Ozan Zakariya Keskinkılıç (* 1989) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Schriftsteller.
Leben und Wirken Keskinkılıç wurde in Hessen geboren. Er studierte Politikwissenschaften in Wien, Berlin und Cambridge. 2025 promovierte er an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Arbeit über muslimische Existenzkünste angesichts des antimuslimischen Rassismus. Er forscht und lehrt an Berliner Hochschulen, u. a. der Alice Salomon Hochschule im Themenbereich Critical Diversity Studies, Rassismus und Migration; im Jahr 2021 wurde er als Mitglied in die vom Berliner Senat eingesetzte Expert*innenkommission gegen antimuslimischen Rassismus berufen.
Keskinkılıç veröffentlicht sowohl Essays als auch Lyrik; sein literarisches Arbeiten durchzieht Themen wie Begehren, Religion und Mehrsprachigkeit.
Im Jahr 2021 veröffentlichte er Muslimaniac. Die Karriere eines Feindbildes. In Muslimaniac setzt sich Keskinkılıç mit antimuslimischem Rassismus auseinander und analysiert, wie „der Muslim“ in Deutschland als Problem konstruiert wird. Er betont dabei die lange Geschichte eines widersprüchlichen Umgangs mit Muslimen in Deutschland und verortete das Thema historisch.
2025 folgte sein Roman Hundesohn, der bei Suhrkamp erschien und breite Resonanz im Feuilleton fand. Für Hundesohn erhielt er den aspekte-Literaturpreises 2025 des ZDF. Hundesohn erzählt – zwischen Berlin und Adana – eine queere Liebesgeschichte und arbeitet mit einer vielsprachigen, lyrisch verdichteten Prosa. Die Kritik beschrieb den Roman als Porträt eines gläubigen, schwulen Erzählers und hob seine emotionale Intensität hervor. Die Süddeutsche Zeitung würdigte das Buch als „Sprachkunstwerk“.
Im Jahr 2024 wurde er beim Feldkircher Lyrikpreis ausgezeichnet. Im Jahr 2025 erhielt er beim Lyrikwettbewerb Literarischer März in Darmstadt einen Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis.
Auf Einladung von Mara Delius nahm Ozan Zakariya Keskinkılıç am Ingeborg-Bachmann-Preis 2026 teil. Für seinen Text Vater ohne Sohn wurde er mit dem Deutschlandfunk-Preis ausgezeichnet.
Werke (Auswahl) mit Ármin Langer (Hrsg.): Fremdgemacht & Reorientiert – jüdisch-muslimische Verflechtungen. Verlag Yilmaz-Günay, Berlin 2018, ISBN 978-3-9817227-7-2. mit Iman Attia, Büşra Okcu: Muslimischsein im Sicherheitsdiskurs. Eine rekonstruktive Studie über den Umgang mit dem Bedrohungsszenario. Transcript, Bielefeld 2021, ISBN 978-3-8376-5711-1. Muslimaniac. Die Karriere eines Feindbildes. Verbrecher Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-95732-553-2. Prinzenbad. Gedichte. Elif, Nettetal 2022, ISBN 978-3-946989-56-1. Hundesohn. Roman. Suhrkamp, Berlin 2025, ISBN 978-3-518-43254-9.
Auszeichnungen
2024: Feldkircher Lyrikpreis 2024: Nomination für den Clemens-Brentano-Preis mit Prinzenbad 2024: Nomination für den Dresdner Lyrikpreis 2025: Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis 2025: aspekte-Literaturpreis des ZDF für Hundesohn 2025: Nomination für den Debütpreis des Buddenbrookhauses mit Hundesohn 2026: Förderpreis Max Frisch-Preis der Stadt ZürichMedienmitteilung der Stadt Zürich vom 13. Januar 2026 2026: Deutschlandfunk-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb für Vater ohne Sohn
Weblinks
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Einzelnachweise
Kategorie:Politikwissenschaftler Kategorie:Autor Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Lyrik Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1989 Kategorie:Mann