Souâd Belhaddad ist eine französische Journalistin, Autorin und Bühnenkünstlerin. Sie wurde als Verfasserin des Zeitzeugenbands SurVivantes. Rwanda, dix ans après le génocide (2004, gemeinsam mit Esther Mujawayo) sowie durch Arbeiten zu Identität und Postkonflikt wie Entre-deux je (2001) bekannt. Seit 2021 gehört sie als von der Vereinigung Citoyenneté Possible benannte Vertreterin dem französischen Conseil économique, social et environnemental (CESE) an.

Leben Belhaddad wurde in Algerien geboren und wuchs in Frankreich auf. Sie studierte Literatur, Kino und Psychologie. Früh arbeitete sie als Reporterin; für ihren ersten großen Algerien-Bericht erhielt sie 1994 den Preis der Association des femmes journalistes.

Wirken Im Jahr 2001 veröffentlichte Belhaddad Entre-deux je, Algérienne ? Française ? Comment choisir…, ein autobiografisches Buch über das Leben zwischen zwei Sprachen und Kulturen. Im Jahr 2004 folgte gemeinsam mit der ruandischen Soziologin Esther Mujawayo SurVivantes, ein prägnantes Zeugnis über den Genozid an den Tutsi und dessen Langzeitfolgen. Für SurVivantes wurden Mujawayo und Belhaddad 2004 mit dem Prix Ahmadou-Kourouma ausgezeichnet. Zugleich setzte sie sich in der Bildungsarbeit gegen Vorurteile ein; gemeinsam mit der Anwältin Isabelle Wekstein-Steg führte sie Arbeitskreise an Schulen in Seine-Saint-Denis durch. 2005 gründete sie die Organisation Citoyenneté Possible, die Dialogformate und Fortbildungen gegen Rassismus, Antisemitismus und Sexismus entwickelt. Im Conseil économique, social et environnemental (2021–2026) arbeitet sie in den Bereichen Bildung, Kultur/Kommunikation und Gleichstellung mit und befasst sich mit der Bekämpfung von Hassrede sowie Fragen demokratischer Teilhabe.

Einzelnachweise

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