mini|Verbreitungsgebiet des Weißohr-Faulvogels
Der Weißohr-Faulvogel, auch Cerrado-Faulvogel genannt, (Nystalus chacuru), Syn. Bucco chacuru, Capito melanotis oder Tamatia leucotis, ist eine Vogelart aus der Familie der Faulvögel (Bucconidae).P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
Der Vogel kommt in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay und Peru vor.
Der Lebensraum umfasst tropischen und subtropischen Mischwald, trockene Wälder, Gebüsch, Galerie-, Sekundärwald, Savanne, offene baumbestandene Flächen, Grasland bevorzugt von 1000 bis 2200 m Höhe.Thomas Scott Schulenberg, Douglas Forrester Stotz, Daniel Franklin Lane, John Patton O’Neill, Theodore Albert Parker III: Birds of Peru. Princeton University Press, 2007, ISBN 978-0-691-04915-1P. C. Rasmussen, N. Collar und G. M. Kirwan: White-eared Puffbird (Nystalus chacuru), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World, 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Nystalus chacuru
mini|Weißohr-Faulvogel in Minas Gerais Merkmale Die Art ist 21–22 cm groß und wiegt 48–64 g. Hauptkennzeichen sind der große rote Schnabel, die dunkle Kopfkappe mit überwiegend weißem Gesicht und schwarzen „Koteletten“ (einem dunkelbraunem Fleck auf den unteren Ohrdecken), ferner das weiße Nackenband und die rotbraune Ober- und weiße Unterseite. Die weißen Federn oberhalb des Schnabels gehen in einen schmalen Kopfstreifen über, hinzu kommt ein kurzer Überaugenstreif , weiße obere Ohrdecken, weiße Zügel und eine weiße Kehle. Die dunkle Kopfkappe kann gefleckt und rötlich gebändert sein. Der dunkelbraune Bürzel und die Schwingen sind stark dunkelbraun gesprenkelt. Der mittellange Schwanz ist etwas gestuft, dunkel braun mit schmalen gelbbraunen Binden und heller Spitze, die Schwanzunterseite ist weißlich mitunter etwas ockerfarben überhaucht. An der Brust ist eine schmale dunkle schuppige Zeichnung zu erkennen, deutlicher an den Flanken.
Die Iris ist braun oder graugrün, der Schnabel rötlich, die Beine sind grau rosa bis hell olivgrün. Jungvögel haben einen grauen Schnabel, dunkel gebändertes Nackenband und schwärzliche Strichelung auf der Unterseite.
Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt:IOC 15.1 Jacamars, puffbirds, barbets, toucans, honeyguidesAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 N. c. uncirostris (, 1926)Jan Sztolcman (1926), S. 214–215. – Ostperu, Nordostbolivien und angrenzend in Brasilien, größerer Schnabel, weißere Unterseite, etwas längere Flügel N. c. chacuru (, 1816)Louis Pierre Vieillot (1816), S. 239–240., Nominatform – Nordosten, Osten und Süden Brasiliens, Ostparaguay und Nordostargentinien (Provinz Misiones).
Capito melanotis , 1821Coenraad Jacob Temminck (1825), Tafel 94 & Text.Zum Publikationsdatum siehe Edward Clive Dickinson (2001). und T[amatia] leucotis , 1834William Swainson (1834), Tafel 19.Die Daten der Publikationsgeschichte des Werkes werden in Nora Fisher McMillan (1970) und Marvin Ralph Browning, Burt Leavelle Monroe, Jr. (1991) diskutiert. werden heute als Synonym zur Nominatform betrachtet.
Stimme Die Lautäußerungen werden als angenehm abfallende, leise Folge von Pfeiftönen „co-lo“ und antwortend „de-le“ oder als zitterndes „fufu-fofo-fufu-fofo-fufufuu…“ beschrieben, gerne als Paar im antiphonen Duett, besonders morgens und abends.
Lebensweise Die Art ist ein Standvogel, im äußersten Süden kommt es witterungsbedingt zu Wanderungen. Der Vogel ist bevorzugt paarweise auf exponierten Ansitzen wie abgestorbenen Bäume, Telephonleitungen zu finden. Die Nahrung besteht aus Insekten, Gliederfüßern, kleinen Wirbeltierem wie Eidechsen, Amphibien, Beuteltiere (Marsupialia) bis zu 19 cm. Fliegende Insekten werden gern in der Luft gefangen. Die Brutzeit liegt zwischen September und Februar im Südosten Brasiliens, mit Beginn der Regenzeit in Zentralbrasilien. Das Nistloch wird in eine Uferwand oder in den Boden gegraben. Das Gelege besteht aus 2 bis 4 Eiern.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Weißohr-Faulvogels erfolgte 1816 durch Louis Pierre Vieillot unter dem wissenschaftlichen Namen Bucco chacuru. Als Verbreitungsgebiet gab er Paraguay an, basierend auf Carpintero del chacuruFélix de Azara (1805), S. 330–335. von Félix de Azara. 1863 führten Jean Louis Cabanis und Ferdinand Heine junior die für die Wissenschaft neue Gattung Nystalus ein. Der Begriff hat seinen Ursprung in für schläfrig.Jean Louis Cabanis u. a. (1863), S. 139 Der Artname chacuru kommt lautmalerisch aus der Sprache der Guaraní, wo Chakurú der Weißohr-Faulvogel bedeutet.chacuru The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Uncirostris ist ein Wortgebilde aus und .uncirostris The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay fünf Bälge, gesammelt von Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) und Michael Mathias Kiefer (1902–1980) im Bergland des Río Apa bei San Luis de la Sierra im Departamento Concepción, zur Verfügung. Außerdem lagen ihm zwei Exponate aus der Sammlung von Georg Wieninger aus Bernalcue vor. Laubman führte die Art unter Ecchaunornis chacuru. In der Literatur sah er Nachweise in Puerto Bertoni und IguazúArnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 49. sowie in Monte Sociedad am Río PilcomayoArnaldo de Winkelried Bertoni (1930), S. 245. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni, in SapucaiHarry Church Oberholser (1902), S. 127 durch Harry Church Oberholser und Paso YuvayRoberto Raúl Dabbene (1912), S. 299 durch Roberto Dabbene.Alfred Laubmann (1939), S. 200–201 Melanotis leitet sich von für schwarz und für -ohrig, Ohrmelanotis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling ab, leucotis von für weiß und für -ohrig, Ohr.leucotis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling
Gefährdungssituation Der Bestand gilt als „nicht gefährdet“ (Least Concern).
Literatur
Weblinks
Oiseaux.net Macaulay Library Multimedia Peruaves
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Faulvögel