Rhein-Main und die Nordroute der Pfälzer Jakobswege. Im unmittelbaren Einzugsgebiet befinden sich etwas weiter östlich das frühere Kinderheim und schräg gegenüber das Forsthaus Speyerbrunn sowie der Speyerbrunner Woog.

Architektur Es handelt sich um ein zweistöckiges Gebäude aus Sandstein. Auf dem Dach befindet sich ein kleiner Turm samt Glocke.

Geschichte Um den in Speyerbrunn und den Nachbarorten lebenden Schulkindern den langen Schulweg nach Elmstein zu ersparen, kamen im 19. Jahrhundert Pläne, eine örtliche Schule zu eröffnen. Das Gebäude wurde 1851 und 1852 durch den Architekten Spaeth aus Neustadt errichtet und 1853 eröffnet. Die Schule diente den Kindern der Orte Speyerbrunn, Erlenbach, Mückenwiese und Schwarzbach. Sie war eine katholische Konfessionsschule, dennoch waren knapp ein Drittel ihrer Schüler Protestanten. Im ersten Schuljahr wurden lediglich drei Kinder unterrichtet. Unmittelbar östlich des Gebäudes befand sich der Pausenhof. Bis 1867 war Friedrich Haag Lehrer der Schule.

1893 wurde das Gebäude durch den Architekten Lichtenberger aufgestockt und erhielt in diesem Zuge einen Glockenturm. Im Erdgeschoss befand sich die Wohnung des Lehrers. Im Obergeschoss waren zwei Klassenräume untergebracht, einer für die Katholiken und der andere für die Protestanten. Während des Ersten Weltkriegs musste die Glocke im Turm zu Rüstungszwecken abgegeben werden. 1923 erhielten die Katholiken und 1928 die Protestanten je eine neue Glocke.

Am 13. Februar 1919 besuchte der Bezirksarzt Dr. Bernd die Schule und stellte fest, dass mehrere Schüler einen Lungendefekt hatten. 1922 wurde das Schulhaus baulich erneut geändert. Ab den 1920er Jahren wurden im Gebäude bis zum Bau der römisch-katholischen Kirche St. Wendelinus und St. Hubertus Gottesdienste gehalten.

Von 1938 bis 1945 gliederte sich der Schulbetrieb in eine Unterstufe mit drei Klassen und eine Oberstufe mit vier Klassen. 1953 feierte die Schule ihr hundertjähriges Jubiläum. Während dieser Zeit wurden alle acht Jahrgangsstufen in einer Klasse gemeinsam unterrichtet. 1965 wurde die Schule aufgelöst; der letzte Lehrer und zugleich Direktor war Berthold Feldmann. Seither besuchen die Kinder die Heinrich-Weintz-Schule im Elmsteiner Kernort. Der Verkauf des Gebäudes folgte 2004.

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Bauwerk in Elmstein Kategorie:Kulturdenkmal in Elmstein Kategorie:Erbaut 1852 Kategorie:Schulgebäude in Rheinland-Pfalz Kategorie:Schule in Rheinland-Pfalz