Die Magyar jelnyelv (HSH, deutsch Ungarische Gebärdensprache) ist die in Ungarn verwendete Gebärdensprache. Die meisten ihrer Benutzer sind gehörlos, schwerhörig, sprachbeeinträchtigt oder es sind Gebärdensprachdolmetscher. Seit 2009 ist sie in Ungarn offiziell anerkannt.
Sie gehört zur Familie der Französischen Gebärdensprachen und ist historisch mit der Österreichischen Gebärdensprache verwandt. Laut J. Albert Bickford sind die Ungarische, Slowakische und Tschechische Gebärdensprache aber eher mit der Romänischen, Bulgarischen und Polnischen Gebärdensprache verwandt. Ihre Geschichte lässt sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen, als die Gehörlosenschule in Vac gegründet wurde. Sie hat 7 Dialekte: Budapest, Debrecen, Eger, Kaposvár, Sopron, Szeged und Vác. Der Dialekt ist abhängig von der Gehörlosenschule, an der sie unterrichtet wird. Die HSH hat zwar keine einheitliche Literatursprache, aber die Dialekte sind untereinander verständlich.
Obwohl die Gebärdensprache unabhängig von der Lautsprache ist, basieren einige Kommunikationslösungen auf dem Ungarischen, sodass sie auch die Gebärdensprache beeinflusst. Ein Mundbild gibt es nur für Namen. Ansonsten werden die Gebärden nur von Mimik begleitet.
In Ungarn kümmern sich die Hallatlan-Stiftung und der Siketek és Nagyothallók Országos Szövetsége (SINOSZ, Ungarische Gehörlosenverband) um die HSH, lehren sie, bieten Sprachtraining an und bilden auch Dolmetscher aus.
Durch das Gesetz 2009. évi CXXV. über die HSH und ihre Verwendung wurde sie zur Amtssprache.
Seit Juli 2021 besteht die Möglichkeit einer staatlichen Prüfung in HSH.
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Einzelnachweise
Kategorie:Französische Gebärdensprachen Kategorie:Ungarische Sprache