Das Museum für Fotokopie (M.F.F.) in Mülheim an der Ruhr widmet sich der Copy Art und der Geschichte der Fotokopie. Gesammelt, erforscht, dokumentiert und präsentiert werden Kopierapparate und die Kunstwerke – Copy Art – die sich mit ihnen herstellen lassen. Gegründet wurde das Museum 1985 als private Initiative von Klaus Urbons (* 1952).

Gründung und Anfangsjahre Das Museum wurde mit der ersten Ausstellung am 29. März 1985 eröffnet. Gezeigt wurden 22 verschiedene Fotokopierer und Werke von Herbert W. Franke, Roland Henß-Dewald, Rainer Malich, Jürgen O. Olbrich, Timm Ulrichs und Klaus Urbons auf 50 Quadratmeter einer Altbauwohnung in der Friedrichstraße 59 in Mülheim. Neben der regelmäßigen Präsentation von Werken der internationalen Copy Art waren auch alte und neue Kopiergeräte zu sehen. Für die ausstellenden Künstler stand eine Auswahl funktionsfähiger Geräte betriebsbereit zur Verfügung. Das Museum – mit seiner Sammlung von über 500 Kunstwerken der Copy Art und einer Bibliothek zur Copy Art und Fotokopiertechnik – verstand sich auch als Werkstatt und Labor.

1988 zog das Museum in die Mülheimer Altstadt und erweiterte seine Ausstellungsfläche auf 250 Quadratmeter. Bis 1991 präsentierte das Museum 18 Ausstellungen mit Copy Art, zwei Copy-Art-Wettbewerbe und zahlreiche Workshops und Kurse. Ab 1990 betrieb ein gemeinnütziger Verein das Museum.

Das Museum heute 2013 gründeten Jan Ehlen, Gabriele Klages, Jerome Krüger und Klaus Urbons das Kunst- und Kulturzentrum Makroscope – Zentrum für Kunst und Technik in Mülheim an der Ruhr, in dem das Museum für Fotokopie heute beheimatet ist. Für seine Museumsarbeit wurde Klaus Urbons 2017 mit dem Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft der Stadt Mülheim an der Ruhr ausgezeichnet. Mari Lena Rapprich betreute die Digitalisierung und Archivierung der Sammlungen, ab 2023 kuratierte Therese Schuleit die Ausstellungen und die Wiedereröffnung des Museums mit Ausstellungen und neuen Vermittlungsformaten.

In der Copy Art-Sammlung des Museums befinden sich unter anderem Arbeiten von Franz John, Dore O., Werner Nekes, Jürgen O. Olbrich, David Hockney und Robert Rauschenberg.

Ausstellungen und Projekte (Auswahl)

1985: Eröffnungsausstellung mit Werken von Herbert W. Franke, Roland Henß-Dewald, Rainer Malich, Jürgen O. Olbrich, Timm Ulrichs und Klaus Urbons. – : Das zentrale Mikrofilmarchiv. Interaktives Ausstellungsprojekt mit Wolfgang Hainke. – : Electrographics. Werke von Sandra Tivy und Chuck Stake, Kanada. 1986: Medium: Fotokopie. Wanderausstellung mit Künstlern aus Kanada und Deutschland, Leitung: Georg Mühleck, Montréal. – : Elektroradiografie. Werke von Cejar, Frankreich. – : Cornucopia. Internationales Projekt von Vittore Baroni, Italien. – : Zeitprobleme. Werke von Reiner Calles, Deutschland. 1987: Copianima. Werke von Franz John, Deutschland. – : Geist und Materie. Werke von Klaus Urbons, Deutschland. – : Der Kopf im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Werke von Barbara Verhoeven und Andreas Kuhn, Deutschland. – : Italian Connection. Wanderausstellung mit Copy Art aus Italien, Leitung: Piermario Ciani und Vittore Baroni, Italien. 1988: Elektrografien. Eröffnungsausstellung in den neuen Museumsräumen mit Werken von José Ramón, Fernando Ñiguez Canales und Begona Sanjuan, Spanien. 1989: Xerogramme. Werke von Annette Jäger, Deutschland. – : Copyglyphen. Werke von Gabriele Klages, Deutschland. – : Kopfjäger. Werke von Karl-Hermann Möller, Deutschland. 1990: Werner Henkel. Ausstellung und Aktion „Erste Abstrakte Tageszeitung“, Deutschland. 2014: ERROR TEKK – analog video glitch patterns. Yochanan Rauert. – : El Lissitzky – Aspekte des fotogrischen Werks. Vortrag von Klaus Pollmeier. – : ÜberSehen. RealScans von Peter Helmke. 2015: inFormation. Werke von Gabriele Klages. – : O.C.D. Copy Art von Mario Santoro-Woith. – : Electrophotography. Werke von Tom Carpenter, Joel Swartz und Charles Arnold jr. Rochester New York. – : CORNUCOPIA. Werke von Vittore Baroni. – : Rainbow Poster. Werke von Rainbow (Falk Schwalbe und Hannes Hirche). 2016: Edith Weyde. Ausstellung über die Erfinderin der „Blitzkopie“. 2017: Just push that button down. Ausstellung über Medienkunst, Fax-Art und Global-Art-Fusion. 2019: Change Over – Jürgen O. Olbrich. 2020: Change Over – Pierluigi Vannozzi. – : Fast, Cheap & Easy – The Copy Art Revolution. Werke u. a. von Jürgen O. Olbrich, Lieve Prins, Sonia Sheridan, The Rapid Publisher, Mari Lena Rapprich. 2023: Wir Schließen. Mit Karen Eliot, Jan Ehlen, Klaus Urbons, Jürgen O. Olbrich im Rahmen von RuhrDing: Schlaf.Urbane Künste Ruhr; kuratiert von Klaus Urbons und Therese Schuleit. 2023: Kind of Copy: Wie die Welt sich reibt. Mit Laas Abendroth, Inga Huld Hákonardóttir und Yann Leguay, Adriena Šimotová, John Wazeck; kuratiert von Klaus Urbons und Therese Schuleit. Seit 2023: Workshops Open Copy: Zur Verwendung einzelner Kopierer des Archivs, Methoden und Experimente mit Therese Schuleit. 2024: Artist & Copymachine. Mit Celine Berger, Gesine Grundmann, Raumzeitpiraten; kuratiert von Klaus Urbons, Jan Ehlen und Therese Schuleit. – : When the Past Informs the Future. Tabea Borchardt. 2025: Open Call: Portrait mit über 145 internationalen Einsendungen. Kuratiert von Therese Schuleit. – : Leaves from the Archive. Kuratiert von Therese Schuleit. – : Unruly Publishing. Mit Anna Bromley, Lynn Hershman Leeson, Sarah Jackson, Jacqui Mundri, Andreas My, Lieve Prins, Raphaela Vogel, RaumZeitPiraten, St. Patrick's Zine Library, Patrick Rieve und Linnea Semmerling. – : Print, Broadcast, Repeat: Zu den verschwindenden unabhängigen Veröffentlichungsformaten Video, Radio und Zine. – : 70 Jahre Jürgen O. Olbrich – Copies from Kassel / Kopien aus Kassel. Kuratiert von Klaus Urbons, Assistenz Gabrielle Klages, Therese Schuleit und Lovis Voss.

Literatur

Klaus Urbons: Copy Art. Kunst und Design mit dem Fotokopierer. DuMont Verlag, Köln 1991, ISBN 3-7701-2655-6. Minolta Camera Handelsgesellschaft (Hrsg.): Kopieren heute. Die Geschichte der Fotokopie und ihre heutige Anwendung für das moderne Büro. Langenhagen 1988, ISBN 3-9801697-0-7. Georg Mühleck (Hrsg.): Medium:Photocopie. Medium:Fotokopie. Medium:Photocopy. Kanadische und Deutsche Kopiegraphie. Buchverlag Thomas Walter, Ludwigsburg 1987, ISBN 3-926-408-07-3.

Siehe auch Copy Art Makroscope (Mülheim)

Weblinks Homepage Museum für Fotokopie

Einzelnachweise

Fotokopie Fotokopie Fotokopie Fotokopie Fotokopie Kategorie:Museumsgründung 1985