mini|A Photochrom image of the church in the 1890s. View from the north-east. mini|Luftbild mit der Lage der Kirche in Folkstone Die St. Mary and St. Eanswythe’s Church ist eine denkmalgeschützte anglikanische Pfarrkirche in Folkestone, Kent, Großbritannien. Die Kirche liegt unweit der Klippen mit Blick auf den Ärmelkanal.
Obwohl Teile des Bauwerks auf das 13. Jahrhundert zurückgehen, stammt der Großteil der heutigen Bausubstanz aus dem 19. Jahrhundert und resultiert aus umfangreichen Wiederaufbaumaßnahmen. Eine architektonische Besonderheit der Kirche ist ihr zentraler Vierungsturm. Das Bauwerk ist als Kulturdenkmal der Kategorie Grade II* eingestuft.
St Eanswythe von Kent Eanswythe von Kent war eine angelsächsische Prinzessin. Sie war die Enkelin von König Æthelberht von Kent, der vom Heiligen Augustinus von Canterbury zum Christentum bekehrt wurde. Ihr Vater war König Eadbald von Kent, der von 616 bis 640 regierte. Eanswythe wurde um das Jahr 630 geboren. Es wird angenommen, dass sie die Äbtissin eines Nonnenklosters in Folkestone war. Es gibt viele Geschichten über die Wunder der Heiligen Eanswythe vor und nach ihrem Tod. Unter anderem soll sie einem Blinden das Augenlicht geschenkt und einen Dämon aus einem Besessenen ausgetrieben haben.
Das ursprüngliche Nonnenkloster wurde später zerstört, wobei als mögliche Ursachen ein Sturz ins Meer oder eine Plünderung durch die Wikinger im Jahr 867 in Betracht gezogen werden.
Nach einem zwischenzeitlichen Wiederaufbau wurde im Jahr 1138 ein neues Benediktinerkloster, die Folkestone Priory, errichtet. Die zugehörige Prioratskirche wurde zu Ehren der Heiligen Maria und Eanswythe geweiht und legte den Grundstein für das heutige Gebäude. Die Reliquien der Heiligen Eanswythe wurden am 12. September 1138 in die Kirche überführt. Das Bauwerk wurde 1216 durch einen Brand beschädigt, jedoch 1220 restauriert und 1236 erweitert.
Baugeschichte und Architektur der Kirche Teile der ursprünglichen Bausubstanz der Kirche (vor dem 19. Jahrhundert) sind im heutigen Gebäude weiterhin sichtbar. Die Arkade des Chors stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die Marienkapelle (nördlich des Chors), die St. Eanswythe-Kapelle (südlich des Chors) sowie die Bögen des Turms datieren auf das 15. Jahrhundert.
Die umfangreichsten Wiederaufbauarbeiten fanden während der Amtszeit von Canon Matthew Woodward, der von 1851 bis 1898 als Pfarrer tätig war, statt.History St Mary and St Eanswythe. Retrieved 4 April 2020.
Das Kirchenschiff und das nördliche Seitenschiff wurden in den 1850er Jahren unter der Leitung des Architekten R. C. Hussey neu errichtet. Das Westfenster und die Vorhalle wurden 1872 von Stallwood gestaltet. Das südliche Chorschiff und das Querschiff wurden 1869 wiederaufgebaut. Das südliche Seitenschiff wurde zuletzt 1974 neu errichtet.
Die drei Altarfenster sowie die Fenster in der Marienkapelle wurden von dem namhaften Glasmaler C. E. Kempe geschaffen."Windows" Friends of St Mary and St Eanswythe. Retrieved 10 December 2017. Via Wayback Machine.
Wiederentdeckung und Bestätigung der Reliquien der Heiligen Eanswythe Die mutmaßlichen Reliquien der Heiligen Eanswythe wurden 1885 während Renovierung Arbeiten in der Kirche von Folkestone (St. Mary and St. Eanswythe Church) entdeckt.
Das Reliquiar, das in einer Wandnische nahe dem Altar gefunden wurde, wurde aufgrund seiner Verzierungen auf das 12. Jahrhundert datiert. Es enthielt die Gebeine einer jungen Frau, deren Tod wissenschaftlich auf das 7. Jahrhundert zurückgeführt werden konnte. Aufgrund der prominenten Lage des Fundortes wurde die Schlussfolgerung gezogen, dass es sich bei den Überresten um die Gebeine der Heiligen Eanswythe handeln musste.
Die Gebeine wurden daraufhin an derselben Stelle neu bestattet; die Nische wurde mit einer Messingtür und einem Gitter versehen.
Eine im Jahr 2020 durchgeführte wissenschaftliche Überprüfung bestätigte, dass die Überreste mit hoher Wahrscheinlichkeit der Heiligen Eanswythe zuzuordnen sind. Die identifizierten Gebeine wurden schließlich im November 2024 in einem speziell gestalteten Reliquiar in die ursprüngliche Nische in der Kirchenwand zurückgebracht.
Orgel Die Existenz einer Orgel in der Kirche ist seit dem Jahr 1528 belegt. Die weitere Geschichte des Instruments aus den frühen Jahrhunderten ist weitgehend unbekannt. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurde die Orgel mehrmals umgebaut.
Die heutige Orgel wurde 1894 von der Londoner Firma William Hill & Sons im südlichen Querschiff installiert. Im Jahr 1930 wurde das Instrument von Hill, Norman & Beard umgebaut und erweitert, wodurch die Orgel ihre heutige Disposition von 39 Registern erhielt.
Sonderbestattung im Dezember 2023 Im Dezember 2023 erteilte König Karl III. die Genehmigung für die Bestattung von William Brown, einem Jungen aus der Region, der bei einem Unfall mit Fahrerflucht ums Leben kam. Die Bestattung durfte auf einem Friedhof stattfinden, der zuvor für neue Begräbnisse gesperrt war.
Diese Genehmigung erfolgte durch die vom Privy Council empfohlene „Begräbnisstätten-Änderungsverordnung“ (Burial Grounds Amendment Order), welche Bestattungen auf Friedhöfen erlaubt, die zuvor für neue Bestattungen geschlossen wurden.
Weblinks
The Parish Church of St Mary and St Eanswythe
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude in Kent Kategorie:Grade-II*-Bauwerk in Kent Kategorie:Kirchengebäude der Church of England Kategorie:Anglikanisches Kirchengebäude in England Kategorie:Folkestone Kategorie:Gotisches Bauwerk in England Kategorie:Gotische Kirche Kategorie:Marienkirche Kategorie:Ehemaliges Benediktinerkloster in England Kategorie:Bauwerk in Folkestone and Hythe